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Julia Hameister in ihrer Wohnung mit einigen ihrer Produkte.

Preungesheim

Tuppern geht immer

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Partymanagerin Julia Hameister hat Corona ziemlich gut überstanden. Sie verkauft ihre Produkte nun vor allem online - und will das beibehalten.

Wenn Julia Hameister gefragt wird, wie sie die Corona-Krise bisher gemeistert hat, antwortet sie schnell und voller Überzeugung: „Es war anders, aber nicht schlechter, definitiv nicht.“ Eine Antwort, die man in diesen Zeiten nicht unbedingt überall hört.

Hameister ist – nebenberuflich – Party-Managerin für Tupperware. Tupperpartys? Mehrere Personen – meist Frauen – in einem Wohnzimmer, denen – gerne bei einem oder mehreren Gläsern Sekt – die neuesten Aufbewahrungsprodukte vorgestellt werden? Das konnte doch monatelang gar nicht möglich sein. War es auch nicht. Und dennoch hat Julia Hameister ihre Wege gefunden, der Krise zu trotzen.

Dabei war Corona auch für Hameister am Anfang ein Schock. An die Partys, die sie seit 2011 anbietet, war nicht mehr zu denken. „Das war hart für mich.“ Denn Hameister macht diesen Nebenjob aus Leidenschaft. „Ich liebe die Produkte. Ich koche gerne, da sind die Boxen einfach perfekt zur Aufbewahrung.“ Einerseits.

Andererseits war für die 41-Jährige immer auch das Drumherum solcher Partys wichtig. „Mir hat sehr schnell der Kontakt zu den Leuten gefehlt, und damit auch eine Möglichkeit, Freundschaften zu knüpfen.“

Und natürlich hat durch die Kontaktbeschränkungen auch eine Einnamequelle gefehlt. Doch davon hat sich Julia Hameister, die in Preungesheim wohnt und im Brotberuf im Bereich Online-Marketing und Nachhaltigkeit arbeitet, nicht abschrecken lassen. Ganz im Gegenteil: Sie hat einfach andere Wege genutzt.

Im Mittelpunkt dabei: das Internet. So hat die Party-Managerin viele Produkte über ihren Onlineshop verkauft. „Das war wesentlich mehr als vor Corona“, hat sie festgestellt. Und dafür auch drei Erklärungen. Zum einen sind natürlich die Partys weggefallen, auf denen ihre Kundinnen sonst die Boxen und Schüsseln erwerben konnten. Zum anderen „hatten meine Kundinnen mehr Zeit zu Hause, haben mehr gekocht und mussten mehr aufbewahren“. Die bewusst lancierten Hinweise auf den Shop wurden daher gerne angenommen. Und zu guter Letzt hat Hameister auch eine gewisse bewusste Unterstützung ihrer Stammklientel erfahren, nach dem Motto: „Jetzt erst recht.“

So blieb sie mit vielen Kundinnen in Kontakt, woraus sich dann auch eine zweite Einnahmequelle ergeben hat. Hameister hat sogenannte Whatsapp-Partys organisiert. Dazu besorgt sie sich von ihrer Bezirkshandlung neue Produkte. Eine Kundin erstellt dann eine entsprechende Gruppe, in der Hameister per Video, Texte oder unterstützt durch Rezepte die Produkte vorstellt. Die Mitglieder der Gruppe können sich das anschauen, Fragen stellen, bestellen. Die Lieferung hat Julia Hameister teilweise persönlich übernommen, die Ware vor der Tür abgestellt, kurz ein paar Worte mit der Kundin gewechselt.

Ihr bisheriges Corona-Fazit: „Ich habe mehr getuppert als sonst.“ Trotzdem hofft sie, bald wieder richtigen Kontakt zu den Kundinnen zu bekommen. Allmählich fange es wieder an, es habe schon eine kleine Party in einem Garten gegeben. Die Online-Wege will Hameister beibehalten. „Ich lasse den Kunden entscheiden, wie er einkaufen will.“

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