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Roland Sautner vom Kulturkreis Frankfurt-Westhausen häl an dem ehemaligen Gemeindetreff als Ort für Vereine fest.
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Roland Sautner vom Kulturkreis Frankfurt-Westhausen häl an dem ehemaligen Gemeindetreff als Ort für Vereine fest.

Praunheim

Praunheim: Schulen für Vereine öffnen

  • Sonja Thelen
    VonSonja Thelen
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In Westhausen gibt es seit Jahren keinen Treffpunkt mehr. Der Ortsbeirat schlägt jetzt vor, die Schulen in der Siedlung für Vereine und Initiativen zu öffnen.

Kein Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, geschweige denn für Vereine. Nirgends. So ist in der Siedlung Westhausen seit 2017 die Lage, nachdem das kleine Gemeindezentrum in der zentralen Kollwitzstraße aufgegeben wurde. Der eigentliche Bürgertreff wurde schon 2008 geschlossen und in eine Kindertagesstätte umgewandelt. Dabei sind gemessen an der Einwohnerzahl von mehr als 2500 Menschen, die in Westhausen leben, überproportional viele Bildungseinrichtungen vertreten: zwei Kindestagesstätten, die Liebigschule, das Gymnasium Nord und das französische Lycée Victor Hugo. Während Tag für Tag hunderte Kinder und Jugendliche ihren Alltag in Westhausen verbringen, sind örtliche Gruppen und Vereine gezwungen, in Räume außerhalb der Siedlung auszuweichen. So auch der Kulturkreis Westhausen mit seinem Kinderkulturprogramm.

Basierend auf einem entsprechenden Magistratsbericht schlägt der Ortsbeirat 7 jetzt vor, in Absprache mit den Leitungen der örtlichen Schulen und zuständigen Behörden zu prüfen, ob Schulräume für bürgerschaftliche Aktivitäten genutzt werden können.

Sabine Brieske, Leiterin des Liebiggymnasiums, hält das für eine gute Idee. „Wir würden uns gerne mehr dem Quartier öffnen“, sagt sie. Das würde den Austausch und das Miteinander im Viertel stärken. Während der Pandemie hätten sich schon Verbände in der Aula der Schule getroffen, weil dort die Abstände eingehalten werden können. Auch der Ortsbeirat habe dort seinen Neujahrsempfang abgehalten.

Umsetzbar sei die Idee aber nur mit einer klaren Auswahl, welche Räume an Schulen überhaupt für Bürgertreffen in Frage kommen. Zudem müsse es Absprachen über das Auf- und Abschließen der Räume geben. Denn das könne die Schule weder organisatorisch noch personell leisten, verdeutlicht Brieske.

Das sieht Michael Haas, Schulleiter am Gymnasium Nord, ähnlich. Bereits heute sei seine Schule offen für „Gäste aus Westhausen“. Das sei vor allem eine organisatorische Frage und im Einzelfall zu prüfen. Auch mögliche Kosten etwa für die Reinigung, den Einsatz von Sicherheitspersonal oder des Hausverwalters seien im Vorfeld zu klären. Zuständig für das Auf- und Abschließen von Schulräumen seien die Schulhausverwalter, die dem Amt für Bau und Immobilien (ABI) zugeordnet sind. Das ABI fällt in die Zuständigkeit von Baudezernent Jan Schneider (CDU).

Prinzipiell müssten die Schulen erst intern abstimmen, welche Räume für eine externe Nutzung geeignet seien, sagt Günter Murr, Sprecher des Baudezernats. Aspekte wie ein separater Eingang seien eventuell in Betracht zu ziehen. Sein Tipp für interessierte Gruppen und Vereine lautet, sich im direkten Kontakt mit den Schulen abzustimmen.

Derweil steht die Stadt in Verhandlung mit dem Evangelischen Regionalverband über den Erwerb eines größeren Pakets ehemals kirchlicher Grundstücke. In diesem enthalten ist der frühere Gemeindetreff in Westhausen. „Die Verhandlungen sind in der Schlussphase“, berichtet Murr und hofft auf eine Einigung in den kommenden Monaten. Die künftige Nutzung des Areals sei völlig offen, betont er, also auch die Frage, ob dort multifunktionale Räume für einen Bürgertreff entstehen könnten.

Das fordert etwa der Kulturkreis Westhausen, betont sein Vorsitzender Roland Sautner. Das Grundstück war bereits Thema einer „Zukunftswerkstatt“ unter der Leitung seiner Ehefrau, Stadträtin Elke Sautner (SPD), die ein gemeinschaftliches Wohnprojekt favorisiert.

Die Öffnung von Schulen hält Roland Sautner für eine „Schaufenstergeschichte“: „Diese Idee poppt immer wieder seit Jahren auf.“ Sie funktioniere nur mit einem seriösen Konzept und Kosten, die Vereine finanzieren können. „Als wir vor Jahren eine Ausstellung in der Liebigschule hatten, mussten wir 1000 Euro Miete zahlen. Das kann sich ein Verein wie unserer an sich nicht leisten“, betont er.

Unverzichtbar sei zudem ein Schulhausverwalter, der auf- und zuschließt, „sonst ist das problematisch. Daher favorisiere der Verein ein nachhaltiges Angebot auf dem Areal des ehemaligen Gemeindetreffs.

In der Siedlung Westhausen gibt es seit Jahren keinen Bürgertreff mehr.

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