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Protest gegen Bolsonaro in Frankfurt

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Von: Florian Leclerc

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Aktivistinnen und Aktivisten am Römer fordern das Ende von Jair Bolsonaros Amtszeit. Rolf Oeser
Aktivistinnen und Aktivisten am Römer fordern das Ende von Jair Bolsonaros Amtszeit. Rolf Oeser © Rolf Oeser

Weltweit haben Aktivistinnen und Aktivisten gegen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro protestiert - auch in Frankfurt.

Begleitend zu den Protesten in Brasilien haben auf dem Frankfurter Römerberg am Samstag ein knappes Dutzend Anhänger der Gruppe „Bolsonaro raus“ gegen den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro protestiert. Sie forderten ein Amtsenthebungsverfahren und mehr Hilfen für die Betroffenen von Corona. Bolsonaro ist als Präsident von 2019 bis 2023 gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich.

In Brasilien demonstrierten am Wochenende Tausende Menschen in mehr als ein Dutzend Städten gegen Bolsonaros Politik. Der Protest wird weltweit koordiniert. In diesem Sommer sind nach Angaben der Veranstalter Kundgebungen in 471 Städten und 17 Ländern geplant.

In Frankfurt warf die Gruppe „Bolsonaro raus“ dem brasilianischen Präsidenten vor, einen „Genozid“ an der indigenen Bevölkerung zu begehen. Er unterstütze Großgrundbesitzende und Goldsuchende gegen die indigene Bevölkerung.

Mehr als halbe Million Tote

Von der Pandemie sei Brasilien mit knapp 550 000 Todesopfern und mehr als 19 Millionen Infizierten besonders hart getroffen, während Bolsonaro wiederholt die Kontaktbeschränkungen und das Impfen kritisiert habe.

Die Zerstörung des Regenwaldes durch Abholzen und Verbrennen sei in der Regierungszeit Bolsonaros rasant gestiegen, so die Veranstalter. Bolsonaro bediene sich frauenfeindlicher und LGBTQIA*-feindlicher Äußerungen, um Stimmung gegen Frauen und Minderheiten zu machen. Die Militärdiktatur in Brasilien von den 1960er bis in die 1980er Jahren werde von Bolsonaro, einem früheren Militär, verklärt. Im brasilianischen Parlament seien in den vergangenen zweieinhalb Jahren schon 125 Anfragen für ein Impeachment-Verfahren eingegangen. Umringt von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern auf dem Römerberg spielten die Aktivistinnen und Aktivisten Salsa-Musik, schlugen mit Kochlöffeln auf Töpfe und legten Kreuze und Grabkerzen neben ein Silhouette von Brasilien. „Wir solidarisieren uns mit dem Menschen in Brasilien. Auch Bolsonaro weiß, dass wir weltweit gegen ihn protestieren“, sagte eine Aktivistin. Ein Aktivist kritisierte die Freikirche „Universal do Reino de Deus (IURD)“, die in Deutschland unter dem Namen „Hilfszentrum UKRG e.V.“, agiert, da sie erzkonservative Positionen unter anderem gegen Alkoholkonsum und Homosexualität vertrete und ihren Mitgliedern Spendenzahlungen abnötige. In Frankfurt hat das Hilfszentrum UKRG seinen Sitz in der Adalbertstraße in Bockenheim.

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