Gefangene

Neue Unterkunft für Frauen in der JVA Frankfurt

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Das Land Hessen investiert in Preungesheim zwölf Millionen Euro für ein neues Gebäude.

Hessen will seinen weiblichen Gefangenen etwas Gutes tun. Für zwölf Millionen Euro soll auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Frankfurt in den kommenden Monaten eine neue Unterkunft entstehen, die den Anforderungen des modernen Strafvollzugs entspricht. „Der Neubau erweitert unser Spektrum“, freute sich die Leiterin der JVA III, Michaela Wasemüller, die zur Grundsteinlegung am Donnerstag genauso erschienen war wie Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und der Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien, Thomas Platte.

Wasemüller nutzte die Grundsteinlegung für einen kurzen historischen Abriss. Denn an jener Stelle der Grundsteinlegung sei 1888 das erste Gebäude der neuen JVA entstanden, um das Gefängnis im Klapperfeld zu entlasten. „Damals war Preungesheim noch ein kleines Bauerndorf“, so Wasemüller.

JVA III

Die Justizvollzugsanstalt Frankfurt III ist das einzige Gefängnis für Frauen in Hessen und bundesweit eine der größten Anstalten für den Frauenvollzug.

Nach dem Umbau soll es dort 427 Haftplätze geben. 299 davon sind für den geschlossenen Vollzu Erwachsener vorgesehen, 56 für den offenen Vollzug. Für den geschlossenen Vollzug von Jugendlichen soll es 34 Plätze geben.

Kapazität gibt es zudem für Sozialtherapien, Sicherheitsverwahrungen und den Vollzug von Mutter mit Kind. ote

Bis Mitte der 90er Jahre waren die weiblichen hessischen Strafgefangenen in einem panoptischen Gebäude mit vier Flügeln untergebracht. Seitdem wurde das Gebäude flügelweise abgerissen und modernisiert. Mit dem nun entstehenden Unterkunftsgebäude C sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen werden.

Die Millioneninvestition ist auch ein Bekenntnis für den Justiz-Standort Preungesheim. Obwohl Baudirektor Platte durchblicken ließ, dass es derzeit nicht einfach sei, in Frankfurt zu bauen, da Arbeitskräfte in dem Gewerbe rar seien. Bei einer Baustelle in der JVA käme erschwerend hinzu, dass alle Bauarbeiter sicherheitsüberprüft sein müssten, was es den Firmen schwerer mache, geeignetes Personal zu finden.

Die Bauarbeiter auf das Gelände zu bringen ist aufgrund von Sicherheitsfragen umständlich. Der Baukran erhebt sich weit über die Gefängnismauern, doch die Flucht von dort ist unmöglich. Direktorin Wasemüller wies auch darauf hin, dass Frauen im Gegensatz zu Männern ohnehin bislang keine Fluchtversuche unternommen hätten. Dennoch sei die Baustelle „eine Operation am offenen Herzen“, so Wasemüller. Schließlich muss auch die komplette Hauswand des Unterkunftsgebäudes B herausgebrochen werden, um den Trakt C anzubinden.

In dem neuen Gebäude soll es dann einen Speisesaal für 140 Gefangene geben. Der derzeitige Saal bietet nur Platz für 70 Frauen. So müssen die Frauen schichtweise essen. Das führt dazu, dass einige sehr früh anfangen müssen zu essen. Die JVA-Bediensteten hingegen verbringen viel Zeit damit, die Insassinnen von A nach B und zurück zu führen. In dem neuen Gebäude soll es dann auch Platz für Therapieräume geben, die es bislang nicht gibt. Der Zeitplan übrigens ist trotz der raren Arbeitskräfte anspruchsvoll: Schon im Herbst 2021 soll das neue Gebäude bezogen werden.

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