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Karlheinz Menzer (l.) und Luigi Cirillo verbindet eine lange Freundschaft.
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Karlheinz Menzer (l.) und Luigi Cirillo verbindet eine lange Freundschaft.

Praunheim

Zwei Meister, die sich mögen

Im Praunheimer Café-Restaurant „Latte Macchiato“ kredenzen Pastakönig Luigi Cirillo und Traditionsmetzger Karlheinz Menzer ihre Kreationen. Von italienischen Original-Gerichten bis hin zu Wildspezialitäten aus dem Vogelsberg reicht das Angebot. Dem zugrunde liegt eine lang gehegte Freundschaft beider Meister.

Es war Freundschaft auf den ersten Biss. Und die nahm, wie so viele im Stadtteil, beim legendären Zehntscheunenfest ihren Anfang. Da standen sich der Ur-Praunheimer Metzgermeister Karlheinz Menzer und der junge Italiener Luigi Cirillo, der nicht lange zuvor sein kleines Eiscafé am Alten Schloss eröffnet hatte, mit ihren Ständen auf dem Platz zu Füßen der Auferstehungskirche gegenüber. Man war sich sympathisch, probierte die Produkte des jeweils anderen. Auf der einen Seite Pizza und Pasta, auf der anderen Wildschweinbrat- und Zehntscheunenwurst.

Inzwischen ist daraus eine hessisch-kampanische Liaison geworden. Denn Menzer hat seinen Laden zwar im April vergangenen Jahres für immer geschlossen. Eine kleine feine Auswahl an Wildprodukten gibt es aber immer noch im Stadtteil zu kaufen. Im Cafè-Restaurant „Latte Macchiato“ von Luigi Cirillo, in der Römerstadt 236

„Und natürlich gibt’s auf Vorbestellung auch frisches Wildbret“, sagt der begeisterte Waidmann Menzer, der seines Hobbys wegen 1993 in den Vogelsberg zog, wo er heute 550 Hektar Fläche bejagt. Und im Herzen des Reviers ein Holzhaus mit ausgerüsteter Wurstküche im Untergeschoss besitzt.

„Endlich habe ich Zeit, Dinge auszuprobieren“, sagt der leidenschaftliche Koch Menzer. Zum Beispiel Wildschwein-Apfelwein-Sülze. Oder Corned Deer, also gepökeltes, im eigenen Saft gekochtes Rehfleisch. Zudem produziert er weiter seine tafelfertigen Gerichte in Gläsern und Dosen, die es früher in seinem Laden gab.

„Und irgendwann hat er gefragt: ‚Luigi, warum macht Du das nicht auch?‘", erinnert sich der Italiener, der seinen Freund regelmäßig in der inzwischen zum kleinen Lokal aufgestiegenen Eisdiele bekochte. „Er hat immer gesagt: ‚Ich lass‘ mich von Dir überraschen. Aber bitte kein Fleisch. Das habe ich selber.‘" Also kredenzte ihm Cirillo Lachs mit Grapefruit, Thunfisch mit Pistazien oder Walnusskuchen mit Feigen – eine Spezialität aus Kalabrien. Die gibt es zwar nicht im Glas, dafür aber Pestos, Soßen, Gnocchi Napoli und mediterranes Gemüse. Und – für einen Italiener sicher einmalig – Königsberger Klopse. Das Rezept hat Nina mitgebracht. Sie kochte viele Jahre in der Küche von Karlheinz Menzer, jetzt schnippelt und schmort sie für ihren neuen Chef.

„Die Idee von Karlheinz und das Geschäft mit den Gläsern hat uns während Corona das Leben gerettet“, sagt Luigi (47), und seine Frau Monika (36) nickt. Die gebürtige Polin mit italienischem Temperament, die auch Sängerin ist, hat sogar eine eigene, nach ihr benannte Pasta-Soße kreiert. Nun hofft das Paar, dessen acht Monate alter Sohn Giuliano – wie es sich gehört – am internationalen Tag der Pasta geboren wurde (25. Oktober), dass auch das normale Geschäft wieder anläuft. Einmal im Monat gibt es dann ein mehrgängiges Abendessen. Und zwischendrin singt Monika italienische Arien. Auch für ein Dinner daheim mit Freunden kann man das Paar buchen. Oder jetzt im Sommer eine Picknick-Box bei ihnen erstehen.

In den kommenden Tagen sollen die Auslagen umgebaut und erweitert werden. Ein zusätzliches Regal für die Wild-Spezialitäten Menzers und die italienischen Rezepturen Cirillos steht schon bereit. Karlheinz Menzer kommt alle zwei, drei Wochen vorbei. Auch um zu essen.

Café Latte Macchiato , In der Römerstadt 236, Telefon 57 00 31 33, www.frankfurt-latte-macchiato.de

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