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Die Kinder bei der Präsentation.

Preungesheim

Wasserspiele und mehr Bäume

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In einer Kinderkonferenz bringen Grundschüler ihre Wünsche für den Stadtteil ein.

Am Spielplatz Oberwiesenstraße steht ein Kirschbaum. Die neunjährige Lale hat ihn auf Papier gemalt, „weil die meisten Kinder halt Kirschen mögen“. Aber können seine Kirschen auch gegessen werden? Das wissen die Kinder der Kita Weltreise leider nicht, wie sie am Freitag während einer Kinderkonferenz zugeben. Im Quartierstreff „Stadtraum“ präsentieren sie ihren Blick auf Preungesheim – mit vielen selbstgemalten Bildern und Rollenspielen.

Vier Tage lang haben die Kinder zuvor den Stadtteil erkundet, entlang ihrer Schulwege und Lieblingsplätze. Begleitet wurden sie von der Architektin Stefanie Käse und der Lehramtsstudentin Julia Fängler. Zunächst ging es darum, die Kinder „für den öffentlichen Raum zu schulen“, sagt Käse. Anschließend stand die Frage im Mittelpunkt, „ob es Bedürfnisse gibt, die noch gedeckt werden können“.

Aus Perspektive der Kinder – allesamt im Grundschulalter – zeichnet sich während der Konferenz eine klares Bild ab: Sie wünschen sich mehr Bäume, Schatten und Wasserspiele, vor allem am Gravensteiner Platz. Die achtjährige Natanim schlägt einen Fluss mit Sprungbrettern vor, aus dem auch getrunken werden kann. „Und wenn jemand reinpinkelt, wird das Wasser Gold und fließt in eine Toilette ab“, erklärt sie ihr Konzept, damit alles sauber bleibt.

Eine Grasfläche wünscht sich hingegen Helena, die neun Jahre alt ist: „Viele mögen einen Luft- oder Handstand machen.“ Laut ihr sei weicher Rasen besonders gut dafür geeignet. „Aber im Gras waren halt auch Glasscherben“, wendet der neunjährige Imran seine Erfahrung aus der letzten Woche ein.

Überhaupt geht es während der eineinhalbstündigen Konferenz viel um das Thema Müll: In zwei Rollenspielen zeigen die Kinder zunächst, wie man es falsch macht: Zwei von ihnen werfen ihre Getränkedosen einfach auf den Boden. Aus Bequemlichkeit, wie sie selbst sagen. „Hallo, der Mülleimer ist doch gar nicht so weit weg!“, lautet sogleich der Einspruch eines dritten Kindes. Mit Erfolg: Der Müll landet letztendlich in einen Tüte, die einen Mülleimer darstellen soll.

Dass es nicht immer so einfach ist, Probleme zu beheben, lernen die Kinder in den letzten Minuten der Konferenz, als zunehmend die Erwachsenen reden. Architektin Käse fragt bei den Ortsbeiräten Robert Lange (CDU), Wera Eiselt (Grüne) und Anneliese Gad (SPD) nach, ob die Wünsche der Kinder umsetzbar sind. Vieles sei schon öfters Thema im Ortsbeirat gewesen, heißt es, man sei da dran. Es gelte jedoch, auch unerwünschte Folgeeffekte mitzudenken. Ortsvorsteher Lange etwa befürchtet, dass ein schattenspendendes Sonnensegel auf dem Gravensteiner Platz Opfer von Vandalismus werden könnte.

Zum Schluss hat Lange noch eine gute Nachricht: Auf einer anderen öffentlichen Fläche steht ein weiterer Kirschbaum. Seine Kirschen seien laut Auskunft der Stadt definitiv essbar. „Alles nur eine Frage der Leiter“, sagt der Ortsvorsteher. Das hören die Kinder gerne.

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