Mainkai-FFF_020920
+
Angeführt von den „Fridays fot Future“ demonstrierten 225 Menschen gegen die Wiedereröffnung des Mainkais für den Autoverkehr. Foto: Christoph Boeckheler

Demonstration

Protest gegen Mainkai-Öffnung

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
    schließen
  • Brüggemann
    schließen

„Fridays for Future“ will autofreie Innenstadt in Frankfurt. Ein Anwohner am Mainkai äußerte sich frustriert: „Die CDU hat das Experiment eines autofreien Mainkais scheitern lassen.“

Die Demonstrierenden nähern sich der Alten Brücke und dem Mainkai. Die Polizei, die zuvor noch recht unauffällig den Verkehr für den Protestzug regelte, erhöht die Präsenz, behelmte Polizisten und Polizistinnen laufen seitlich entlang der Demonstranten, dann geht das Blaulicht an und die Demo, angeführt von „Fridays for Future“, stoppt vor der Alten Brücke am Dienstagmittag.

Kurz zuvor versammelten sich laut Polizei 225 überwiegend junge, aber auch ältere Menschen vor der Alten Oper. Sie sind heute hier, weil sie gegen die Wiedereröffnung des Mainkais demonstrieren. „Wir wohnen direkt am Mainkai. Seit der Sperrung ist die Lebensqualität einfach besser geworden. Die Leute picknicken dort und Kinder spielen“, sagt Alexander. Es sei einfach ärgerlich, dass die Römer-Koalition sich nicht zusammengerafft habe, ergänzt Frank, der mit Alexander am Mainkai wohnt. Beide wollen ihren vollständigen Namen in der FR nicht lesen.

„Die CDU hat das Experiment eines autofreien Mainkais scheitern lassen“, sagt Frank. Als der Protestzug startet, ist auch Beate Frank dabei. Für sie ist die Öffnung des Mainkais für den Autoverkehr eine „schlechte Idee“. Autos seien schließlich immobil, wie sie sagt. „Die stehen meistens nur rum oder im Stau. Die Leute sollten lieber den ÖPNV nutzen, das Rad oder einfach mal zu Fuß gehen. So könnten wir den Co2-Ausstoß in der Stadt verringern“, sagt sie.

Von der Alten Oper aus laufen die Demonstrierenden über die Taunusanlage Richtung Willy-Brandt-Platz und weiter über die Kurt-Schumacher-Straße zur Alten Brücke. Auf den Transparenten von „Fridays“ an der Spitze der Demo stehen „Natur für alle statt für Autos“ und „Verkehrswende jetzt“. Immer wieder ruft ein Großteil der 225 Demonstrierenden „Whose Mainkai? Our Mainkai!“ (Wessen Mainkai? Unser Mainkai!“).

Paul Brandes, ein Sprecher von „Fridays“, erklärt, dass der autofreie Mainkai nur ein erster Schritt hin zu einer autofreien Innenstadt gewesen sei. „Nach und nach könnten der ÖPNV kostenfrei und die Radwege ausgebaut werden, damit Mobilität für alle gewährleistet wird.“

Zurück an der Alten Brücke. Mittlerweile hat ein Teil der Demonstrierenden eine Parkbank auf die Kreuzung geschleppt, andere haben sich auf den Boden gesetzt. Die Polizistinnen und Polizisten bilden eine Kette vor der Alten Brücke, dahinter stehen mehrere Polizeiautos mit Blaulicht. Eine Anwohnerin aus Sachsenhausen diskutiert mit Jochen Wege von „Die Partei“ über den Mainkai. „Ich habe zwar kein Auto, aber ich bin dafür, das der Mainkai wieder öffnet“, sagt sie. Einen Grund dafür nennt sie jedoch nicht.

Es bleibt friedlich an der Alten Brücke, der Demozug rollt wieder an. Nun geht es entlang des Mainkais, Bewohnerinnen klatschen vom Balkon aus, andere Leute schauen vom Straßenrand nur teilnahmslos und irritiert in Richtung der Demonstrierenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare