+
An der Liesel-Oestreicher-Schule gibt es immer wieder Beschädigungen.

Preungesheim

Kameras gegen Vandalismus

  • schließen

Nach zahlreichen Vorfällen fordert die Liesel-Oestreicher-Schule in Preungesheim eine Überwachung.

Für Eltern, Schulleitung und Mitarbeiter der Preungesheimer Liesel-Oestreicher-Schule ist das Maß voll: Angesichts zahlreicher Vorfälle auf dem Schulgelände in der Boskoopstraße 6 fordern sie in einem gemeinsamen Schreiben an Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) die Einrichtung einer Videoüberwachung. Damit unterstützen sie einen entsprechenden Antrag des Schulhausverwalters Alexander Schuhmacher beim Amt für Bau und Immobilien.

In den letzten Monaten, so Diana Olbrich als Vorsitzende des Elternschulbeirates, sei es vermehrt zu Sachbeschädigungen und Verunreinigungen „in unterschiedlicher Härte“ gekommen. Beispielhaft listet das Schreiben die Vorfälle auf. So werde der Schulhof immer wieder mit Glasflaschen und Müll verdreckt. Die Glasscheibe der Cafeteria sei mehrfach zerstört worden, ebenso wie ein Bewegungsmelder. Schließzylinder seien verstopft, Drogen auf dem Schulgelände konsumiert worden. Es sei ein nachgemachter Schlüssel im Umlauf gewesen, mit dem sich Unbekannte Zutritt zum Gebäude verschafften. Im Vorraum der Turnhalle sei – bei unrechtmäßig geöffneter Tür – gegrillt worden, so dass der Rauch nach innen zog.

Und deswegen schlagen die Eltern jetzt Alarm. Sie sehen „die Sicherheit unserer Kinder nicht mehr gewährleistet“. Sie loben den Schulhausverwalter, der jeden Tag früher zum Dienst komme, um den Außenbereich zu säubern. Sie honorieren die erhöhte Präsenz der Polizei, die sogar schon zu Festnahmen geführt habe. Und sie stellen doch fest, dass erst in der vorvergangenen Woche in der Halle eine Weichmatte im Wert von rund 1500 Euro zerschnitten worden sei.

Deswegen müsse nun gehandelt werden. Neben dem Austausch der Schlüsselanlage zu einem Keyless-System und der weiterhin höheren Polizeipräsenz soll eine Videoüberwachung in Betrieb gehen. Im Schreiben an Sylvia Weber ist die Rede davon, dass die Kameras nur außerhalb der Schulzeit – zwischen 18 und 6 Uhr sowie an Wochenenden – laufen sollen. Von der Schule selbst ist zu erfahren, dass das erst einmal nur ein Vorschlag sei, Details müssten im Gespräch mit der Stadt geklärt werden.

Und genau um diese Details ging es auch am Dienstagabend im Ortsbeirat 10. So fragte sich zum Beispiel die SPD, was mit dem Vereinssport sei, der in der Turnhalle der Schule stattfindet, auch nach 18 Uhr. „Die Kameras sollten erst laufen, wenn die Vereine aus der Halle raus sind“, so Michael Bartram-Sitzius. Die Grünen stimmten mit der SPD überein. Selbst Lothar Kramer (Linke), für gewöhnlich eher kritisch beim Thema Videoüberwachung, sagte: „In diesem Fall ist das ist in Ordnung. Wenn die Details geklärt sind.“

Denn mehreren Fraktionen ist es wichtig, Fragen des Persönlichkeits- und Datenschutzes zu erörtern, bevor sich das Gremium offiziell positioniert. Daher soll nun der Magistrat den Wunsch der Schule erst einmal prüfen und dann darüber Bericht erstatten.

Mit diesem Antrag folgte der Ortsbeirat den Ausführungen von Dirk Peglow (CDU), der Polizist ist. Er stellte fest, dass „wir es uns hier etwas einfach machen“. Welche Kameras sollen zum Einsatz kommen? Wann sollen diese laufen? Was genau nehmen sie auf? Werden die Sequenzen gespeichert? Wer darf sie sehen? Derartige Fragen müssten geklärt sein, bevor etwas geschehe.

Laut Diana Olbrich vom Schulelternbeirat sieht das Rechtsamt der Stadt die Überwachung kritisch. Doch dürfe es ihr zufolge „nicht passieren, dass der Datenschutz die Täter schützt und nicht das aus Steuergeldern finanzierte Eigentum der Stadt“.

Ähnliche Diskussionen gab es auch bei der in der Nachbarschaft liegenden Carlo-Mierendorff-Schule. Auch dort hatte es eine Fülle an Vandalismus-Fällen gegeben. Seit etwa anderthalb Jahren existieren dort Kameras, erläutert Schulleiterin Nicole Schiffer-Brams. Besonders die Fliesenspiegel an einer Fassade seien immer wieder betroffen gewesen. Seit die Kameras im Einsatz seien, „haben wir wesentlich weniger Probleme“. Über Details der Anlage will sie nichts sagen, nur so viel: „Daten- und Personenschutz sind gewährleistet.“

Wie es an anderen Frankfurter Schulen aussieht, lässt sich nicht sagen. Im Jahr 2017 antwortete das Kultusministerium auf eine Kleine Anfrage im Landtag, dass an fünf Schulen Videoüberwachungsanlagen angebracht worden seien. Die aktuellen Zahlen waren vom Amt für Bau und Immobilien, das für die Anbringung zuständig ist, bis Redaktionsschluss nicht zu ermitteln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare