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Helfer sortieren gespendetes Gemüse in der Jaspertstraße.

Preungesheim

Tafel versorgt immer mehr Kunden

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Die neue Ausgabestelle der Tafel in Frankfurt-Preungesheim versorgt bereits mehr als 40 Familien. Im Vorstand geht man aber davon aus, dass der Bedarf noch wesentlich größer ist.

Zwei Jahre hat Edith Kleber nach geeigneten Räumlichkeiten in Preungesheim gesucht. Nach Räumen für eine weitere Ausgabestelle der Frankfurter Tafel, in deren Vorstand sie sitzt. In diesem Sommer hatte die Suche ein Ende, seit Anfang August läuft der Betrieb in der Jaspertstraße, bei der evangelischen Kreuzgemeinde.

Für Kleber war all die Zeit klar: „Wenn, dann gehen wir noch nach Preungesheim, denn da gibt es Bedarf.“ Ein Besuch vor Ort bestätigt das. Ab 10 Uhr können sich neue Kunden anmelden, und schon einige Minuten früher ist der erste da. Er will seinen Namen nicht nennen. Der Mann bezieht Hartz IV, kommt aus Eckenheim, suchte früher schon einmal die Tafel in der Nordweststadt auf. Jetzt ist er froh, dass er nur noch wenige Minuten mit dem Bus in den Nachbarstadtteil fahren muss.

Er habe im Internet von der neuen Ausgabestelle gelesen, „und diesen Monat ist das besonders wichtig, denn ich habe etwas fehlgewirtschaftet“, sagt er. Er wolle die Tafel aber auch in Zukunft nutzen, „denn mit Hartz IV kann man sich oft nicht einmal eine Paprika leisten“.

In der Jaspertstraße sortieren derweil die Helfer und Helferinnen nicht nur Paprikas in die Kisten, sondern auch Joghurts, Obst, Brötchen, Aufschnitt und allerlei andere Lebensmittel. Angeliefert werden diese jeden Dienstag von drei Transportern.

Infos

Die Tafel in der Jaspertstraße 61 hat immer dienstags geöffnet. Von 10 bis 11 Uhr sind Anmeldungen möglich, ab 12 Uhr wird das Essen ausgegeben. Infos unter www.frankfurter-tafel.de.

Ausgabeleiterin Julia Eckelhöfer teilt die Helfer ein, es gibt eine „Mopro-Abteilung“, was für Molkereiprodukte steht, zwei Leute für die „gesunde Ecke“, also Obst und Gemüse, andere kümmern sich um die Getränke. Einer der Helfer ist Philip. Er ist zum ersten Mal dabei. Seine Firma unterstütze schon länger soziale Projekte, sagt Philip, aber er wolle auch selbst mit anpacken. „Ich will etwas Sinnvolles tun, nicht nur reden.“ Mindestens bis Jahresende will er dabei bleiben.

Draußen werden immer weitere Anmeldungen entgegengenommen. Die Stühle, die in einer Reihe aufgestellt wurden, sind seit 10 Uhr voll besetzt. Es gab schon Tage, „da habe ich 20 Neuanmeldungen gehabt“, berichtet Eckelhöfer. Mehr als 40 Familien versorgt die Frankfurter Tafel in Preungesheim.

Wer einmal angemeldet ist, bekommt eine farbige Wertmarke. Die legt fest, in welchem Zwei-Wochen-Rhythmus und zu welcher Uhrzeit die persönliche Lebensmittelausgabe erfolgt. Zur Ausgabe sind dann drei Tüten mitzubringen, die die Helfer befüllen. Einen Euro kostet das.

Die Helfer haben zum Großteil schon während der Corona-Hochphase bei der Tafel mitgewirkt, haben unter anderem dafür gesorgt, dass die Ausgabestelle in Rödelheim nicht aufgegeben werden musste. Nun sorgen sie dafür, dass es in Preungesheim ein weiteres Angebot der Sozialsicherung gibt.

Tafel-Vorstand Edith Kleber sieht die Arbeit aber noch nicht am Ende. „Der Bedarf ist noch größer, das weiß ich. Wenn wir in einem Jahr noch mal sprechen, wird es noch viel mehr Kunden geben“, ist sie sich sicher.

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