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Protest gegen Eltern-Taxis in der Siedlung Westhausen

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Den Anwohner reichts: Manfred Eder und Ute van Beuningen wehren sich mit ihren Nachbarn gegen die Eltern-Taxis.
Den Anwohner reichts: Manfred Eder und Ute van Beuningen wehren sich mit ihren Nachbarn gegen die Eltern-Taxis. © Rainer Rüffer

Mit Bannern und Schildern protestieren die Menschen in der Siedlung Westhausen gegen die Eltern, die morgens ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.

Es ist ein typischer Montagmorgen in der Siedlung Westhausen. Um kurz nach halb acht rollen die ersten Autos durch die Kollwitzstraße, vorbei an der Gärtnerei in Richtung Liebigschule und Französische Schule. Binnen Minuten ist die Straße dicht. Es wird gehupt und gedrängelt, einige Fahrzeuge fahren auf den Gehweg, Autotüren gehen auf, Schüler:innen springen heraus, die Kinder auf dem Fuß- und Radweg müssen ausweichen. Eine Mutter hält gar mitten auf der Straße; als sie gebeten wird weiterzufahren, wird sie aggressiv.

Solche Szenen spielen sich täglich ab entlang der Kollwitzstraße, montags bis freitags zwischen halb acht und acht sei es besonders schlimm, berichtet Manfred Eder, der seit 1972 in der Siedlung lebt. „Das Problem mit den Eltern-Taxis ist in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden. Vor wenigen Tagen habe ich versucht, morgens mit dem Auto über die Kollwitzstraße die Siedlung zu verlassen. Keine Chance“, sagt er.

Hätte ein Rettungswagen oder die Feuerwehr in die Siedlung fahren müssen, wäre es nicht möglich gewesen. Vor zwei Jahren sei er wegen dieses Problems bereits im Römer gewesen und habe seinem Ärger Luft gemacht. Passiert sei jedoch nichts.

Drei Schulen gibt es in der Siedlung: Die Liebigschule, das Gymnasium Nord und die Französische Schule, die zwar in Rödelheim liegt, aber auch über Westhausen angefahren wird. Hinzu kommen drei Kindergärten. Mindestens die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler würden von den Eltern mit dem Auto gebracht, schätzt Anwohnerin Ute van Beuningen.

Das Problem habe sich durch die Corona-Pandemie verstärkt. „Ich bin früher mit den Öffentlichen von Sachsenhausen nach Offenbach gefahren. Das war völlig normal“, sagt sie. In Westhausen gibt es sogar zwei U-Bahn-Stationen. Der Fußweg durch die Siedlung sei völlig ungefährlich.

30 Minuten stünden die Eltern teilweise im Stau, oft bis unter die Brücke. „Wir wollen uns das nicht länger gefallen lassen. Die vollen Straßen und Abgase sind belastend“, erklärt van Beuningen, warum sie mit Anwohnerinnen und Anwohnern Banner und Schilder hat drucken lassen, die nun in der Kurve an einem Haus hängen und in den Hecken stehen. „Stop – Elterntaxi nein danke“ steht darauf. Die Resonanz sei durchweg positiv.

Eine Aktion, die auch die Leiterin der Liebigschule, Sabine Brieske, unterstützt. Bereits bei der Einschulung weise sie die Eltern darauf hin, dass die Kinder zu Fuß, mit dem Rad oder Bus und Bahn in die Schule kommen sollen. Auch an der Französischen Schule weist die Schulleitung die Eltern an, ihre Kinder möglichst alleine kommen zu lassen, berichtet Manfred Eder. Zudem gebe es in der Gontardstraße einen großen Parkplatz, den immer mehr Eltern nutzten.

Die Anwohner:innen schlagen als Lösung vor, die Eltern könnten doch den Wendehammer an der Auffahrt zum Gymnasium Nord nutzen, wo derzeit noch die Schulbusse stehen. „Dort könnten sie ihre Kinder raus lassen und wieder zurück fahren, ohne die Siedlung zu verstopfen.“

Rosemarie Lämmer (BFF) will in der Märzsitzung des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) per Antrag den Magistrat auffordern, mittels eines Ortstermins eine schnelle und wirkungsvolle Lösung zu finden.

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