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Marion Schulze bei den Bestellungen, die sie am Mittwoch ausgeliefert hat.

Preungesheim

Bücher direkt an die Haustür

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Der Lieferservice von „Bücher im Bogen“ in Preungesheim kommt gut an. Jetzt kann der Laden ab Montag wieder öffnen – wenn auch mit weiteren Einschränkungen.

Marion Schulze ist einfach nur „erleichtert“, wie sie sagt. Freudig hat sie die Nachricht aufgenommen, dass Buchhandlungen ab Montag wieder öffnen können. Das gilt dann natürlich auch für das Geschäft „Bücher im Bogen“, das Schulze vor rund dreieinhalb Jahren eröffnet hat. Damit endet eine schwierige Zeit unter dem Eindruck der Corona-Krise, die Schulze und ihre Mitarbeiterinnen aber gut gemeistert haben.

Der Schock sei schon groß gewesen, erzählt die Buchhändlerin, als ihr Laden vor rund vier Wochen schließen musste. Doch schnell sei man sich innerhalb des Teams einig gewesen, die Idee aus dem gut vernetzten Buchhandel aufzugreifen, einen Lieferservice anzubieten.

Lieferungen per Rad

Kunden, die ein Buch kaufen wollten, konnten fortan per E-Mail, Whatsapp oder Telefon eine Bestellung aufgeben. „In der Regel wurde jedes gewünschte Buch dann am nächsten Tag geliefert“, blickt Marion Schulze zurück. Und dann begann die Arbeit. Eine Arbeit, die sich vom Alltag in der Buchhandlung vor der Corona-Krise doch deutlich unterschied.

Die Buchhandlung

Die Buchhandlung  „Bücher im Bogen“ am Gravensteiner Platz ist online unter www.buecher-im-bogen.de zu erreichen, telefonisch unter 0 69 / 27 24 03 33, per E-Mail an info@buecher-im-bogen.de. Geöffnet hat der Laden ab kommender Woche von Montag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr.

Die Bestellungen wurden im Laden sortiert. Auf den Tischen, auf denen Schulze und ihre insgesamt drei Mitarbeiterinnen sonst Neuerscheinungen oder Empfehlungen prominent platzieren, wurden Bücher gestapelt, mit Namen und Rechnungen versehen. Von 10 bis 17 Uhr etwa dauerte das, auch samstags war der geschlossene Laden besetzt. Und zwischendurch kamen immer wieder neue Bestellungen rein, was sich auch bei einem Besuch vor Ort bestätigt. Mitarbeiterin Iris Kleiner geht alle paar Minuten ans Telefon, fragt zwischendurch mal die Chefin um Rat, notiert alle Anfragen.

Nach dem eigentlichen Feierabend ging es für Marion Schulze dann erst richtig los. Sie schnappte sich ihr Fahrrad – und lieferte die Bestellungen aus. „Unter zwei Stunden war ich selten unterwegs“, sagt sie. Und ihr Mann war parallel mit dem Auto unterwegs, oft unterstützt von den Söhnen. Auch ihre Schwester, die mit im Laden arbeitet, half mit. „Wir haben vor allem in Preungesheim und den angrenzenden Stadtteilen geliefert.“ Am Mittwoch dauerte die Tour insgesamt sogar rund dreieinhalb Stunden, weil sich über Ostern mehr Bestellungen angesammelt hatten. Schulze klingelte wie immer bei den Kunden, stellte die Tüte mit den Büchern vor die Tür, trat ein paar Schritte zurück und wechselte auf Abstand ein paar Worte mit den Bestellern – „alles kontaktlos“.

Solidarität der Stammkunden

Eine andere Art der Zustellung war die über den Lieferanten direkt, was vor allem in Anspruch genommen wurde, wenn der Kunde zu weit weg wohnte oder das Buch als Geschenk an eine andere Person geliefert wurde. Die Rechnung kam dann per E-Mail hinterher.

Das Lieferangebot wurde sehr gut angenommen, bilanziert Marion Schulze. „Unsere Stammkunden haben dadurch Solidarität gezeigt, und es sind auch einige Neukunden dazugekommen.“ Vor Kurzarbeit rettete das die Mitarbeiter aber dennoch nicht.

Daran wird sich auch ab Montag erst einmal nichts ändern. „Wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt“, so Schulze. Klar sei aber, „dass es nicht sofort wird wie vorher“. Es werden nur drei Kunden gleichzeitig eingelassen, ein Spuckschutz wird an der Kasse errichtet, die Mitarbeiter tragen Mundschutz, die Sitzgruppe bleibt im Lager. Lieferungen für Risikogruppen sollen aufrechterhalten werden. „Bis wir wieder ein Begegnungsort für die Menschen werden, dauert es noch eine Weile“, blickt Marion Schulze in die Zukunft. Die aber sieht sie jetzt schon wieder positiver.

Eine beliebte Buchhandlung in Bad Homburg vor dem Aus. Die Corona-Pandemie erschwert die Schließung.

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