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Picknick und Mahnwache im „Teufelsbruch-Wald“gegen den Autobahnausbau. Foto: Renate Hoyer
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Picknick und Mahnwache im „Teufelsbruch-Wald“gegen den Autobahnausbau.

Frankfurt

Protest gegen Autobahnausbau im Riederwald: „Bäume fällen geht gar nicht“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Bürger:innen wehren sich mit Picknick-Mahnwache und Baumumarmung gegen den Ausbau der A66/A661 im Riederwald. Und sie besuchen junge Baumbesetzer:innen im Teufelsbruch.

Frankfurt - Baumbesetzer:innen treffen auf die Demonstrant:innen der Picknick-Mahnwache, die vorher noch den größten Baum im Teufelsbruch, eine Pappel, umarmt haben. Zwei Generationen, unterschiedliche Formen des Kampfes, aber ein gemeinsames Ziel: „Wer eine neue Autobahn in Frankfurt bauen will, der muss mit Widerstand rechnen. Bäume fällen für eine Autobahn geht gar nicht“, sagt ein junger Baumbesetzer am Samstagnachmittag.

Seit einer Woche schon komme der Schüler, der sagt, er sei zwischen 13 und 15 Jahre alt, immer wieder her. Er ist vermummt, sitzt in dem Moment unter dem Baum und spricht über Walkie-Talkie mit seinem Baumbesetzerkollegen oben im Baum. Sie seien eine autonome Gruppe. „Riederwaldtunnel stoppen“ heißt ihr Instagram-Account. Auch „Fridays for Future“-Aktivist:innen waren am Freitag, am Tag des globalen Klimastreiks, hier. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Menschen uns anschließen, wir wollen der neue Dannenröder Forst werden“, sagt der junge Baumbesetzer.

Frankfurt Riederwald: 100 Bäume müssen Autobahnausbau weichen

Denn für den Riederwald wurden für den geplanten Autobahnausbau der A66/A661 schon etwa 100 Bäume gefällt. Nun kommt die Waldfläche im Teufelsbruch und Erlenbruch hinzu. Die Fällungen sind entlang einer Fläche vom heutigen Ende der A66 beim Hessencenter bis zur Borsigallee. Auch im Fechenheimer Wald dürfen ab dem 1. Oktober Bäume gefällt werden.

Die A66 soll bis 2029 auf 2,2 Kilometern ausgebaut werden und an die A661 anschließen. Die Frankfurter Koalition stimmt dem Ausbau der A661 mit Einhausung, der A661 mit Riederwaldtunnel und der A5 auf acht Spuren zu. Das aber wollen nicht nur die jungen Baumbesetzer:innen nicht hinnehmen. Wann genau die Bäume gefällt werden, sei nicht klar. „Sie haben natürlich Angst vor Protest“, sagt Friedhelm Ardelt-Theeck vom Bündnis „Unmenschliche Autobahn“. Seit vielen Jahren kämpft er schon gegen den Autobahnausbau und ist auch an diesem Tag einer der Redner beim Protest der Bürgerinitiative Riederwald und von Vertreterinnen und Vertretern des Bündnisses Verkehrswende Frankfurt. Bevor die Teilnehmer:innen die Baumbesetzer:innen auf ihrem Rundgang besuchen, sitzen sie auf Picknickdecken zusammen.

Frankfurt-Riederwald: „Luft wird noch schlechter“

Rainer Frey von der Bürgerinitiative Riederwald sagt: „Wir sind hier, um zu zeigen, wie schön ruhig es hier ist. An das Versprechen der Politik, dass der Lärm mit Lärmschutzwänden gelöst wird, glauben wir nicht. Auch nicht daran, dass es weniger Verkehr geben wird. Vielen Anwohnern ist gar nicht bewusst, dass ein Teil des Naherholungsgebiets ihnen hier fehlen wird.“ Frey ärgert auch die Ungleichbehandlung der Stadtpolitik. „So viele Bäume dürfen hier gefällt werden. Aber im Nordend oder Westend gibt es gleich Streit, wenn drei Bäume wegen eines U-Bahn-Ausgangs gefällt werden sollen.“ Was ist sein Vorschlag für den notorischen Stau im Riederwald? Er nennt unter anderem die Senkung der RMV-Tarife nach Hanau sowie Park-and-ride-Häuser für Pendler:innen in Maintal und Hanau.

Eine Riederwälderin sagt: „Ich halte die Aktion für sinnvoll. Was hier geplant ist, geht nicht. Die Luft wird noch schlechter, es wird mit weniger Bäumen noch heißer. Alles, was man nicht will in Zeiten des Klimawandels.“ Aber glauben sie, dass sie den Autobahnausbau noch stoppen können? Friedhelm Ardelt- Theeck sagt: „Wir haben keine Chance, nutzten wir sie.“ 70 000 Euro habe das Aktionsbündnis „Unmenschliche Autobahn“ bereits für einen Klagefonds durch Spenden eingesammelt.

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