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Schüler programmieren Roboter über ein Tablet.

Frankfurt

Programmieren für Kinder und Jugendliche in Frankfurt

Kinder und Jugendliche sollen in der Stadtbücherei Frankfurt spielerisch ans Programmieren herangeführt werden.

Die Stadtbücherei möchte Kindern und Jugendlichen von 8 bis 13 Jahren das Programmieren näherbringen. Dazu beginnt nächste Woche das Robotics-Programm. Spielerisch und unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern sollten Jugendliche das Programmieren erlernen können, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), die selbst Wirtschaftsinformatik studiert hat.

Bausteine zusammenfügen

In den Stadtbüchereien stehen vier verschiedene Typen Roboter zur Verfügung. Insgesamt wurden 26 Roboter gekauft, die jederzeit nutzbar sind. „Uns ist es wichtig, möglichst unterschiedliche Roboter im Programm zu haben“, sagte Weber auf einer Pressekonferenz.

Schüler der Klasse 5a der Helmholtzschule testeten die Roboter gestern bereits nach der Pressekonferenz; die meisten von ihnen haben noch nie programmiert. Dem elfjährigen Eldijon macht es Spaß, auf einem Tabletcomputer einzelne Programmier-Bausteine aneinanderzureihen und zu sehen, wie der Roboter die Strecke abfährt. Außerdem finden es die Schüler gut, dass sie in Gruppen arbeiten können.

Die Hobbyinformatiker können die Roboter entweder am Tabletcomputer programmieren; dort gibt es in einem Programm vier Schwierigkeitsstufen, je nachdem, wie erfahren die Jugendlichen sind. Oder Kinder, die noch nicht lesen können, verrichten die Arbeit mit Hilfe von Piktogrammen. Eldijon arbeitet bereits mit einzelnen Bausteinen, die Befehle beinhalten. Der Roboter fährt so, wie der Junge die Bausteine miteinander verbindet. Sehr erfahrene Jugendliche können gar mit Befehlen der Programmiersprache JavaScript arbeiten.

Die ganz jungen Programmierer können die Roboter steuern, indem sie mit Stiften Farbkombinationen auf Papier aufmalen. Der Roboter erkennt die Kombinationen und bewegt sich entsprechend. Je nach Roboter gibt es also verschiedene Möglichkeiten der Steuerung.

Die Dezernentin und die Stadtbücherei möchten den Schülern, die in einer Welt voller Technologie aufwachsen, die Logik hinter Robotern zu verstehen geben. „Das Ziel ist, eine realistische Einschätzung zu bekommen, was Roboter können und was nicht“, sagte Weber. Die Stadtbücherei kaufte die speziell für für den Unterricht entwickelten Roboter; dafür stand ihr ein Budget von 28 000 Euro zur Verfügung. Das setzte sich aus 8000 Euro Fördermitteln der Stabsstelle Digitalisierung und 20 000 Euro Preisgeld der Stiftung Deutsche Telekom zur Auszeichnung als „Bibliothek des Jahres 2018“ zusammen. Da das Budget nicht vollständig aufgebraucht wurde, besteht die Möglichkeit, weitere Roboter zu erwerben.

Trozdem werden nicht alle Stadtteilbibliotheken mit den Robotern und den Tabletcomputern ausgestattet. Zu teuer, sagt Irene Säckel von der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle. Daher werden die Roboter durch die Stadtteilbibliotheken wandern. Am Donnerstag, 12. März, und am Donnerstag, 2. April, kommen sie von 16 Uhr bis 18 Uhr in die Zentrale Kinder- und Jugendbibliothek nach Bornheim. Dort können Familien mit Kindern ab fünf Jahren die Lernroboter testen.

Am Montag, 16. März, machen die Roboter von 16 Uhr bis 18 Uhr in der Stadtteilbibliothek Nieder-Eschbach halt. Um möglichst viele Kinder zu erreichen, können Schulen die Roboter für den Unterricht leihen.

Außerdem bietet die Stadtbücherei Programmierkurse an, für die sich 8- bis 13-Jährige anmelden müssen. Dezernentin Weber bewertet das Angebot sehr positiv: „Der Erfolg ist programmiert.“

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