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Um die Population zu regulieren, tauschen die Mitglieder des Vereins Stadttaubenprojekt Frankfurt Taubeneier gegen Attrappen aus.

Frankfurt-Nord

Mehr Schutz für Tauben

  • Fabian Böker
    vonFabian Böker
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Die Vogelpopulation etwa in Preungesheim ist nach Angabe des Vereins Stadttaubenprojekt groß. Dort könnte ein neues Taubenhaus entstehen.

Mit den Tauben im Frankfurter Norden beschäftigt sich der Ortsbeirat 10 in seiner heutigen Sitzung. Mitglieder des Stadttaubenprojektes sind eingeladen, ihre Arbeit und Ziele zu erläutern. Auch werden sie auf Anträgen aus den Reihen des Gremiums eingehen.

Denn bereits in der vergangenen Sitzung im September hatte die SPD den Magistrat aufgefordert, zu prüfen, ob und wo im Ortsbezirk 10 Taubenhäuser eingerichtet werden können. Dafür hatte die Fraktion zwei Begründungen. Zum einen ging es ihr um die Beobachtung, dass sich einige Menschen oft als Tierschützer aufführten, indem sie Tauben füttern, trotz Verbot der Stadt und vieler Vermieter sowie der dafür zu zahlenden Bußgelder. Zum anderen gebe es etliche Klagen über zunehmende Verschmutzungen durch Taubenkot und verdorbene Essensreste, über starke Lärmbelästigungen und über Belästigungen in Wohnungen und Häusern durch nistende Vögel.

Im Ortsbezirk 10 sieht Stürmer definitiv Bedarf

Daher strebte die SPD eine „konstruktive Lösung“ an, als welche unter anderem Taubenhäuser in Frage kämen, wie es sie bereits in einigen Frankfurter Stadtteilen gibt. Doch der Antrag wurde bis zur nächsten Sitzung geschoben, weil dort nun – wie es die FDP ergänzend gefordert hatte – eben die Vertreter des Stadttaubenprojekts zu den Fragen Stellung nehmen werden.

Beim Stadttaubenprojekt handelt es sich um einen gemeinnützigen, von der Stadt unterstützten, Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Miteinander von Mensch und Taube friedlicher zu gestalten. Er betreut unter anderem mehrere Taubenhäuser in Frankfurt und Wiesbaden, in denen die Tiere versorgt werden und ein Gelegeaustausch stattfindet.

Zu finden sind solche Häuser bisher am Westbahnhof, an der Hauptwache und im Parkhaus am Gericht. Hinzu kommt ein Gnadenhof in Oberrad. Knapp 150 bis 200 Tauben finden an den Standorten einen Platz zum Sitzen und Essen, wie Gudrun Stürmer vom Stadttaubenprojekt erklärt. In Planung sind derweil weitere Häuser an der Messe und an der Hanauer Landstraße.

Im Ortsbezirk 10 sieht Stürmer definitiv Bedarf für derartige Einrichtungen. Sie sei am Donnerstag vor Ort unterwegs gewesen und habe zum Beispiel in der Jaspertstraße eine hohe Taubenpopulation festgestellt. Mit ihrem Vortrag am heutigen Dienstag wolle sie versuchen, Bürger, die bisher Tauben im öffentlichen Raum füttern, mit einzubinden.

Der Ortsbeirat 10 trifft sich am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr im Haus Ronneburg, Gelnhäuser Straße 2. Wegen der Corona-Pandemie ist der Platz beschränkt. Besucher:innen müssen eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

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