Black Lives Matter

Protest in Frankfurt: „Rassismus tötet"

Hunderte demonstrieren an der Hauptwache gegen rassistische Polizeigewalt in den USA. Zugleich machen sie darauf aufmerksam, dass es das Problem auch in Deutschland gibt.

Eine Reihe junger Menschen steht an der Hauptwache und hält Fotos von schwarzen Menschen hoch. „Christy Schwundeck“, steht unter einem der Bilder. „Von der Polizei erschossen, Frankfurt 2011“. Der Platz ist prall gefüllt, bis weit in die Zeil stehen Hunderte Teilnehmer der Kundgebung gegen rassistische Polizeigewalt am Mittwochabend. Der Protest verläuft friedlich, die Teilnehmer halten sich auch an die Abstands- und Hygieneregeln.

Zu der Demonstration hatte die Frankfurter Ortsgruppe der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) aufgerufen. Unter dem Motto „Black Lives Matter“ bekunden die laut Polizei rund 600 Demonstranten ihre Solidarität mit der Protestbewegung in den USA, deren Auslöser der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt war. Die Proteste haben sich auf europäische Städte ausgeweitet. Seit Jahrzehnten erinnern immer neue Meldungen von Todesfällen von Schwarzen durch Polizeibeamte in den USA daran, dass ein strukturelles Problem besteht – Rassismus gehört aber auch in Europa zum Alltag.

Rassismus hat schon zu vielen schwarzen Menschen, auch in Deutschland, das Leben gekostet. Es reicht!“, ruft eine Rednerin. Die in Medien erwähnten rassistischen Morde seien nur die Spitze des Eisbergs, ergänzt Eliwon Asgedom. Er hat mit Freunden eine weitere Demonstration für Freitag organisiert, „um an einer Veränderung mitzuwirken, die schon seit Jahrhunderten fällig ist“. Auf einigen Schildern steht eindringlich die Nachricht des Protestes: „Rassismus tötet!“ Jemand hält einen Banner hoch: „Am I next?“

Vorne trägt ein Mann ein Gedicht über die Erfahrungen eines eritreischen Flüchtlings in Deutschland vor. In der Übersetzung endet es mit den Worten: „Die Welt verschließt die Augen und hält den Mund.“ Diesmal soll das nicht passieren.

In den 60er Jahren trieben US-Regierungen ihr Land in einen Strudel der Gewalt. Sie nutzten Proteste der Afroamerikaner gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA, um gegen sie vorzugehen. Ein erschreckter Rückblick auf eine für die ganze Welt damals verhängnisvolle Entwicklung.

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