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Die Filiale der Sparda-Bank in der Eschersheimer Landstraße 420 soll schließen. Im Foyer hängen einige Zettel, die die Kundschaft dazu aufruft, sich zu beschweren.
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Die Filiale der Sparda-Bank in der Eschersheimer Landstraße 420 soll schließen. Im Foyer hängen einige Zettel, die die Kundschaft dazu aufruft, sich zu beschweren.

Spardabank Frankfurt

Protest gegen Sparda-Bank-Filialschließung in Frankfurt

  • Sabrina Butz
    vonSabrina Butz
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Zettel im Foyer der Selbstbedienungsstelle an der Eschersheimer Landstraße rufen zum Protest gegen die Schließung auf

Wir sind gegen die Schließung“ steht auf mehreren Zetteln, die im Foyer der Sparda-Bank-Selbstbedienungsstelle an der Eschersheimer Landstraße 420 aushängen. Kundinnen und Kunden werden so dazu aufgerufen, Beschwerde bei der Bank gegen die Schließung einzureichen. Wer die Zettel ausgehängt hat, ist nicht klar, aber der Unmut über die angekündigte Schließung zum 10. März ist groß.

Dazu gehört auch die 80-jährige Evelyn Schollmeyer. Sie lebt in Eschersheim und sagt, sie brauche diese Filiale, um Geld abzuheben, Kontoauszüge zu drucken oder Überweisungen zu tätigen. Dafür gibt es in den Räumen drei Automaten, Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter dagegen nicht.

Schollmeyer sagt, sie versuche schon seit einer Woche, sich bei der Sparda-Bank zu beschweren, „aber es war unmöglich, durchzukommen“. Das sei schwerer sogar als einen Impftermin zu bekommen, den habe sie nämlich.

Der nächstgelegene Automat befindet sich in der Friedberger Landstraße 408, die nächste Filiale auf dem Riedberg in der Altenhöferallee 88 – beides etwa vier Kilometer entfernt und ohne Auto schwer zu erreichen. Auch für die Rentnerin ist der Weg zu weit.

Miriam ist zwar erst 33, aber sie nutzt die Filiale ebenfalls gern und regelmäßig. Zwar sei die Anfahrt aus Preungesheim, wo sie wohnt, auch schon weit, aber mit dem Fahrrad gut zu bewerkstelligen. Wenn die Filiale schließen würde, wäre es „eine Katastrophe“. Sie sei „keine Freundin des Online-Bankings“. Daher brauche sie den Automaten. Und: „Immer wenn ich hier bin, ist es sehr gut besucht – wie heute!“

Sparda-Sprecher Jan-Michel Kaufmann kommt zu einem anderen Ergebnis. Die Selbstbedienungsstelle ließe sich „aufgrund der zu geringen Nutzung nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, sagt er. Das habe die jüngste Überprüfung im Februar 2020 ergeben. Wegen der Kündigungsfristen folge die Schließung zum 10. März diesen Jahres. Erst 2014 wurde die Filiale noch mit einem zweiten Selbstbedienungsterminal ausgestattet. Kaufmann verweist auf die Möglichkeit, nach der Schließung Geld beim Einkaufen in teilnehmenden Supermärkten abzuheben.

Aber für Überweisungen und Kontoauszüge müssen die Kund:innen künftig weit fahren. Oder wie FR-Leser Hubert Gloss die Bank wechseln. Der 64-jährige Fotograf aus Eschersheim findet die Schließung „einen Schlag ins Gesicht der treuen Kunden“. Dass die Filiale mangels Nutzung geschlossen werden müsse, sei eine glatte Lüge. Viele Kunden, darunter etliche Rentner, nutzten diese Station, und die könnten kein Onlinebanking.

Er selbst sei seit zehn Jahren Kunde der Sparda. Jetzt müsse er für seine Kontoauszüge und Buchungen am Terminal von der Bertramswiese bis zum Südbahnhof fahren. Das widerspräche der Werbung der Sparda, die sich so bürgernah darstelle, meint Gloss. Doch viele dieser Bürger könnten oder wollten kein Online–Banking. Offenbar wolle man diese nicht mehr haben, so sein Fazit.

Auch für Ortsvorsteher Fridrich Hesse (CDU) ist die Schließung „ein Verlust“, besonders für ältere Menschen. Außerdem sei der Vorfall „schlecht für das Image“ der Bank, auch, weil der Ortsbeirat 9 nicht informiert wurde.

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