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Quartiersmanagement vernetzt die Siedlungen in Praunheim

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Von: Judith Dietermann

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Seit März ein Team: Die Quartiersmanager Tanja Göller und Malte Stieber.
Seit März ein Team: Die Quartiersmanager Tanja Göller und Malte Stieber. © Caritas

Das Caritas-Quartiersmanagement in Praunheim kümmert sich nicht nur um die Heinrich-Lübke-Siedlung, sondern auch um die Siedlung Westhausen. Das führt zu Irritationen im Ortsbeirat.

Seit 2010 gibt es in der Heinrich-Lübke-Siedlung ein Quartiersmanagement. Träger ist der Wohlfahrtsverband Caritas. Gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den im Umfeld ansässigen sozialen Einrichtungen arbeite man an einer besseren Lebenssituation in der Siedlung, beschreibt dieser die Ziele. Diese sieht der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) jetzt gefährdet.

Das Gremium fragt sich, ob das Quartiersmanagement nun auch in der Siedlung Westhausen aktiv sei, obwohl das Tätigkeitsgebiet auf die Heinrich-Lübke-Siedlung begrenzt sei. Die dort geleistete hervorragende Arbeit, die zur Stabilisierung der Siedlung beigetragen habe, dürfe nicht beeinträchtig werden.

Das sieht der Magistrat genauso. In einer Stellungnahme betont er, dass das Quartiersmanagement siedlungsübergreifend arbeite, um einer Trennung zwischen den beiden nah beieinander, jedoch durch die Ludwig-Landmann-Straße getrennten Quartiere entgegenzuwirken. Angebote, wie die Sozialberatung oder Angebote in den Räumlichkeiten der Siedlung Westhausen sowie ein Graffiti-Projekt verbänden die beiden Siedlungen miteinander und stellten einen Kontakt zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern her.

Auch die Eröffnung des Nachbarschaftstreffs „Nebenan“ im Westring im vergangenen Jahr, dessen Räume unter anderem für die ehrenamtliche Sozialberatung, das Familiencafé sowie für die Beratung durch das Orientierungsmobil genutzt werden, sei ein wichtiger Schritt in Richtung Vernetzung beider Siedlungen. Möglich ist dies auch, weil das seit Beginn mit 1,5 Personalstellen ausgestattete Quartiersmanagement seit dem 14. März diesen Jahres wieder vollständig besetzt ist. Malte Stieber wird seitdem von seiner neuen Kollegin Tanja Göller unterstützt. In Kooperation mit dem Sozialrathaus Bockenheim startete im Mai 2022 zudem eine aktivierende Befragung in den Siedlungen Westhausen und Heinrich-Lübke.

Das Quartiersmanagement schätze derweil die Ausweitung der Arbeit auf die Siedlung Westhausen als sinnvoll und essenziell wichtig ein, so der Magistrat. Und nicht nur das: Die bestehende, stark ausgeprägte soziale Teilung der einzelnen Siedlungsteile mache es sogar notwendig, dass die Arbeit über die Lübke-Siedlung hinausgeht, um dieser entgegenwirken zu können, Begegnungen unterschiedlicher Bewohnergruppen zu ermöglichen und zu fördern und somit einen Beitrag zum integrativen Zusammenleben leisten zu können. Die Beschränkung auf einen Siedlungsteil würde einer Verbesserung der Lage indes kontraproduktiv gegenüberstehen, betont der Magistrat. Die Arbeits- und Maßnahmeplanung werde vom Quartiersmanagement auf Grundlage der personellen Kapazitäten vorgenommen. Dies erfolge durch die Einschätzung der Quartierungsmanager selbst sowie in Rücksprache mit dem jeweiligen Träger und der Fachstelle Aktive Nachbarschaft bei der Stadt.

Eine strategische Vereinbarung zwischen der Fachstelle Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft und dem Caritasverband sei, dass sich die Arbeit des Quartiersmanagements Praunheim auf das Wohngebiet „Heinrich-Lübke-Siedlung“ unter Berücksichtigung dessen Einbindung in den gesamten Stadtteil beziehe. Zudem sei vereinbart worden, dass, bei besonderen Problemstellungen oder Querschnittsaufgaben eine Erweiterung der regionalen Zuständigkeit in Absprache erfolgt.

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