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Die Fläche rund um die Bäume könnte nach Wünschen einiger Besucher und Besucherinnen einen anderen Belag bekommen.
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Die Fläche rund um die Bäume könnte nach Wünschen einiger Besucher und Besucherinnen einen anderen Belag bekommen.

Preungesheim

Gravensteiner Platz soll kinderfreundlicher werden

Eltern und Geschäftsleute unterstützen den Antrag des Ortsbeirates, den Platz in Preungesheim aufzuwerten. Gedacht wird an Wasserspiele und einen neuen Belag.

Der Gravensteiner Platz an einem Freitagnachmittag. Vor den Ständen des Wochenmarktes bilden sich kurze und lange Schlangen, auf den Bänken unter den Bäumen suchen Besucher und Besucherinnen den spärlichen Schatten, das Eiscafé ist voll. Und mittendrin: immer wieder Kinder, die meist mit ihren Eltern hier sind, kleine und größere. Ist der Platz, der Anfang 2012 erst fertig gestellt wurde, für sie wirklich geeignet? Oder gebe es Verbesserungsmöglichkeiten? Ein Antrag aus dem Ortsbeirat 10 hat diese Frage aktuell gemacht, ein Besuch vor Ort zeigt, dass das Thema nicht gänzlich aus der Luft gegriffen ist.

Der Vorschlag aus dem Ortsbeirat benennt zwei klare Vorhaben: Demnach soll der Magistrat prüfen, ob das bislang nur temporär eingerichtete „Grüne Zimmer“ künftig ganzjährig realisiert werden kann. Außerdem soll die Möglichkeit eines kindgerechten Brunnens erörtert werden.

Beide Ideen kommen auf dem Platz gut an, vor allem die des Brunnens oder einer vergleichbaren Anlage. „Gerade im Sommer wäre so ein Wasserspiel doch super“, sagt Kathrin, die mit ihren zwei Kindern da ist. „Das muss ja auch gar nichts Großes sein.“ Auch ein Vater, der seinen Namen nicht nennen will, kann dieser Vorstellung Einiges abgewinnen. „Ein Wasserspringbrunnen, das könnte den Kindern gefallen“, ist er sich sicher.

Wera Eiselt, Ortsvorsteherin für den Ortsbezirk 10, will sich des Wasser-Themas annehmen. Ihre Fraktion der Grünen hatte im Ortsbeirat schon dafür gesorgt, dass der ursprüngliche CDU-Antrag um eine konkrete Anregung erweitert wurde. Denn laut Eiselt müsse es gar keine besonders große, teure oder aufwendig zu installierende Brunnenanlage sein, die den Gravensteiner Platz aufwerten könnte.

Stattdessen verweisen die Grünen auf eine vergleichbare Installation auf dem Abenteuerspielplatz am Günthersburgpark. Dort wurde 2016 eine Wasserspielanlage errichtet, bestehend aus sechs Wasserbecken und einer Pumpe. In Kaskaden fließt das Wasser von einem Becken zum anderen. Die Kinder pumpen das Wasser, das Trinkqualität hat, selbst. Die Kosten lagen bei rund 8000 Euro. „Vorstellbar wäre es zum Beispiel, dass diese Anlage auf dem Bereich westlich des Wochenmarktes entstehen könnte“, so die Ortsvorsteherin. Dem Magistrat wurde mit dem Antrag ein Bild der Anlage aus dem Nordend übermittelt.

Bei der Stadt stößt die generelle Brunnen- oder Wasserspielidee nicht unbedingt auf Gegenliebe. So sagt zum Beispiel Mark Gellert, Sprecher der Planungsdezernats, dass die Gestaltungsarbeiten am Platz ja erst vor einigen Jahren – Anfang 2012 – abgeschlossen worden seien, „in enger Absprache mit dem Ortsbeirat“. Ein Brunnen – „das ist keine banale Frage“ – sei damals kein Thema gewesen. Bevor nun wieder etwas erneuert würde, hätten „andere Stadtteile erst einmal Priorität, die noch gar keinen solchen Platz haben“.

Auch zu einem anderen Thema sagt Gellert etwas. Der Belag im Bereich der Bänke und Bäume, nördlich des Wochenmarkt-Areals, sei damals ganz bewusst ausgewählt worden: sogenannter Bessunger Kies. Nicht allen Eltern gefällt dieser Untergrund. „Für spielende Kinder ist das nicht ideal“, sagt zum Beispiel Stefanie mit Blick auf ihre drei Kinder. Und auch von einem Anlieger kommt Kritik. Alessandro Papa, Besitzer des Eiscafés San Marco, ist der Meinung, dass „im Bereich, wo die Bäume und der Schotter sind, auf jeden Fall noch etwas nachgebessert werden sollte“. Denn zum einen stürzten Kinder regelmäßig mit ihren Kinderrädern auf den Steinen und verletzten sich hierbei empfindlich. Zum anderen werde durch den Wind oft der ganze Kies aufgewirbelt. Der Belag sei damals vom Stadtplanungsamt geplant und als Gestaltungskonzept mit dem Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) umgesetzt worden, sagt Amtsleiterin Michaela Kraft. Er habe „neben der angenehmen Farbe den Vorteil, dass er wasserdurchlässig ist und damit die Bäume ausreichend mit Wasser versorgt werden.“ Die Gesamtversiegelung des Gravensteiner Platzes, der ansonsten überwiegend gepflastert ist, werde durch die Kiesflächen reduziert. „Nach jedem Regen verdunstet das Wasser, mit dem sich der Bessunger Kies aufsaugt, was sich wiederum positiv auf das Kleinklima auswirkt.“

Eine Änderung scheint also eher unwahrscheinlich. Aber das Thema Kleinklima bewegt auch die Menschen auf dem Gravensteiner Platz. Dem Wunsch, das „Grüne Zimmer“ ganzjährig zu installieren, schließt sich zum Beispiel Carsten an. „Es muss aber nicht zwingend genau dieses Projekt sein“, sagt er. „Generell wäre einfach mehr Grün wünschenswert.“ Marion Schulze sieht das ähnlich. Sie arbeitet bei „Bücher im Bogen“, der Buchhandlung in den Gravensteiner Arkaden, und ist fast täglich vor Ort. „Ein dauerhaftes ‚Grünes Zimmer‘ wäre super, gerne auch mehr als nur eines.“

Vom zuständigen Grünflächenamt gibt es dazu noch keine Aussage, denn diese Causa ist Teil der Anfrage des Ortsbeirates an den Magistrat. So lange die Prüfung dort laufe, sage man zu dem Thema nichts, so eine Sprecherin des Amtes. Klar dürfte aber sein, dass ein „Grünes Zimmer“ – ob nun dauerhaft oder in höherer Anzahl – vor allem eine Frage des Geldes sein dürfte. Ein Zimmer kostet etwa 60 000 Euro.

Doch Geld hin oder her: „Eine gute Mischung auf dem Platz, für Erwachsene und Kinder, muss möglich sein.“ Das sagt Robert Lange (CDU), der bis Mai Ortsvorsteher im Ortsbeirat 10 war. „Während sich die Erwachsenen aufhalten, einkaufen und sich unterhalten, sollen sich die Kinder austoben können.“

Kathrin, Mutter von zwei Kindern, wünscht sich Wasserspiele.
Auch Marion Schulze sieht Möglichkeiten zur Verbesserung.

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