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Ronneburg-Apotheke schließt

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Von: Friedrich Reinhardt

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Apotheker Minh Dao Doan in der Ronneburg-Apotheke in Preungesheim, die am 18. Dezember 2022 schließt.
Apotheker Minh Dao Doan in der Ronneburg-Apotheke in Preungesheim, die am 18. Dezember 2022 schließt. © Friedrich Reinhardt

Die Ronneburg-Apotheke schließt. Grund ist fehlendes Personal. Damit endet die Geschichte eines der ältesten Geschäfte im Stadtteil Preungesheim. Das Team in der Kreuzstraße wechselt in die Neue Apotheke in der Weilbrunnstraße.

Als der Apotheker Minh Dao Doan durch die Plexiglasscheibe sagt, dass die Ronneburg-Apotheke schließen wird, seufzt die Kundin mit den zwei Kindern. Es sei doch „ihre Apotheke“, erklärt sie. Es falle ihr so schwer, sich umzugewöhnen.

Minh Dao Doan, dunkelblaue Wolljacke und schwarze Brille, ist seit acht Jahren Apotheker in der Kreuzstraße. Viele Kundinnen und Kunden begrüßt er mit Namen. Er klärt sie derzeit auf, dass die traditionsreiche Apotheke ab dem 18. Dezember geschlossen wird.

Damit endet die Geschichte eines der ältesten Geschäfte Preungesheims. 1951 hatte der Apotheker Arthur Lauer die alte Bäckerei umgebaut. 1977 übernahm sein Sohn Gerd Lauer die Apotheke. 2006 übernahm Ulrike Reich das Geschäft.

Man sieht den Räumen ihre Geschichte an. In dem schmalen Verkaufsraum passen keine drei Kunden auf einmal rein. Die Regalwand aus Nussbaumholz und Spiegeln hinter dem Tresen stammt aus den 70er Jahren. Sie wurde in der Schreinerei von Eckart Strupp, die es damals einige Meter weiter gab, gefertigt. Der 80-Jährige ist Stammkunde in der Ronneburg-Apotheke.

In den hinteren Geschäftsräumen geht die Zeitreise weiter. Der schwarz-weiß geflieste Boden stammt noch aus der Zeit, als dort eine Backstube war. Der ersten Raum ist praktisch ein begehbarer Apothekerschrank mit unzähligen verzierten Schubladen aus rotbraunem Holz und dunklen Metallgriffen. Buchhalterin Claudia Schmidt arbeitet an einem schweren Schreibtisch aus dunklem Massivholz.

„Es ist eine Apotheke mit Patina“, sagt die Buchhalterin, die seit 20 Jahren dort arbeitet. Dass der Laden nun schließt, stimmt sie wehmütig. Die Atmosphäre in den alten Räumen sei eine besondere, die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen sei gut. Rund zehn Mitarbeiter:innen versorgt in der Ronneburg-Apotheke die Kundschaft mit Medikamenten – Boten mitgezählt. „Jeder macht, was er kann“, lobt Minh Dao Doan das Team. Auch er findet es schade, dass das Geschäft aufgelöst wird. „Man hat sich eingelebt.“

Grund dafür sei Personalmangel, erläutert Inhaberin Ulrike Reich. Sie hat noch nie in der Kreuzstraße gearbeitet, da sie mit ihrem Ehemann zwei weitere Apotheken im Frankfurter Osten betreibt. Eine am Frankfurter Berg, am Berkersheimer Weg, und eine weitere in Preungesheim, die Neue Apotheke in der Weilbrunnstraße 5.

Seit geraumer Zeit fehlten Mitarbeiter:innen. Das mache es immer schwerer, die Apotheken zu halten. Minh Dao Doan und sein Team bleiben den Preungesheimer:innen aber erhalten. „Wir wechseln in die Neue Apotheke“, erklärt er. Nur 400 Meter ist sie von der Ronneburg-Apotheke entfernt.

Viele Kundinnen und Kunden nehmen die Nachricht von der Schließung daher entspannt auf. „Na dann sehen wir uns ja bald wieder“, sagt eine, die für ihre Tochter Medikamente holt. Und Schreiner Eckart Strupp sagt: „Das ist der Lauf der Dinge. Wir haben es ja nicht weit bis zur nächsten Apotheke.“

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