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Mit Plakaten und selbstgemalten Bannern fordert eine BI den Erhalt des Bunkers.

Nordend

Protest gegen Abriss des Glauburgbunkers im Nordend

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Bürgerinitiative demonstriert am Freitag gegen Lärm und Dreck. Die Bauaufsicht möchte, dass der Bauherr sein Konzept überarbeitet, wie die Menschen im Quartier geschützt werden sollen.

Rings um den Glauburgbunker wird es am kommenden Freitag laut. Nicht etwa, weil die von Anwohnern befürchteten Arbeiten beginnen. Sondern, weil die Bürgerinitiative (BI) Glauburgbunker zu einer Demonstration einlädt, um gegen den geplanten Abbruch des Weltkriegsrelikts zu protestieren.

Der Eigentümer, die Delom Wohnbau GmbH, möchte den Bunker abreißen und dort ein Gebäude mit 35 Wohnungen errichten. Im Erdgeschoss soll es Platz für soziale und kulturelle Nutzung geben. Der Magistrat begrüßt das Vorhaben. Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadtverordneten hat einer Vorlage der Verwaltung vor kurzem aber nicht zugestimmt – sondern vertagt, um noch offene Fragen zu klären (die FR berichtete).

Die BI lehnt den Abbruch ab, da sie extreme Belastungen für die Anwohner sowie die Schwarzburgschule und die dortige Kita befürchtet. Stattdessen fordert sie eine Umnutzung des alten Luftschutzbunkers als Stadtteilzentrum. „Wir sind nicht die Latte Macchiato-Fraktion, die keinen Bock auf Baulärm hat“, sagt Andrea Teuscher. Es sei aber derzeit „völlig unklar“, wie der Unterricht während der Abbruchphase, bei der auch gesprengt werden soll, stattfinden kann. Deshalb wolle die BI mit ihrer Protestaktion vor allem auf die Belange der Grundschule hinweisen.

Die Teilnehmer sollen am Freitag mehrere Runden um den Block drehen, auf dem der Bunker steht. Dabei sollen sie Trommeln und Pfeifen „und alles mitbringen, was Krach macht“, sagt Teuscher. Geplant sei auch, Aufnahmen von Baulärm abzuspielen. „Damit die Leute sehen, was auf sie zukommen kann.“ Die BI ist optimistisch, dass der Bunker bleibt. Schließlich könne der Betonkoloss, anders als der Investor behaupte, umgebaut werden, sagt Teuscher – was weniger Lärm und Dreck fürs Quartier bedeute. Rund 20 Wohnungen könnten dann entstehen. Mehr als 3200 Frankfurter haben eine entsprechende Petition der Initiative unterschrieben. Die Liste will die BI am Freitag um 17.30 Uhr an Oberbürgermeister Peter Feldmann übergeben, den sie auf den Platz eingeladen hat.

Die Bauaufsicht ist vom Konzept des Investors, wie die Menschen im Quartier vor den Abriss geschützt werden sollen, noch nicht überzeugt, sagt der stellvertretende Amtsleiter Markus Radermacher. Derzeit werde überlegt, wie die Belastung weiter reduziert werden kann. Denkbar sei etwa, die Lärmquellen direkt abzuschirmen oder leisere Maschinen einzusetzen. Eine Option sei auch, lärmintensive Arbeiten in die schulfreie Zeit zu verlagern, so Radermacher. Dadurch werde sich jedoch die Bauzeit verlängern. Sobald es ein neues Konzept gebe, werde dieses der BI vorgestellt: „Wir spielen nicht mit verdeckten Karten.“

Mit dem Bunker beschäftigt sich auch der Ortsbeirat 3 in seiner Sitzung am Donnerstag. Die Grünen fragen in einem Antrag nach Details zur geplanten Wohnbebauung – etwa wie lange die Bindungsfrist für den geförderten Wohnungsbau ist. In einer weiteren Vorlage fordern die Grünen, dass ein ausreichender Abstand zwischen Neubau und Glauburgplatz geplant wird.

Protestiertwird am Freitag, 20. September, 17 Uhr, auf dem Glauburgplatz. Der Ortsbeirat 3 trifft sich einen Tag vorher um 19.30 Uhr im Haus der Volksarbeit, Eschenheimer Anlage 21.

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