Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Peter Hofer (l.) und Jörg Hellmich wollen den Kirchort retten. Sauda
+
Peter Hofer (l.) und Jörg Hellmich wollen den Kirchort retten. Sauda

Preungesheim

Konzept zur Kirchensanierung in Preungesheim steht

  • Fabian Böker
    VonFabian Böker
    schließen

Eine Initiative aus der St.-Christophorus-Gemeinde will den Abriss verhindern. Dafür gründet sie einen Verein, sammelt Geld und stellt Alternativen in Aussicht.

Vergangenes Jahr schien es klar, dass die Kirche St. Christophorus abgerissen wird. So hatte es das Bistum Limburg angekündigt, nachdem sie sämtliche Immobilien der Pfarrei St. Franziskus, zu der der Preungesheimer Kirchort gehört, geprüft hatte. Doch jetzt regt sich Widerstand gegen die Pläne. Eine Initiative, die sich in der Kirchengemeinde gebildet hat, will den Abriss des Gebäudes in der Straße An den Drei Steinen verhindern.

Als Grund für den Abriss wurden zu hohe Sanierungskosten angeführt, angesichts der immer kleiner werdenden Zahl an Gemeindemitgliedern. Doch am Geld will es die Initiative „St. Christophorus soll leben“ nicht scheitern lassen. Eines ihrer Mitglieder, Peter Hofer, ist seit 30 Jahren in der Immobilienwirtschaft tätig. Er hat einen Sachverständigen beauftragt, Gutachten erstellen zu lassen. Gutachten, die zeigen sollen, wie teuer eine Sanierung der Risse im Kirchengebäude werden kann. Die Ergebnisse stehen noch aus, erste Schätzungen von Hofer und dem Sachverständigen zufolge käme man auf maximal 100 000 Euro.

Dieses Geld, versichern Peter Hofer und Jörg Hellmich habe man bereits zusammen. Denn man wolle sich nicht darauf beschränken, „einfach nur dagegen zu sein“, sagt Hellmich, Sprecher der Initiative. „Wir wollen realistische Alternativen bieten.“

Die Initiative will einen Kirchbauverein gründen. Damit will sie weitere Mitglieder werben – und Gelder sammeln. Dank eines Erbes, das dem Verein überlassen werden soll, lägen bereits rund 500 000 Euro vor. Das reiche aber nicht. „Mit der Sanierung wäre es ja nicht getan“, sagt Jörg Hellmich. „Wir wollen so viel Geld zusammen bekommen, dass wir dauerhaft den Erhalt des Gebäudes garantieren können.“

Als Einnahmequelle könnte der Verkauf von Teilen des Grundstücks in der Straße An den Drei Steinen dienen. Dem steht die Initiative nicht entgegen. Peter Hofer rechnet vor: Würde die Kirche erhalten bleiben, blieben rund 3000 Quadratmeter übrig. Bei einem aktuellen Bodenrichtwert von 1400 Euro pro Quadratmeter würde man dafür also 4,2 Millionen Euro erhalten.

Auf dem anderen Teil des Geländes befinden sich derzeit eine Kita, ein Pfarrhaus und ein Gemeindesaal. Die Kita für die U3-Betreuung soll erhalten bleiben, für die älteren Kinder ist ein Neubau geplant.

Gegen diese Pläne hat die Initiative nichts einzuwenden. Im Gegenteil: Bei der jüngsten Pfarrgemeinderatssitzung wurde deutlich, dass der Kita-Neubau und der mögliche Kirchenabriss nichts miteinander zu tun haben. Als es um die kirchliche Immobilienstrategie ging, fragte ein Gast, ob die Planungsmittel für die Kita im Zusammenhang mit dem Abriss des Kirchengebäudes stehen. Das wurde verneint, wie mehrere Teilnehmer:innen der Sitzung bestätigten.

Für Jörg Hellmich und seine aktuell zehn Mitstreiter:innen zeigt das, dass es sich lohnt, weiter konstruktiv für den Erhalt der Kirche zu kämpfen. So schlagen sie vor, einen Gemeinderaum ins Kirchenschiff zu integrieren. Eine Lösung, die es in anderen Frankfurter Kirchen bereits gibt, zum Beispiel in St. Hedwig in Griesheim oder Maria Rosenkranz in Seckbach. „Wir haben uns an diesen beiden Standorten umgesehen“, erklärt Peter Hofer.

Egal, welche Lösung es am Ende wird: Wichtig ist Hofer, Hellmich und all den anderen Unterstützer:innen, „dass das Gemeindeleben weiter stattfindet“, wie es Hofer formuliert. Denn ohne die Menschen, ergänzt Jörg Hellmich, „ist das Gebäude nichts wert“.

Einen ersten Erfolg konnten die Abrissgegner schon verbuchen. Der Ortsausschuss St. Christophorus hat zwei Anträge einstimmig verabschiedet. Der eine schlägt ein Gutachten zur Ermittlung der Sanierungskosten vor, der andere zielt auf den Erhalt aller Kirchen in der Pfarrei St. Franziskus ab. Dazu zählen die Allerheiligste Dreifaltigkeit (Frankfurter Berg), Herz Jesu (Eckenheim), St. Albert (Dornbusch), St. Christophorus (Preungesheim), St. Josef (Eschersheim) und Sta. Familia (Ginnheim).

Daher musste die für Januar 2021 terminierte Entscheidung über den Abriss der Sankt Christophoruskirche vorerst verschoben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare