Die Kinder erklären sich gegenseitig ihre Sprüche und Gedanken.

Kunst

Preungesheim: Ein Boulevard voller Gedanken

Eine Ausstellung zeigt die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen in dem Stadtteil. 

107 Nationen, unzählige Sprache und Kulturen – Preungesheim ist vielfältig und bunt. Das nach außen zu zeigen, dieses Ziel hat die Kunstaktion „Was meinst du?!“ im Awo-Jugendclub in der Wegscheidestraße, mit organisiert vom Quartiersmanagement.

Es ist voll am Donnerstagnachmittag in der Einrichtung, große und kleine Künstler zeigen den Gästen ihre Werke. Hinter diesen stecken viele Botschaften, mal tiefgründig, mal witzig, mal banal.

„Wir wollen zeigen, was die Menschen hier im Stadtteil bewegt, auch die Kinder und Jugendlichen“, sagt Quartiersmanagerin Angela Freiberg. Das Ergebnis soll möglichst bunt sein, „wir machen Preungesheim zum Boulevard.“

Auf sechs gedruckten Bannern finden sich arabische und chinesische Schriftzeichen sowie deutsche und englische Wörter wieder. Unter Leitung der Illustratorin Sitha Reis haben Kinder und Jugendliche einen Kalligraphiekurs absolviert. Sie haben sich „den jeweiligen Systemen der einzelnen Sprachen genähert“, so Reis. Haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede erarbeitet und am Ende ihre Ideen umgesetzt.

Auf einem Banner stehen Schlagworte untereinander. „Ein Mensch“, „Vertrauen“, „Freunde“, „Sterne“, „eigenen Weg“, „Lebenseinstellung“ und „keine Sorge“. Sie alle sind Sprüchen entnommen, die sich die ausnahmslos weiblichen Teilnehmer überlegt hatten.

„Freunde sind wie Sterne, man sieht sie nicht immer, aber sie sind immer da“ – so lautete beispielsweise der Sinnspruch, den sich die elfjährige Lina herausgesucht hatte. „Freunde sind einfach wichtig im Leben“, sagt sie und umarmt ihre Freundin Iman. Die hatte den Spruch „Prinzessin ist kein Titel, Prinzessin ist eine Lebenseinstellung“ gewählt. „Den finde ich einfach witzig. Außerdem hatte ich dazu direkt Schrift und Farben im Kopf“, so die Zwölfjährige.

Andere Jugendliche haben mit einer speziellen Drucktechnik – Cyanotypie – bei Juliane Kutter Plakate erstellt. Darauf fordern sie mal, die alten Spielgeräte wieder zum Rolli zu bringen, setzen sich für mehr Forschung in der Medizin ein oder setzen ein Statement, das richtiger nicht sein könnte: „AfD raus - gegen Rassismus!“

Preungesheim: Banner und Plakater

Die Banneraus dem Kalligraphiekurs sind beim Sommerfest am Rollipark in der Karl-Kirchner-Straße zu sehen.

Die dazu passenden Postkartenliegen schon jetzt in Einrichtungen wie dem Nachbarschaftsbüro, Wegscheidestraße 32a, oder dem Stadt-Raum, Homburger Landstraße 148, aus.

Die Plakateaus dem Druckkurs hängen am Bauzaun des Oberstufenbaus der Carlo-Mierendorff-Schule auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle. bö

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