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Wera Eiselt auf dem Gravensteiner Platz, der ihrer Meinung nach umgestaltet werden sollte.
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Wera Eiselt auf dem Gravensteiner Platz, der ihrer Meinung nach umgestaltet werden sollte.

Das Jahr im Ortsbeirat 10

„Der Platz soll grüner und kinderfreundlicher werden“

Ortsvorsteherin Wera Eiselt (Grüne) spricht im Interview über einen Umbau des Gravensteiner Platzes, die Probleme des Bahn-Ausbaus und die Situation an den Schulen im Ortsbezirk.

Frau Eiselt, 2021 war das Jahr der Neustrukturierung des Ortsbeirates 10. Sie wurden Ortsvorsteherin, die Grünen sind jetzt stärkste Kraft. Wie bewerten Sie die ersten Monate in der neuen Konstellation?

Ich freue mich über die neue Zusammensetzung im Ortsbeirat, die mit mehr Frauen und Menschen migrantischer Herkunft für eine bessere Abbildung der Bevölkerung sorgen. Durch die neu gewählten Mitglieder kam ein etwas anderer Umgang miteinander in den Sitzungen auf. Organisations- und Ablaufstrukturen wurden hinterfragt und teilweise erfrischend neu gedacht.

Neu ist auch, dass die AfD jetzt einen Vertreter hat.

Die AfD muss als demokratisch gewählte Partei wahrgenommen werden. Hass und Hetze wie in anderen Parlamenten sind im Ortsbeirat 10 bisher nicht vorgekommen. Die ersten Monate sind ruhig, sachlich und ohne große Konflikte verlaufen. Allerdings haben mehrere Parteien bereits erklärt, dass sie Anträge der AfD nicht mittragen werden.

Wie sieht die Situation an den Schulen aus? Die Carlo-Mierendorff-Schule braucht mehr Räume und eine neue Turnhalle, die Münzenbergerschule muss dringend saniert werden, die August-Jaspert-Schule benötigt eine neue Caféteria.

Die Dringlichkeit der Situation hält leider noch nicht mit der Reaktion des Magistrats stand. Wir hoffen auf eine schnellere Reaktion unter der neuen Koalition. Es wurden einige Anträge an den Magistrat gerichtet: bezüglich der Turnhalle der Carlo-Mierendorff-Schule, der Caféteria und des freien Zugangs zur August-Jaspert-Schule und der Sanierung der Münzenberger Schule. Wir bleiben dran, die Schullandschaft in unserem Ortsbezirk zu verbessern und werden immer wieder den Sachstand prüfen.

In der Stadt werden immer mehr Radwege gebaut. Ist diese Entwicklung auch im Ortsbezirk 10 angekommen?

Der Ansatz, dass städtische Radwegenetz auszubauen, ist grundsätzlich sehr begrüßenswert. Einige Fahrradwege sind jetzt mit roter Farbe markiert worden, was eine spürbare Verbesserung in Bezug auf die Sicherheit darstellt. Und noch sind nicht alle Radwege oder Gefahrstellen für Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen erfolgreich genug angegangen worden. Nach dem Bau der Radwege auf der Gießener Straße und der teilweisen Ertüchtigung der Homburger Landstraße fehlen noch viele Verbindungen in und über Bonames, Harheim, Berkersheim und Eckenheim.

Der Parkplatz im Nordpark Bonames wurde 2021 ertüchtigt.

Der S 6-Gleisausbau beschäftigt den Ortsbezirk und die Menschen dort schon lange. Wie ist es im Jahr 2021 gelaufen? Welche Probleme gab es?

Das Jahr 2021 ist leider nicht so gut gelaufen wie erhofft. Die Zusage der Bahn, den Zugang zum Niddatal offen zu halten, resultierte bisher nur in vielen Gesprächen um den Wiesengarten und die Brücke mit Aufzügen anstelle des Bahnschrankenübergangs. Damit sind vor allem die Bürger und Bürgerinnen Berkersheims gar nicht zufrieden.

Was bedeutet das für die Menschen in diesem Jahr?

Das wird für die Menschen vor Ort ein tiefer Einschnitt, wenn man nur noch über die von der Bahn zugesagte Brücke mit den zwei Aufzügen auf die andere Seite der Schienen kommt. Erfahrungsgemäß sind Aufzüge immer mal wieder von Vandalismus betroffen und leider auch nur 2,10 Meter breit. Alles, was größer ist, muss über den Frankfurter Berg, was einen großen Umweg bedeutet. Auch die Radroute für Ausflügler:innen führt über Berkersheim und ist mit zwei Aufzügen und ansonsten nur Treppenstufen unzureichend ausgearbeitet worden. Nur für die Reiter konnte man eine Lösung finden mit einer temporären Reithalle.

Zur Person:

Wera Eiselt ist Rentnerin und seit der Wahl im März erstmals Ortsvorsteherin. Sie folgte auf Robert Lange (CDU) nach.

Zuständig ist der Ortsbeirat für fünf Stadtteile: Preungesheim, Eckenheim, Berkersheim, Bonames und Frankfurter Berg. Dort leben (Stand 31. Dezember 2020) etwa 48 700 Menschen.

Stärkste Fraktion sind die Grünen mit fünf Sitzen. Es folgen – mit jeweils vier Sitzen – die CDU und die SPD. Zwei Mandate haben Linke und FDP, ein Vertreter kommt von der AfD, einer ist fraktionslos.

Die nächste Sitzung des Ortsbeirats 10 findet am kommenden Dienstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr im Saalbau Nidda, Harheimer Weg 18–24, in Bonames statt.

Die FR blickt mit allen 16 Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in Frankfurt zurück auf das Jahr 2021. Das hier ist der letzte Teil der Serie. (bö)

Eckenheim hat nun endlich ein Quartiersmanagement bekommen. Haben Sie sie bereits kennengelernt? Was wird, was soll sich jetzt im Stadtteil ändern?

Die neue Quartiersmanagerin habe ich kennengelernt und sie hatte auch schon die Gelegenheit, sich im Ortsbeirat vorzustellen. Wir freuen uns sehr, mit Laetitia ten Thije eine engagierte Frau in Eckenheim als Ansprechpartnerin vor Ort zu haben. Die Zusammenarbeit mit allen Institutionen wird kommen, doch dies braucht Zeit und Geduld.

Dem Abriss der St.-Christophorus-Kirche stellt sich eine Initiative in Preungesheim entgegen.

Um den Gravensteiner Platz gab es einige Diskussionen (Grünes Zimmer, Künstlerzimmer, Mehr-Generationen-Umbau). Wie soll der Platz Ihrer Meinung nach in Zukunft aussehen?

Diese Diskussion werden wir mit den Ortsbeiratsmitgliedern und den Bürgern und Bürgerinnen vor Ort führen, damit der Platz für alle schöner und klimafreundlicher wird. Ebenso werden alle relevanten Ämter dazukommen, damit ressortübergreifend gleich alle Fragen vor Ort geklärt werden können. Der Platz soll grüner und kinderfreundlicher werden.

Eine Initiative hat sich sehr für den Erhalt der Kirche St. Christophorus in Preungesheim eingesetzt. Unterstützen Sie das Vorhaben?

Die weitere Instandhaltung und Nutzung des Gebäudes ist wesentlich eine Entscheidung der katholischen Kirche. Im Ortsbeirat befassen wir uns mit Nutzungskonzepten und Unterstützungsangeboten.

Der Bahnübergang in Berkersheim wird dieses Jahr geschlossen. Dann wird es keinen direkten Zugang mehr ins Niddatal geben.

Der Parkplatz am Nordpark Bonames ist befestigt worden, es gab Diskussionen um neue Mülleimer und den Park als Ausflugsziel. Welche Rolle spielt die Grünanlage für die Menschen, die ihn nutzen?

Der Park spielt eine sehr große Rolle, damit die Kinder und Jugendlichen im Ortsbezirk wieder ein gesundes Verhältnis zur Natur erlangen können, da das Projekt „Wildnis wagen“ dort durchgeführt wird. Die Befestigung des Parkplatzes wurde nötig, damit die Natur, welche durch unverhältnismäßigen Umgang der Autofahrer:innen auf dem vorher unbefestigten Platz stark gelitten hat, sich erholen kann.

Die U5 soll bis zum Frankfurter Berg verlängert werden. Wie ist da der aktuelle Stand?

Wir wollen den neuen Verkehrsdezernent zu uns in den Ortsbeirat einladen, zu einer Diskussion und der Vorstellung des aktuellen Planungsstandes zur Verlängerung der Linie U5. Die Vorstellung des Ausbaus gab es ja schon einmal, daran wollen wir anknüpfen.

In diesem Jahr sollen 1250 Jahre Preungesheim gefeiert werden. Was kann man da konkret erwarten?

Es gibt einen Festausschuss, der regelmäßig tagt und auch schon einiges auf den Weg gebracht hat. Dazu wird es auf der Webseite frankfurter-bogen.net einen Terminkalender geben, in welchem die Events rechtzeitig angekündigt werden. Es sind zwei große Feste auf dem Gravensteiner Platz geplant, am 9. Juli und am 10. September. Auch sonst wird der Platz für Feierlichkeiten im Rahmen der 1250–Jahres-Feier genutzt werden. Unter anderem mit einem ökumenischen Gottesdienst am 17. Juli.

(Interview: Fabian Böker)

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