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Stephan Döring schreibt einen neuen Text für den geplanten QR-Code am Denkmal.
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Stephan Döring schreibt einen neuen Text für den geplanten QR-Code am Denkmal.

Preungesheim

Kritik am Kriegsdenkmal-Text in Preungesheim

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
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In Preungesheim ist eine Meinungsverschiedenheit über einen digitalen Denkmaltext entstanden. Ein neuer Text und ein Vor-Ort-Termin sollen die Sache beilegen.

Über das Denkmal auf dem Preungesheimer Friedhof ist eine Diskussion entbrannt. Eine Diskussion, die einen Text zum Thema hat, der gar nicht mehr aktuell ist. Eine Diskussion, die ihren Ursprung in einem länger zurückliegenden Antrag der CDU im Ortsbeirat 10 (Preungesheim, Eckenheim, Berkersheim, Bonames, Frankfurter Berg) hat.

Noch in der alten Wahlperiode hatte die CDU gefordert, dass das Denkmal, das nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 entstanden ist und später auf den Preungesheimer Friedhof versetzt wurde, künftig über ein kleines Schild mit einem QR-Code verfügt. Dieser Code soll, so der einstimmige Beschluss des Gremiums, auf einen Text verweisen, der in einem Gemeindebrief der Kreuzgemeinde für April/Mai 2019 erschienen ist. Verfasser ist Stephan Döring, der auch als Kurator des kleinen Museums über die Preungesheimer Historie an der Kreuzkirche tätig ist.

An diesem Text hat der Preungesheimer Arzt Harald Heiskel Kritik geübt. So störte er sich unter anderem an der Überschrift, in der der Begriff „Friedensdenkmal“ ohne Anführungszeichen benutzt wurde, womit sich der Autor „die Wortwahl der Pfarrchronik von 1884 zu eigen“ mache. Das erklärt Döring ganz einfach damit, dass die Überschrift redaktionell verändert worden sei, ohne sein Wissen. Auch einen anderen Kritikpunkt entkräftet er. Seine Behauptung, das Denkmal sei in den 60er Jahren versetzt worden, weil es „wohl nicht mehr ins ideologische Konzept gepasst“ habe, treffe nicht mehr zu. Neue Quellen belegten, dass die Versetzung ausschließlich verkehrstechnische Gründe gehabt habe.

Unter anderem deswegen steht der Text aus dem Gemeindebrief gar nicht mehr zur Debatte für den QR-Code. Wie das städtische Kulturamt bestätigt, wurde er „vom Verfasser selbst als ungeeignet betrachtet“. Er habe nun, so Stephan Döring, bis Ende Januar Zeit, einen neuen zu schreiben. Dabei werde er dann streng wissenschaftlich vorgehen, mit Quellen und Fußnoten. Etwas, wofür in einem Text für einen Gemeindebrief nicht ausreichend Platz sei.

Nicht erst bis Ende Januar will dagegen Ortsvorsteherin Wera Eiselt (Grüne) warten. Sie ist derzeit dabei, einen Vor-Ort-Termin zu finden, um in einen Dialog zu treten. Eingeladen dazu sind neben dem Kultur- und dem Denkmalamt sowie den Fraktionsvorsitzenden des Ortsbeirates auch Stephan Döring und Harald Heiskel. Die sind wiederum einem Dialog auch alles andere als abgeneigt.

Döring kann sich vorstellen, dass neben der Plakette mit dem QR-Code eine der heutigen Sicht auf die damaligen Ereignisse angemessene Tafel angebracht wird. Eine Aufschrift, die sich Harald Heiskel vorstellen kann, lautet: „Zum Gedenken an die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 auf beiden Seiten.“ Sie soll die bisherige Inschrift ersetzen, die „Zur Erinnerung an die glorreichen Siege der deutschen Armee 1870/1871“ lautet. Heiskel selbst geht pragmatisch an die Sache heran: „Sehr gerne würde ich mit Herrn Döring mal ein Bier trinken.“

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