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Auf dem Willy-Brandt-Platz züngeln gemalte Flammen. Christoph Boeckheler
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Auf dem Willy-Brandt-Platz züngeln gemalte Flammen. Christoph Boeckheler

Frankfurt

Protest gegen Banken: „Unsere Welt brennt“

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Spektakuläre Aktion des „Koala-Kollektivs“ gegen die Finanzierung fossiler Brennstoffe vor dem Euro-Zeichen im Frankfurter Bankenviertel.

Der riesige Schriftzug, der am Freitagnachmittag auf den Steinplatten und unter dem Euro-Zeichen am Willy-Brandt-Platz prangt, ist eine Botschaft an die Banken, die in den benachbarten Türmen residieren. Auf einer Fläche von mehr als 300 Quadratmetern ist auf dem Boden in schwarzer Kreidefarbe schon die Forderung „Stop funding fossil fuels!“ zu erkennen, obwohl noch zahlreiche Hände daran malen.

Damit wollen Aktivistinnen und Aktivisten des „Koala-Kollektivs“ sowie des Vereins „Urgewald“ gegen die Finanzierung von fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Öl und Gas durch Banken protestieren. Um die Buchstaben herum lodern Flammen in Gelb, Rot und Orange. Rund 20 Helferinnen und Helfer tragen die Farben gleichzeitig mit Malerrollen und Sprühdosen auf. Aus einem Lautsprecher tönt Musik. Neben Engagierten von „Greenpeace“ und „People for Future“ hätten auch Passantinnen und Passanten spontan zur Farbe gegriffen und mitgeholfen, berichtet Kerstin Kreß, Sprecherin des „Koala-Kollektivs“, das sich für Klimaschutz einsetzt.

Das Gemälde ist Teil eines internationalen Aktionstages gegen die Finanzierung fossiler Energien. „Heute ist auch Weltspartag, an dem Privatbanken Werbung machen, während sie mit dem Geld der Anlegerinnen und Anleger unsere Lebensgrundlage zerstören“, sagt Kreß. Und weiter: „Die Flammen hinter dem Schriftzug sollen repräsentieren, dass unsere Welt brennt.“ Weltweit litten Menschen etwa unter Waldbränden und Flutkatastrophen. „Um die Klimakatastrophe abzuwenden, dürfen Banken expandierende fossile Konzerne nicht mehr unterstützen“, sagt Kathrin Petz vom Verein „Urgewald“, der sich seit 1992 für Umweltschutz und Menschenrechte engagiert. Sie fügt hinzu: „Wir erwarten, dass die deutschen Banken nun schnell effektive Ausschlussrichtlinien für Kohle, Öl und Gas einsetzen.“

Über dem brennenden Schriftzug haben die Aktivistinnen und Aktivisten die Logos von Sparkasse, Commerz- und Deutscher Bank sowie die Buchstaben „ECB“, für European Central Bank in schwarz-violett-gelbe Rauchwolken gehüllt, die aus den Buchstaben des Schriftzuges wie aus Kraftwerksschloten emporsteigen, berichtet Kerstin Kreß. Die EZB, die die Privatbanken reguliere, habe Klimaschutzmaßnahmen angekündigt, diese jedoch nicht umgesetzt. Kreß fordert dagegen Taten: „Schluss mit Lippenbekenntnissen und Greenwashing.“

Dieter Müller-Nöhring, der von der Aktion im Internet erfahren hat und gerade am schwarzen „e“ von „fuel“ malert, hat selbst im Bankensektor gearbeitet, berichtet der 64-Jährige. Nun wolle er „Investitionen in Kohle und fossile Industrien stoppen“. Der Steinbacher sagt: „Wenn ich sehe, wie tief die Banken mit drin- stecken und wie naiv wir in den 90er Jahren gewesen sind, was das Wachstum angeht, sehe ich wirklich schwarz, falls das so weitergeht.“ Sprecherin Kreß hofft, dass das Gemälde trotz der nur temporär haftenden Kreidefarbe noch länger zu sehen sein wird, obwohl für den kommenden Tag Regen angesagt ist.

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