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Kirche oder Schule bei St. Christophorus

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Von: Fabian Böker

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Über den Erhalt der St.-Christophorus-Kirche wird weiter diskutiert.
Über den Erhalt der St.-Christophorus-Kirche wird weiter diskutiert. © Monika Müller

Der Ortsbeirat diskutiert erneut über die St.-Christophorus-Kirche. Statt eines Abrisses steht nun auch ein Schulbau zur Debatte, was aber umstritten ist.

Das Thema St.-Christophorus-Kirche beschäftigt den Ortsbeirat 10 (Preungesheim, Eckenheim, Bonames, Berkersheim, Frankfurter Berg) und die Menschen vor Ort auch weiter. Selbst wenn auf einer Sitzung wie der am Dienstagabend nur ein unspektakulärer Antrag zu dem Thema verabschiedet wird, gibt es ausführliche Diskussionen.

Zwei Anträge standen auf der Tagesordnung, beide von der CDU. Laut des ersten sollte der Ortsbeirat abermals beschließen, dass der Magistrat mitteilen soll, wie er das Kirchengebäude in der Straße An den drei Steinen, das möglicherweise abgerissen werden soll, erhalten wolle. Dazu solle er unter anderem Einfluss auf das Bistum Limburg nehmen und auf Planungen verzichten, die einem Erhalt entgegenstehen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Ein zweiter aber sorgte für die erwähnten Diskussionen. Inhalt waren die im anderen Antrag auch angesprochenen Planungen der Stadt, die sich mit dem Bau einer Schule beschäftigen. Dieses Interesse wurde mittlerweile auch konkretisiert, es geht um eine vierzügige Integrierte Gesamtschule (IGS).

Und genau das macht der CDU Sorgen. Denn auf dem Gelände sei kein Platz für eine solche Schule. Die Fraktion führte zahlreiche Gründe an, unter anderem die zu kleine Fläche, den fehlenden Bebauungsplan und die Bedeutung der dortigen Grünflächen für das Klima.

Christine Emmerich von der Initiative „St. Christophorus soll leben“ stimmte dem aus dem Publikum zu. Sie zog Parallelen zur IGS Süd, die vor einigen Jahren an der Textorstraße eröffnet wurde. Diese ist vierzügig, so wie es die IGS in Preungesheim auch werden könnte. Sie habe rund 600 Schüler und Schülerinnen auf einer Fläche von mehr als 7500 Quadratmetern. „Das Gelände rund um die Kirche ist nur rund 6000 Quadratmeter groß“, so Emmerich. „Das passt also nicht.“ Ein weiterer Bürger sprang ihr bei. „Mit den Klassenräumen ist es ja nicht getan“, sagte er. „Eine Schule braucht auch eine Aula, einen Schulhof oder Parkplätze.“

Unter den Mitgliedern des Gremiums entspann sich dann eine längere Diskussion. Ayse Dalhoff (Linke) fand, dass eine weitere Schule im Nordosten „unnötig“ sei, Michael Bartram-Sitzius von der SPD dagegen sprach von einem „erheblichen Raumbedarf für Schüler in Frankfurt“. Annette Blome (Grüne) wiederum sah es pragmatisch und erklärte, „dass wir uns doch erst einmal den Schulplan für den Bezirk Nordost vorstellen lassen sollen, bevor wir einen Antrag beschließen“.

Und genau aus diesem Grund schob ihre Fraktion den Antrag der CDU ohne Angabe von Gründen auf die nächste Sitzung, was nach einer Übereinkunft innerhalb des Gremiums ihr gutes Recht ist. Gero Gabriel (CDU) hatte dafür kein Verständnis: „Wir sind doch alle für den Erhalt der Kirche. Und das Thema ist dringend.“

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