Flughafen

Probebetrieb für mehr Flüge in Frankfurt

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ein Test soll Aufschluss darüber bringen, wie die Bahnen bei mehr Flugbetrieb sicher genutzt werden können. Die Pläne stoßen auf Kritik.

Wie lässt sich eine erhöhte Zahl an Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen abwickeln? Eine Antwort soll ein rund 20-tägiger Probebetrieb liefern, den die Deutsche Flugsicherung (DFS) für Februar/März plant. Bei der Sitzung der Fluglärmkommission am Mittwoch hat sie den Test angekündigt. Und stößt bei dem Gremium wie den Ausbaugegnern mit dem Vorhaben namens „optimierte Nutzung des Start- und Landebahnsystems bei Westbetrieb“ auf Kritik.

Die Frankfurter Bürgerinitiativen (FBI) lehnen den Probebetrieb ab, weil sie davon ausgehen, dass die Belastung durch Fluglärm und Ultrafeinstaub noch steigt. Die Kommission, weil grundsätzlich kein Interesse an einer Kapazitätserweiterung des Airports besteht. Sollte der Probebetrieb trotzdem stattfinden, so seien sämtliche Erkenntnisse zu den möglichen Lärmwirkungen unverzüglich vorzulegen, forderte Vizevorsitzender Jan Fischer, Bürgermeister von Nauheim im Kreis Groß-Gerau, nach der Sitzung.

Nachtflüge
Die Nächteim Rhein-Main sind nicht mehr ganz so laut, wie in den Jahren 2018/2019, als speziell in der Sommersaison sehr oft bis Mitternacht geflogen wurde. Der Trend zu weniger Flügen nach 23 Uhr setzt sich fort.

Im Novemberkam in der Zeit zwischen 23 und Mitternacht 14 verspäteten Landungen und keine Starts, teilte das hessische Verkehrministerium der FR mit. Im November 2018 waren es 19 Landungen und Null Starts, das Jahr davor 45 Landungen und sechs Starts. Im Oktober wurden 36 Landungen registriert und drei Starts.

Das sechsstündigeNachtflugverbot beginnt um 23 Uhr. Gleichwohl ist eine begrenzte Zahl von Landungen bis Mitternacht gestattet. Starts bedürfen einer Einzelgenehmigung. 

Die DFS hatte als Ziel angegeben, die Sicherheitsempfehlung der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung auch künftig umzusetzen und das sogenannte Tabuzonenverfahren bei Anflügen bei Westbetrieb weiter zu optimieren. Bei dem Test sollen den Angaben zufolge Starts und Landungen jeweils im Wechsel von beziehungsweise zur Centerbahn/Südbahn vorgenommen werden. Nach dem bisherige Betriebskonzept dient die Centerbahn grundsätzlich nur für Starts und die Südbahn nur für Landungen. In den 20 Tagen sollen die Abflüge vom Parallelbahnsystem entsprechend den Annahmen im Planfeststellungsbeschluss nahezu vollständig über die Südumfliegung geführt werden, teilte die Kommission mit; Nordwestabflüge nur noch im Falle außergewöhnlicher Umstände. Ein etwaiger Probebetrieb werde im Auftrag der hessischen Fluglärmschutzbeauftragten von Lärmmessungen des Umwelt- und Nachbarschaftshauses sowie der Fraport begleitet.

Zur Kenntnis nahm die Kommission am Mittwoch zudem die Vorschläge der DFS, den Luftraum in bestimmten Bereichen im entfernteren Umfeld des Flughafens abzusenken. Für den Lärmschutz sei nicht eindeutig eine Verschlechterung zu erwarten, befand das Gremium.

www.flk-frankfurt.de

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