+
„Polizei außer Kontrolle“, finden die Demonstranten.

Rassismus

Protest in Frankfurt gegen Polizei-Gewalt

  • schließen

Am internationalen Tag gegen Polizeigewalt fordern Demonstranten an der Konstablerwache ein Ende von Racial-Profiling.

Sabrinas Zusammentreffen mit der Frankfurter Polizei endete in Handschellen und dem Knie eines Beamten in ihrem Rücken. Sabrina ist beim Förderverein Roma in Frankfurt beschäftigt, bei einem Jugendbildungsprojekt genauer gesagt. Sabrina ist Romni, wie ihre Schülerinnen. In einer Unterrichtspause hätten mehre ihrer Schülerinnen sich auf der Kaiserstraße aufgehalten, wo der Verein damals ansässig war. Vier Polizisten seien aufgetaucht, hätten Ausweise verlangt.

Als Sabrina protestierte, hätte man ihr nicht geglaubt, dass sie tatsächlich in einem Bildungsprojekt beschäftigt sei. Sie und die Kinder seien zum Klauen auf der Kaiserstraße, hätten die Beamten behauptet. Schließlich seien ihr die Hände verdreht und ein Knie in den Rücken gedrückt worden. „Das ist eines von tausend Beispielen“, sagt Sabrina.

Ihren Ausführungen lauschen am Freitagnachmittag etwa 200 Zuhörer. Sie sind an die Konstablerwache gekommen, um den „Internationalen Tag gegen Polizeigewalt“ zu begehen. Aufgerufen hat das Bündnis „15.März“. „Wir sind gekommen, um Nein zu sagen“, erklärt Pearl Hahn, Abgeordnete der Linken im Römer. „Nein zu Strukturen, die rassistisch sind.“

Der Platz für die Kundgebung ist bewusst gewählt. Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich das 1. Revier, das im Mittelpunkt des „Frankfurter Polizeiskandals“ steht, weil Beamte möglicherweise sensible Daten an Rechtsextreme weitergereicht habe. Aber auch weil die Konstablerwache einer jener Orte ist, an denen Beamte nach Ansicht des Bündnisses, immer wieder rassistische Kontrollen durchführen.

„Wir legen den Fokus auf rassistische Polizeigewalt und Racial Profiling“, erklärt Miguel, Sprecher von Copwatch FFM. An der Konstablerwache würde die Bewegungsfreiheit von Menschen mit Migrationshintergrund regelmäßig eingeschränkt. „Racial Profiling“, so Miguel, „ist eine der krassesten Gewaltformen, die täglich im öffentlichen Raum stattfinden.“

Die Demonstranten fordern: Ende rassistischer Kontrollen, Kennzeichnungspflicht für Polizisten, eine unabhängigen Kontroll- und Beschwerdestelle.

Sabrinas Zusammenprall mit der Polizei endete nicht vor einer Kontrollinstanz. Die Polizisten, sagt sie, ließen von ihr ab, als sich eine Kollegin einmischte. Eine Deutsche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare