+
Wöhlerschüler und -schülerinnen streichen ihren Flur und bemalen ihn dann mit Bildern aus Tansania, Heimat ihrer Partnerschule.

Wöhlerschule

Projektewoche: Wöhlerschule in Frankfurt feiert 150. Geburtstag

  • schließen

Bei der Projektwoche an der Frankfurter Wöhlerschule werden unter anderem Flure und Toiletten verschönert - dabei spielt Klimaaktivistin Greta Thunberg eine wichtige Rolle.

Ihren 100. Geburtstag beging die Wöhlerschule nicht. Damals, 1970, fand der Schulleiter, man sei nicht in festlicher Stimmung. Denn einige Monate zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler Trakte der Wöhlerschule am Dornbusch besetzt. Sie kämpften für eine Reform der Oberstufe. Das gelang, aber die Jubiläumsfeier fiel aus. Nun, 50 Jahre später, wird dagegen ordentlich gefeiert. Schließlich gibt es die Wöhlerschule nun seit 150 Jahren.

Der Festakt dazu findet erst im April statt, aber für diese Woche wurde zum Jubiläum eine groß angelegte Projektwoche organisiert. Rund 60 Projekte stehen für die Schüler zur Auswahl. Und zum Teil beschäftigen sie sich auch mit der Schulgeschichte. Zum Beispiel mit dem Archiv im Keller. Dokumente aus Jahrzehnten lagern dort „ungeordnet in Kisten und alles ist daher nicht so gut verfügbar“, sagt Lehrer Martin Wüst. Ein Konzept fürs Archivieren wird nun erstellt. Zunächst haben die Schüler am Dienstag aber erst einmal alle Kisten aus dem Raum geschafft – damit der dann auch gleich gestrichen werden kann.

Hilfe für Schule in Tansania

Gestrichen wird so einiges in dieser Woche. In einem Flur im Erdgeschoss hantieren Schülerinnen und Schüler mit gelber Farbe: der Flur bekommt einen neuen Anstrich. Das ist aber nur der Anfang. „Wir wollen unsere tansanische Partnerschule dann dort verewigen“, sagt der 17-jährige Marcel. Seit 2007 unterhält die Wöhlerschule eine Partnerschaft mit der Kilobeni-Schule. Geld sammeln sie immer wieder dafür, haben damit etwa eine Photovoltaikanlage für die Schule gekauft. An die Wand malen sie nun den Umriss Tansanias. „Und Schüler von dort im Comicstyle“, sagt Marcel.

Auch die Toiletten bekommen einen neuen Anstrich. „An dem Projekt wollten die meisten teilnehmen“, sagt die 17-jährige Mara. 270 meldeten sich für 40 Plätze an. „An den Zahlen sieht man, wie wichtig das Projekt ist“, sagt Mara. Der Zustand der Klos sei zwar seit Sommer besser geworden. Aber jetzt sollen die Klos auch hübscher werden. „Damit nicht mehr beleidigende Sprüche an die Wand geschrieben werden“, sagt Mara. Auf den Mädchenklos wollen die Jüngeren Einhörner malen, die Älteren „Girl power mit Blumen“, sagt Mara. Die Jungs möchten das Konterfei von Klimaaktivistin Greta Thunberg an die Wand zeichnen und „How dare you“ daneben schreiben. „Sie inspiriert uns“, sagt ein Schüler.

Aber es wird nicht nur renoviert an der Wöhlerschule. Es geht um Fußball, Musik, Architektur in den Workshops, um Klimaschutz, Antidiskriminierung und Umgang mit Geld. Lehrer, Schüler und Eltern bieten Projekte an. Und auch Vereine. Wie das Umwelt-Exploratorium. Dort geht es um pflanzliche Ernährung, um energiearmes Kochen. An diesem Tag werden Linsen und Milchreis in der Kochkiste zubereitet – einem isolierten Behälter, in dem Lebensmittel ohne Energiezufuhr fertig gegart werden können. Jeden Tag wird ein Mittagessen gekocht. Die 16-jährige Salome will „mehr darüber erfahren, welche Alternativen es zum Fleisch gibt“. Das sei schließlich wegen der Umwelt ein großes Thema. „Und ich kann dann Rezepte mit nach Hause nehmen – dort wollen wir auch mehr vegetarisch kochen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare