Wer darf den Sportpark wann nutzen? Eine heikle Frage.
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Wer darf den Sportpark wann nutzen? Eine heikle Frage.

Preungesheim

Wenig Platz für Vereine

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Die Situation im 2017 neu eröffneten Sportpark stellt nicht alle zufrieden. Das Sportamt prüft derzeit weitere Kapazitäten.

Zwei Fußballplätze, mehrere Kleinfelder, eine rund 1200 Quadratmeter große Halle mit Tribüne – der Sportpark Preungesheim ist eine beeindruckende Anlage. „Ein Flaggschiff“, wie es ein Sprecher des städtischen Sportamtes nennt. Doch vor Ort, im Frankfurter Norden, hält sich die Begeisterung in Grenzen.

Grund dafür ist die Zuteilung von Nutzungszeiten für die Vereine. Eine Wissenschaft für sich, die derart viele Interessen berücksichtigen muss, dass Enttäuschungen fast zwangsläufig sind. Und die noch schwerer wird in Zukunft, weil die Bevölkerung im Frankfurter Bogen immer weiter wächst.

Anne Elbe, die zweite Vorsitzende des TV Preungesheim, ist daher in ihrer Bewertung der aktuellen Situation auch zwiegespalten. Sie sagt, dass „mehr Kapazitäten für uns natürlich wünschenswert“ seien. Sie berichtet von Wartelisten, die ihr Verein führe, gerade für die Bereiche Fußball und Leichtathletik. Sie spricht vom Eltern-Kind-Turnen, dass der TV gar nicht erst anbieten kann, obwohl er es gerne würde. „Aber dafür haben wir keine Hallenzeiten“, so Elbe, die den Posten der 2. Vorsitzender seit November inne hat.

Aber sie weiß auch, dass es für das Sportamt nicht einfach ist, allen gerecht werden. Die Anlage wurde zwar als Bezirkssportanlage geplant, woraus die Vereine vor Ort – neben dem TV Preungesheim sind da vor allem die TSG Frankfurter Berg und der TSV Berkersheim zu nennen – einen gewissen Vorrang für sich abgeleitet haben. Einen Vorrang, den das Sportamt auch bestätigt.

Doch die Halle im Sportpark ist als Dreifelder-Halle angelegt. Und soll nach Möglichkeit immer als Ganzes genutzt werden, heißt es vom Sportamt. Daher bekommen auch Vereine wie Makkabi Frankfurt Hallenzeiten, die Sportarten anbieten, bei denen sie auf die gesamte Größe der Halle angewiesen sind. Diesen „Vorrang der großen Sportarten wie Badminton oder Handball“ akzeptiert Anne Elbe.

Und doch will sie sich damit nicht zufrieden geben. Sie plädiert für eine Lösung, bei der Sportangebote – ihr kommt direkt das Eltern-Kind-Turnen in den Sinn – parallel in der Halle stattfinden, sofern nicht der gesamte Platz benötigt wird. Seitens des Sportamtes seien da auch bereits positive Signale gekommen, sofern sich die Vereine gemeinsam um solche Kapazitäten bemühen würden. „Das bekommen wir hin“, ist sich die zweite Vorsitzende sicher.

Das würde auch Robert Lange (CDU) freuen. Dem Ortsvorsteher ist es ein Anliegen, dass der TV Preungesheim mehr Kapazitäten bekommt. Im Ortsbeirat wurde ein entsprechender Antrag mehrheitlich beschlossen, trotz Kritik von SPD und FDP, die gerne auch die anderen Vereine im Ortsbezirk erwähnt hätten. Doch Lange bezieht sich auf das extreme Wachstum des TV.

Anne Elbe untermauert das mit Zahlen. Im Jahr 2016 hatte der Verein noch 420 Mitglieder, aktuell sind es 635. Viele Neu-Mitglieder hätten sich explizit rund um die Eröffnung des Sportparks angemeldet. „Diese Leute dann auf Wartelisten setzen zu müssen, von der sie auch nicht runterkommen, ist umso ärgerlicher“, sagt Elbe. Die D-Jugend im Fußball stand deswegen sogar auf der Kippe. Aber Elbe freut sich, dass das Sportamt derzeit weitere Kapazitäten für die Vereine vor Ort prüft.

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