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Die Festeburgkirche mit ihrer markanten Dachkonstruktion.

Preungesheim

Frankfurt-Preungesheim: 50 Jahre Festeburgkirche

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Beim Festakt am Sonntag soll nicht nur zurückgeblickt werden. 577. Konzert als Höhepunkt.

Ein Konzert in der Preungesheimer Festeburgkirche ist an sich keine Besonderheit. Seit 1970 gibt es sie, kurz danach wurde mit dem Namen „Festeburgkonzerte“ auch ein Titel für die Reihe gefunden. 576 Konzerte gab es bisher, das 577. am kommenden Sonntag ist ein ganz besonderes: Es findet im Rahmen der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Kirche statt.

Bis zu 200 Besucher werden dann wieder da sein, so viele Menschen fasst die Kirche, die auch der Kultur gewidmet ist. Michael Martell, Vorsitzender des Fördervereins Festeburg und des Freundeskreises für geistliche Musik, der die Konzertreihe ausrichtet, erzählt, dass es „von Anfang an geplant war, die Kirche auch musikalisch zu nutzen“.

So sollte ursprünglich nebenan auch die Landeskirchenmusikschule entstehen, was dann aber aus ihm unbekannten Gründen nicht umgesetzt wurde. Dafür wurde beim Bau von den Architekten Horst Römer und Helmut Baumgart bewusst auf die Akustik geachtet. „Daher auch diese besondere Form des Daches“, sagt Martell. Für ihn ist die Kirche „monumental und intim zugleich“.

Besonders sind auch die Fenster. Die wurden von Johannes Schreiter gestaltet, der später für Kirchen in ganz Deutschland, aber auch in Schweden, Frankreich und England, tätig war. Er ist am Sonntag auch zu Gast.

Kirche und zugleich Konzertsaal mit Platz für 200 Besucher. Für Michael Martell ist das Gebäude „monumental und intim zugleich“.

Wegen der anfänglichen Planung einer Musikschule verfügt die Kirche über eine hochwertige Orgel und ein Tonstudio, in dem in den späteren Jahren zahlreichen Aufnahmen entstanden.

So erinnert sich Martell an das Ensemble „Modern“, das in der Preungesheimer Kirche ein Stück aufgenommen hat, das es im Anschluss dann in der Alten Oper aufgeführt hat. Oder an die internationale Chorakademie aus Lübeck, die eine Woche lang Weihnachtslieder einstudiert hat.

Mit der Alten Oper gibt es auch eine Kooperation, das Musikvermittlungsprogramm „Rabauken und Trompeten“ gastiert unter dem Namen „Rabauken on tour“ immer wieder in der Festeburgkirche. Genauso wie das Kindertheater Frankfurter Flöhe oder die Oper für Kinder.

Im Mittelpunkt der musikalischen Aktivitäten stehen aber weiterhin die Konzerte. Zwölf feste Termine gibt es pro Jahr, hinzu kommen Sonderausgaben.

Am Sonntag wird mit dem Konzert Gertrud Walesch und Ernst Kochsiek gedacht. Walesch war Mitgründerin des Fördervereins, Klavierbaumeister Kochsiek gehörte zu den Initiatoren des Konzertvereins.

So sah es während der Bauzeit 1968 und 1969 aus.

Das Konzert ist Teil der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Kirche. Dem Bau voraus ging die Ausgründung der Festeburggemeinde. Ursprünglich gab es in Preungesheim die Kreuzgemeinde, die irgendwann mehr als 8000 Mitglieder hatte. Damit war sie zu groß, 1963 entstand die neue Gemeinde. Die erste Zeit verlief „nicht ganz friktionslos“, sagt Michael Martell. Mittlerweile aber „haben wir ein konstruktives Miteinander“, beispielsweise bei Gottesdiensten oder dem Konfirmandenunterricht.

Die Gemeinde hat derzeit rund 1200 Mitglieder. Ihr Gelände war bis vor etwa zehn Jahren noch größer. Doch die Zahl der Mitglieder war – gemessen an der Versammlungsfläche – zu gering. Daher wurden nach Verhandlungen mit dem evangelischen Regionalverband sowohl Pfarr- als auch Gemeindehaus sowie eine Wiese abgegeben. Das sei schon „eine deutliche Einschränkung gewesen“, erinnert sich Martell.

Der Festakt am Sonntag soll aber, betont er, „nicht nur zurückblicken“, sondern auch zeigen, welche Zukunftsaussichten die Kirche hat.

Festprogramm

Am Sonntag, 7. Juli, feiert die Festeburggemeinde das 50-jährige Bestehen der Kirche in der Wolfsweide 58. Sie wurde am 6. Juli 1969 geweiht.

Den Auftakt bildet ein Jubiläumsgottesdienst um 10 Uhr. Prädikantin Dore Struckmeier-Schubert wird ihn leiten, der ökumenische Bläserkreis und Frank Hoffmann an der Orgel liefern die Begleitmusik.

Nach dem Gottesdienst folgt um 11 Uhr ein Empfang, unter anderem mit Bürgermeister Uwe Becker, Ortsvorsteher Robert Lange (beide CDU) und Glaskünstler Johannes Schreiter. Stadtdekan Achim Knecht hält eine Festansprache zur Zukunft der evangelischen Kirche. Für den musikalischen Rahmen des Empfangs sorgen das Vokalensemble „Camena Antiqua“ sowie die Solisten Katharina und Alexandra Marquardt.

Am Abend folgt dann ab 19.30 Uhr das insgesamt 577. Festeburgkonzert. Nach einem Grußwort der Schirmherrin Petra Roth gestalten Simone Kochsiek (Violine), Ulrike Block (Blockflöte) sowie Angelika Merkle, Thorsten Larbig und Paul Rivinius (Klavier) das Gedächtniskonzert für Gertrud Walesch und Ernst Kochsiek. Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt zehn Euro, für Schüler und Studenten fünf Euro.

Bereits am Samstag, 6. Juli, tritt Johannes Scherer mit seinem Comedy-Programm „Keinangsthasen“ in der Kirche auf. Beginn ist um 20 Uhr. Tickets kosten 15,50 Euro im Vorverkauf (Sabas Laden, Homburger Landstraße 64), 19 Euro an der Abendkasse.

Infos gibt es online unter

www.festeburgverein.de, www.festeburgkonzerte.de und www.festeburggemeinde.de.

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