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„Die Vielfalt macht Preungesheim aus“

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Von: Fabian Böker

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Anneliese Gad wirkt auch im Heimatmuseum an der Kreuzkirche mit, das eine tragende Rolle beim Jubiläum des Stadtteils spielt.
Anneliese Gad wirkt auch im Heimatmuseum an der Kreuzkirche mit, das eine tragende Rolle beim Jubiläum des Stadtteils spielt. © Peter Jülich

In diesem Jahr feiert Preungesheim 1250-jähriges Bestehen. Das ganze Jahr über wird es Veranstaltungen geben. Anneliese Gad vom Festausschuss berichtet im Interview, wie die Vorbereitungen laufen.

Frau Gad, welche Rolle spielen Sie bei den Vorbereitungen zu den Feierlichkeiten zum 1250-jährigen Bestehen Preungesheims?

Ich bin Teil des Festausschusses, der sich auf Beschluss des Ortsbeirates 10 vergangenes Jahr gegründet hat. Zudem engagiere ich mich im Heimatmuseum an der Kreuzkirche.

Wie oft hat sich dieser Ausschuss bisher mit wie vielen Leuten getroffen?

Nach der ersten Sitzung am 28. Juni 2021 gab es eigentlich jeden Monat ein Treffen. Bis zu 15 Personen waren anwesend.

Worin genau besteht die Aufgabe des Festausschusses?

Letztendlich geht es dabei um die Koordination der Aktivitäten rund um das Jubiläum. Wir bringen eigene Ideen ein oder greifen Ideen auf, die an uns herangetragen werden. Dann diskutieren wir sie, daraus wurde schließlich ein Programm für das ganze Jahr.

Steht dieses Programm schon abschließend fest?

Nein, da kann auch immer noch etwas dazukommen. Wir aktualisieren es immer wieder. Es ist auch manchmal so, dass es Ideen gibt, aber die Zeit zur Umsetzung einfach fehlt.

Wie läuft die Zusammenarbeit im Gremium ab?

Es ist eine wirklich gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Ganz wichtig sind auch die Akteure außerhalb des Festausschusses. Wir müssen ja alle Ideen mit Einrichtungen, Institutionen und Vereinen im Stadtteil besprechen. Wir wollen alle ins Boot holen. Das klappt ganz wunderbar. Alle sind sofort bereit, mitzuhelfen.

Also haben Sie den Eindruck, dass die Vorfreude auf das Jubiläum im Stadtteil groß ist?

Ja, absolut.

Wenn wir von 1250 Jahren Preungesheim reden: Was feiert der Stadtteil da genau?

Das Festprogramm

Mit zahlreichen Veranstaltungen feiert Preungesheim sein 1250-jähriges Bestehen. Hier Auszüge:

Am Samstag, 9. April, gibt es eine Führung durch das Villenviertel bis zur Friedberger Warte. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus vor der JVA.

Im Mai sind eine Apfelweinprobe im Weinkeller der Kreuzkirche (6. 5.), ein Stadtteil-Rundgang mit der Volkshochschule (14.5.) und der Tag der Nachbarn mit Frühstück im Stadtraum (20.5.) geplant.

Im Juni begeht Preungesheim gemeinsam den Tag des Hundes (12.6.) und feiert ein interkulturelles Fest an der Carlo-Mierendorff-Schule (18.6.), Gravensteiner-Platz 2, sowie das Kirchortfest von St. Christophorus (26.6.), An den Drei Steinen 42C.
Am 9. Juli findet die Schau des neu gegründeten Gewerbevereins und das Sommerfest auf dem Gravensteiner Platz statt.

Im September folgt das zweite Sommerfest (10.9.) und der Dorflauf des TV Preungesheim (18.9.).

Das komplette Programm findet man unter preungesheim.net/events/ category/1250-jahre-preungesheim.

Im Jahr 772 wurde Preungesheim erstmals urkundlich erwähnt, damals unter dem Namen Bruningesheim. Der leitete sich vom Gründer des Dorfes ab, einem Franken namens Bruning. Die Erwähnung fand in einer Schenkungsurkunde im so genannten Lorscher Codex statt.

Welche Entwicklung nahm das Dorf in den Jahrhunderten danach?

Es gehörte im Laufe der Zeit zu verschiedenen Landgrafschaften, Kurfürstentümern und Königreichen. Besonders wichtig war das Jahr 1866, als Preungesheim preußisch wurde. Die Menschen mussten daraufhin auf dem Weg nach Frankfurt keinen Zoll mehr zahlen. 1910 schließlich wurde Preungesheim Teil der Stadt Frankfurt.

Welche Rolle spielt das Heimatmuseum für die Erforschung der Historie des Stadtteils?

Eine große. Das Museum entstand wegen der Funde und Erkenntnisse in der Kreuzkirche. So sind mindestens fünf Vorgängerbauten nachweisbar; also wurde bereits sehr früh an diesem Ort Gottesdienst gefeiert.

Ist das Museum in die Planungen zum Jubiläum involviert?

Natürlich. Es soll in wenigen Wochen zum Beispiel eine Ausstellung zu 140 Jahre TV Preungesheim geben. Gerade wird noch eine passende Vitrine für die restaurierte Vereinsfahne gebaut.

Was macht für Sie Preungesheim heute aus?

Seine Vielfalt. Wir haben Alt-Preungesheim, den Kern des alten Dorfes, den Frankfurter Bogen, die Karl-Kirchner-Siedlung, das Gewerbegebiet August-Schanz-Straße, die Villenkolonie Taunus-Blick, die Walter-Kolb-Siedlung. Und was manche als trennende Elemente empfinden, sehe ich als eine Stärke.

Wird die Historie angesichts des Jubiläums verschriftlicht?

Ja, es wird – voraussichtlich im September – eine Festschrift geben. Im Vergleich zur Festschrift zur 1200–Jahr-Feier ergeben sich neue Fragen: Welche Firmen haben 1972 Anzeigen geschaltet? Gibt es diese Unternehmen noch? Welche Themen haben die Macher und Macherinnen damals bewegt? Sie sehen: Wir sind mit unseren Vorbereitungen noch lange nicht am Ende. Und wir wollen das Jubiläum auch nicht nur nutzen, um zurückzublicken.

Wie meinen Sie das?

Es soll die „Zukunfts-Werk-Stadt“ Preungesheim geben, bei denen Menschen aus dem Stadtteil gemeinsam überlegen, wie Preungesheim sich entwickeln soll, um weiterhin lebendig zu sein. Das wollen wir rund um die Feierlichkeiten bewerben.

Interview: Fabian Böker

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