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Die Kirche wurde 1961 und 1962 gebaut. Ob sie eine Zukunft hat, ist unklar. Foto: Christoph Boeckheler
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Die Kirche wurde 1961 und 1962 gebaut. Ob sie eine Zukunft hat, ist unklar.

Preungesheim

St. Christophorus in Preungesheim: Abriss als eine von drei Möglichkeiten

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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Eine Arbeitsgruppe beim Bistum Limburg berät, wie es mit der St.-Christophorus-Kirche weitergeht. Neben einem Abriss sind auch eine Umnutzung und eine Veräußerung möglich.

In Sachen Abriss der St.-Christophorus-Kirche ist eine Entscheidung gefallen. Allerdings weder für oder gegen den Abbruch des Gebäudes. Sondern dafür, dass das Bistum Limburg nun einen Prozess in Gang setzt, an dessen Ende entschieden wird, ob die Kirche umgenutzt, veräußert – oder eben abgerissen wird.

Als das Bistum Ende September 2020 erstmals mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit gegangen war, war ausschließlich von einem Abriss mehrerer Gebäude die Rede. Das sei das Ergebnis der Kirchlichen Immobilien-Strategie (KIS), deren Gebäudenutzungskonzept ergeben habe, dass „Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus und Kita in einem überwiegend schlechten Gesamtzustand“ seien, wie es in der Präsentation der Arbeitsgruppe damals hieß. Angesichts des immer stärkeren Rückgangs an Gemeindemitgliedern – von derzeit rund 20 000 auf rund 13 500 im Jahre 2050, so eine Prognose des Bistums – würden sich Investitionen in die Instandhaltung nicht mehr lohnen.

Doch gegen die Abrisspläne gab es Widerstand. Unter dem Namen „St. Christophorus soll leben“ formierte sich eine Initiative aus Gemeindemitgliedern, die Alternativen zum Abriss vorschlug. Und die damit auch durchaus erfolgreich war. Denn der Beschluss der Arbeitsgruppe KIS 2, über den Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat nun abgestimmt haben, geht über den ursprünglichen hinaus. Formuliert hat den Beschluss der Pfarrgemeinderat, und der sieht mittlerweile „die Notwendigkeit, im weiteren Verfahren alle Möglichkeiten wie eine Umnutzung, eine Veräußerung oder einen Abriss der Kirche zu prüfen“. Dabei hat sich das Vorgehen an der „Verfahrensordnung zur Umnutzung und Aufgabe von Kirchen im Bistum“ zu orientieren.

Diese Ordnung schreibt ein bestimmtes Vorgehen vor. Demnach wird auf Basis des – in diesem Fall bei wenigen Gegenstimmen im Verwaltung- und Pfarrgemeinderat angenommenen – Vorschlags in einer Arbeitsgruppe eine Empfehlung erarbeitet. Anschließend geht es in die Entscheidungsfindung vor Ort. Peter Steinhauer, Leiter des Controllings beim Bistum, machte deutlich, dass das Bischöfliche Ordinariat verpflichtet sei, alle Alternativen genau auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Man wolle und werde mit den Akteuren in der Gemeinde ins Gespräch kommen. Dazu gehöre auch die Bürgerinitiative sowie der daraus entstandene Kirchbauverein.

Wolfgang Erlenkötter vom Ortsausschuss St. Christophorus, der auch im Pfarrgemeinderat sitzt, kann mit dem Beschluss gut leben. Zwar sagt er ganz klar: „Wie könnten wir als Gemeinde nicht gegen einen Abriss sein?“ Aber er vertraut auf den nun beginnenden Prozess. Und er ist froh, dass, nachdem der Ortsausschuss den ersten – nur auf Abriss bedachten – Entwurf abgelehnt hatte, nun mehrere Optionen zur Wahl stehen.

Darüber freut man sich natürlich auch bei der Initiative „St. Christophorus soll leben“. Die hat in den vergangenen Monaten konkrete Alternativen aufgezeigt, hat unter anderem das Modell eines ins Kirchengebäude integrierten Gemeinderaums erstellt, genauso wie eine exakte Auflistung möglicher Kosten einer Sanierung. Der Kirchbau- und Förderverein hat zudem schon mindestens 500 000 Euro beisammen. „Die Hoffnung wächst“, sagt Jörg Hellmich von der Initiative.

Man habe insgeheim gehofft, dass sich stärker gegen die Abriss-Option gewehrt werde. Auch habe man eigene Vorschläge in der entscheidenden Sitzung nicht vorstellen können. Nun warte man auf Gesprächsangebote, für die man offen sei.

Doch am Ende, da stimmt ihm Wolfgang Erlenkötter zu, „wird es am Geld hängen“. Bei der Sitzung machten die Vertreter:innen des Bistums klar, dass die Übernahme der anfangs überschlagenen Sanierungskosten nicht ausreichen könnte. Aber noch etwas anderes sei wichtig, so Erlenkötter: „Es braucht ein tragfähiges und zukunftsweisendes Pastoralkonzept.“

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