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Hermann Brunner geht heute in den Ruhestand. Schulleiterin Anita Weber bedauert das.

Preungesheim

Personalnot an der Preungesheimer Theobald-Ziegler-Schule

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Drei Lehrer fehlen der Grundschule, eine Sekretärin. Nun geht auch noch der Hausmeister in Rente.

Im kommenden Jahr wird die Theobald-Ziegler-Schule 100 Jahre alt. Ein Grund zu feiern, die Vorbereitungen laufen. Anita Weber, die Leiterin der Grundschule an der Theobald-Ziegler-Straße, ist dennoch besorgt.

Weber sorgt sich nicht nur wegen der ab Februar erst einmal fehlenden drei Lehrern. Nicht nur wegen der immer größer werdenden – aktuell 354 – Zahl an Schülern, darunter immer mehr Kinder mit „herausforderndem Verhalten“, für deren Betreuung speziell ausgebildete Fachkräfte nötig wären. Sie ist es nicht nur wegen neu bemessener Schulbezirke, die für eine veränderte Mischung an ihrer Schule gesorgt haben. Und auch nicht nur wegen der gescheiterten Gespräche darüber mit der Stadt.

Am heutigen Freitag wird der langjährige Hausmeister Hermann Brunner in den Ruhestand verabschiedet. Das ist es, was Anita Weber am meisten quält.

Sein Job hieß offiziell „Schulhausverwalter“, aber an der Theo, wie die Schule oft genannt wird, „war er immer unser wundervoller Hausmeister“, sagt Weber. Sein Abschied reißt eine große Lücke, ein Nachfolger ist so schnell nicht in Sicht. Laut Weber hat die Ausschreibung noch nicht einmal begonnen.

Für die Schule – vor allem für die Schüler – bedeutet das einen Rückschritt. Zwar gibt es Hilfe durch die Schulhausverwalter der nahe gelegenen Münzenberger, der Carlo-Mierendorff- und der Liesel-Oestreicher-Schule. Ihren Hausmeister kann das aber nicht ersetzen.

„Die Kinder haben ihn geliebt“, sagt Anita Weber. Zu Brunners Aufgaben zählten in den vergangenen zwölf Jahren unter anderem die Kontrolle der technischen Einrichtungen, kleinere Reparaturen oder die Vorbereitung von Schulfesten. Aber eben nicht nur das. „Er hat hier jeden Morgen gute Laune reingebracht“, denkt Anita Weber etwas wehmütig zurück.

Das wird auch Brunner selbst sein. Schon vor zehn Jahren schrieb er anlässlich des 90. Geburtstages der Schule in einer Festschrift: „Das Kollegium an der Theobald-Ziegler-Schule ist das beste und netteste, was ich bis jetzt kennengelernt habe.“ An dieser Einschätzung hat sich nichts geändert.

Geändert hat sich dafür die Situation im Sekretariat der Schule. Die langjährige Sekretärin musste im Oktober eine vier- bis sechsmonatige Zwangspause einlegen. Grund war eine nicht aufschiebbare Operation. „Diesen Umstand haben wir auch frühzeitig bei der Stadt angekündigt“, sagt Anita Weber. Doch auch in diesem Fall gibt es nur temporären Ersatz.

Eine Springerin wurde zugesagt, die nun einmal in der Woche mittwochs Sekretärinnen-Aufgaben übernimmt. Und weil das hinten und vorne nicht reichte, gab es die Zusage einer weiteren Kraft, die maximal zwei Tage pro Woche kommt – wenn sie Zeit hat.

„Nun müssen wir als Schulleitung manche Aufgaben mit übernehmen“, sagt Weber. Für Eltern, die ihr Kind krankmelden wollen, wurde ein Anrufbeantworter geschaltet. Einladungen zur 100-Jahres-Feier liegen in der Schublade. „Wir kommen einfach momentan nicht dazu, sie rauszuschicken.“

Aber auf das Fest freuen sich Weber und ihre Kollegin. Eine Lehrerin hat schon ein Logo entworfen, eine Festschrift ist in Planung. Am 19. Juni soll es eine akademische Feier geben, mit ehemaligen Schülern und Lehrern. Am Folgetag steht dann ein großes Schulfest auf dem Programm.

Für Anita Weber ist es auch gleichzeitig ein Abschiedsfest, denn sie geht im Sommer ebenfalls in den Ruhestand. Dann verlässt sie „ein Schiff, das schon sechs Meter unter Wasser ist“, wie es umschreibt. Und damit ausdrücklich nicht das Kollegium, die Schülerschaft oder die Eltern meint. „Wir sind eine wunderbare Schulgemeinschaft“, betont sie. Auch die räumliche Situation sei gut, man verfüge über einen tollen Sportplatz, die Vernetzung mit anderen Schulen im Frankfurter Norden sei hervorragend.

Aber zumindest einen neuen Hausmeister und einen adäquaten Ersatz im Sekretariat – das sind Anita Webers letzte Wünsche als Schulleiterin.

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