Gesundheit

Frankfurt: Projekt soll Suizide verhindern

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In seiner Halbzeitbilanz wird eine Notfall-Hotline und eine Kurzzeittherapie vorgestellt. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesgesundheitsministerium.

Etwa 10 000 Menschen nehmen sich jährlich in Deutschland das Leben. Ein Projekt, das vor eineinhalb Jahren gestartet wurde, soll die Zahl der Suizide in Frankfurt um 30 Prozent verringern. Am Donnerstag hat „Frappe“, so der Name des Projekts, seine Halbzeitbilanz vorgelegt und auf neue Angebote aufmerksam gemacht.

Mit der Telefonnummer 630 131 13 kann jetzt rund um die Uhr eine Notfallhotline erreicht werden. Außerdem haben die beteiligten psychiatrischen Kliniken eine offene Sprechstunde für Menschen in suizidalen Krisen eingerichtet. Es wurden Informationsangebote für Patienten und Angehörige aufgebaut. Weitere Details können über die neu gestaltete Website von Frappe abgerufen werden. An dem Projekt beteiligt sind die psychiatrischen Abteilungen des Universitätsklinik, des städtischen Krankenhauses in Höchst, des Markuskrankenhauses und der Klinik Hohe Mark.

Einer der größten Risikofaktoren für einen Suizidversuch ist ein bereits erfolgter Versuch, heißt es in der Halbzeitbilanz. Nur ein Viertel der Patienten, die einen solchen Versuch unternommen haben, findet den Weg in eine psychiatrische Klinik. Deshalb werden jetzt die Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Krankenhäusern dahingehend geschult, dass allen Betroffenen die stationäre Aufnahme in einer Fachklinik angeboten werden soll.

Ärzte und Therapeuten sollen außerdem prüfen, ob ein Patient für das Schweizer Kurztherapieprogramm „Assip“ geeignet ist. In nur drei bis vier Sitzungen versuchen Patient und Therapeut Vertrauen aufzubauen. Nachdem der Patient erzählt hat, wie es zu dem Suizidversuch kam, werden die Umstände gemeinsam reflektiert und eine Grundlage erarbeitet, um individuelle Warnsignale und mögliche Bewältigungsstrategien zu definieren. Nach Abschluss der Sitzungen erhält der Patient über zwei Jahre Briefe von seinem Therapeuten, die ihn an Risikofaktoren und Hilfsmöglichkeiten erinnern.

Das „Frankfurter Projekt zur Prävention von Suiziden“ wird über eine Laufzeit von drei Jahren vom Bundesgesundheitsministerium mit über 700 000 Euro unterstützt.

www.frappe-frankfurt.de

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