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Die Eckenheimer demonstrieren vor dem Sitz der Frankfurter Sparkasse in der Neuen Mainzer Landstraße gegen die Schließung der Filiale in ihrem Stadtteil. 

Innenstadt/Eckenheim

Protest gegen Schließung der Frankfurter Sparkasse in Eckenheim

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Eckenheimer übergeben mehr als 2000 Unterschriften am Hauptsitz der Sparkasse.

Im sechsten Stock am Hauptsitz der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße hängt am Donnerstag eine lange Schnur. An ihr befestigt: eine Vielzahl von Zetteln. Ein Dutzend Eckenheimer sind gekommen, um rund 2000 Unterschriften zu übergeben und erneut Kritik zu üben an der Entscheidung der Bank, die Filiale an der Eckenheimer Landstraße am 20. Dezember zu schließen. „Wir sprechen für etwa jeden sechsten Eckenheimer“, sagt Herbert Stelz, stellvertretender Vorsitzender der örtlichen SPD und einer der Initiatoren der Aktion. Er berichtet über die große Empörung im Stadtteil. Vor allem die Älteren wüssten nun nicht, wie sie an Geld kommen sollen.

Besonders das Schild im Fenster mit dem Wort „Umzug“ hatte die Bürger gestört, so Stelz. Das sei Schönfärberei. Denn der Weg zum nächsten Standort betrage nun einen Kilometer; für viele auch mehr. Man sehe zwar auch die Nöte der Sparkasse, aber könne nicht akzeptieren, dass sie sich auf Kosten der Kunden saniere. Denn die Bank habe schließlich auch einen Gemeinnützigkeitsauftrag zu erfüllen.

Sparkasse
Die Sparkasse betreibt in Frankfurt 76 Filialen und Beratungscenter, 20 SB-Stellen sowie 200 Geldautomaten.

In den letzten vier Jahren hat die Bank sechs Filialen geschlossen, eine in einen SB-Standort umgewandelt und zwei Filialen neu eröffnet.

Die Filiale in der Mörfelder Landstraße wird am 20. Dezember geschlossen. Bereits Ende November werden die Standorte an der Hanauer Landstraße 25 und in der Rhönstraße 101 zu einem neuen Standort in der Grusonstraße 3-5 zusammen. Diese neue Filiale öffnet am 2. Dezember. 

Der Vertriebsleiter der Region Nord, Dieter Wagner, lobt das Engagement der Anwesenden. Ihm sei bewusst, dass die Schließung Unannehmlichkeiten bedeute. Und die Schließung sei nicht leichtfertig passiert. Der Weg zur nächsten Filiale in Preungesheim sei gut angebunden mit dem Bus. Dort gebe es vier Automaten und alle Mitarbeiter aus Eckenheim würden dort übernommen.

Wagner identifiziere sich mit dem öffentlichen Auftrag und der Nähe zum Kunden. Aber auch der Sparkasse mache der Niedrigzins zu schaffen und sie stehe unter Kostendruck. Es sei gleichzeitig so, dass die Kundenfrequenz in der Filiale stark zurückgegangen sei, Beratung wenig in Anspruch genommen worden sei und der Geldautomat „unter der Nutzung liegt“.

Die Eckenheimer haben eine andere Wahrnehmung; ihrer Meinung nach kamen viele Kunden, um Geld abzuheben, oder zur Beratung. Generell sei es so, dass doch immer mehr Sparkassen-Filialen in Frankfurt schließen, merken die Anwesenden an. Gerade werden im Ostend zwei Filialen zusammengelegt, eine auf der Mörfelder wird geschlossen. Die Sparkasse habe in Frankfurt immer noch das dichteste Netz, entgegnet Wagner. Er will mit dem Vorstand das Anliegen besprechen. Und am Dienstag kommen sie in die Sitzung des Ortsbeirats 10.

Stelz ist zufrieden mit dem Termin. „Wir haben schon hohen Druck aufgebaut.“ Er erwartet nun, dass die Sparkasse wenigstens einen Automaten aufstelle. Das würde sonst einen großen Imageverlust bedeuten.

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