Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Frankfurt

Protest gegen Stellenabbau bei Diehl in Frankfurt

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
    schließen

Der Betriebsrat des Luftfahrtzulieferers Diehl Aviation fürchtet unverhältnismäßig viel Streichungen von Arbeitsplätzen. Der Konzern spricht von enormen Umsatzeinbußen.

Gut 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, schätzt Betriebsratsvorsitzender Uwe Forstmann, hatten sich vor wenigen Wochen vor der Diehl-Niederlassung in Heddernheim versammelt, um ihrem Unmut Luft zu machen. Ein Drittel der Belegschaft – dem Homeoffice zum Trotz sozusagen. Sie streikten an diesem Tag und wollten damit auf den deutschlandweit drohenden Stellenabbau bei Diehl Aviation und speziell am Frankfurter Standort hinweisen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann und Stadtrat Mike Josef (beide SPD) waren ebenfalls vor Ort und zeigten sich solidarisch. Der Frankfurter Betriebsrat fürchtet, dass unter dem Deckmantel der Corona-Krise übermäßig viele Stellen gestrichen werden könnten.

„Dass nichts mehr so ist, wie es vor der Pandemie war, wissen wir auch“, sagt BetriebsratschefForstmann. Diehl Aerospace in Heddernheim gehört zum größten Teil zum Teilkonzern Diehl Aviation und somit zur deutschen Unternehmensgruppe Diehl mit Sitz in Nürnberg.

Airbus ein Hauptkunde

Airbus ist einer der Hauptkunden der Sparte Luftfahrtzulieferung. Und Corona hat Airbus arg gebeutelt. Diehl Aviation geht unter anderem deshalb von einem Geschäftsvolumen im Jahr 2022 aus, das nur etwas mehr als der Hälfte des Umsatzniveaus von 2019 entspricht. In Frankfurt sollen daher 92 der fast 400 Arbeitsplätze wegfallen. Durch diesen Abbau gelange man am Standort jedoch an die Grenzen der Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit, mahnt Forstmann. Der Abbau sei viel zu hoch gegriffen. Deutschlandweit sollen bei Diehl Aviation bis zu 1400 Arbeitsstellen gestrichen werden, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

An allen Standorten wurde versucht, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Arbeitsplätze sollten durch sozialverträgliche Angebote wie Altersteilzeit, Freiwilligenprogramm oder eine Konzern-Stellenbörse reduziert werden. „Diese Maßnahmen haben einigermaßen gegriffen“, sagt Forstmann, betriebsbedingte Kündigungen müsse es in Frankfurt deswegen gar nicht geben. Zwar versucht die auch der Konzern zu vermeiden, versprechen will er in dieser Hinsicht jedoch nichts.

Der Frankfurter Betriebsratsvorsitzende warnt davor, zu viel Expertise aus dem Standort gehen zu lassen. Als Produktions- und Entwicklungsstandort brauche Frankfurt das Know-how seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Forstmann sieht die Tendenzen für die Branche gar nicht mehr so schlecht, auch Airbus habe entsprechend korrigiert. Sollten dann die Aufträge kommen, dürften nicht die Fachleute fehlen.

„Lange Krise“

Diehl Aviation teilt auf Nachfrage mit, alle einschlägigen Marktprognosen ließen nach wie vor darauf schließen, dass die Luftfahrtbranche eine außerordentlich lange Krise durchlaufen werde. Von den Abbauzielen rücke man deshalb nicht ab. Auf der anderen Seite wollen sich der Frankfurter Betriebsrat und die Belegschaft nicht von ihren Protestaktionen abbringen lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare