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Benannt nach dem Architekten soll das Zentrum das Zusammenleben im Stadtteil fördern.
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Benannt nach dem Architekten soll das Zentrum das Zusammenleben im Stadtteil fördern.

Nordweststadt

Neues Sozial- und Kulturzentrum in der Nordweststadt

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Das gemeinschaftlich sanierte und betriebene Haus im Gerhart-Hauptmann-Ring wurde übergeben. Benannt ist es nach seinem Architekten Tassilo Sittmann.

Dass das ehemalige evangelische Gemeindezentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring 398 nach zwei Jahrzehnten endlich wieder zu neuem Leben erweckt ist, liegt an der gemeinsamen Anstrengung vieler Menschen. Darin sind sich bei der Übergabe an die Nutzer:innen des künftigen „Sozial- und Kulturzentrums“ durch Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sowie die Frankfurter Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG) am Mittwochmorgen alle einig.

Ebenso vielfältig wie die an der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes Beteiligten, wird auch die Nutzung sein. Neben einer Kindertagesstätte zieht das Quartiersmanagement ein. Im Untergeschoss soll ein „Bürgercafé“ als Treffpunkt Platz finden. Der ehemalige Gemeindesaal kann für größere Veranstaltungen genutzt werden. Drei weitere Räume stehen Vereinen sowie Initiativen offen.

Einen Namen hat das Gebäude seit Mittwoch auch: „Tassilo-Sittmann-Haus“. Benannt ist es nach seinem Architekten, der gleichzeitig als ein Planer der Nordweststadt gilt und – mittlerweile 93-jährig – bei der Übergabe dabei ist. Ab 1968 hatte Sittmann das Zentrum der deutsch-reformierten Gemeinde mit der dunklen Schieferschindel-Fassade im Bauhaus-Stil errichten lassen. Bis 2001 wurde das Gemeindehaus, das am Ende einer Sackgasse liegt, genutzt und verfiel danach. Fotos an den Wänden im Untergeschoss zeugen vom Vandalismus.

2007 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Engagierte Bürger und Bürgerinnen gründeten einen Verein, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen: ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. „Es ist ein Projekt, das wir nur geschafft haben, weil die Menschen im Quartier immer dran geglaubt und ihre Ideen eingebracht haben“, sagt Sozialdezernentin Birkenfeld. Michael Frase, Geschäftsführer der Diakonie Frankfurt und Offenbach, bezeichnet das Sanierungsprojekt als „additives Modell, wo ganz viele zusammen wirken“.

„In einem Hochhausviertel mit 18 000 Bewohnern brauchen wir dieses Stadtteilzentrum als Begegnungsort“, sagt Bernd Oettinghaus vom Verein zur Organisation des Kultur- und Sozialzentrums Gerhart-Hauptmann-Ring 398, kurz: Vokus 398. Fast zwei Jahrzehnte hat sich Oettinghaus für die Sanierung stark gemacht.

Daneben sei es für Beratungsmöglichkeiten wichtig. Ab 13. Juli ist eine allgemeine Sozialberatung durch die Caritas geplant. Daneben zieht das Nachbarschaftsbüro des Quartiersmanagments der Diakonie ein. „Alle Fäden werden an diesem Ort zusammen laufen, niedrigschwellig und bewohnernah“, berichtet Quartiersmanagerin Janina Korb.

Rund 6,5 Millionen Euro habe das Bauprojekt gekostet, sagt Klaus-Peter Kemper von der KEG, die mit dem Geld außerdem zwei Wohnhäuser dort bauen ließ, wo das abgerissene Pfarrhaus stand. Gedacht sind die 14 Wohnungen für „Menschen in Notlagen“, die dort für einen begrenzten Zeitraum unterkommen und durch die Evangelische Wohnraumhilfe betreut werden. Mit rund 850 000 Euro hat sich das Land an dem Bauvorhaben beteiligt, die Stadt mit 140000 Euro. Den Großteil der Summe habe die KEG als Darlehen aufgenommen, berichtet Kemper.

„Wir freuen uns auf die große Küche als Herz des Hauses“, sagt Elisabeth Strüber vom sozialpädagogischen Verein zur familienergänzenden Erziehung als Träger der Kindertagesstätte, der bereits nebenan eine Kita mit Platz für 21 Kinder betreibt. Im Sozial- und Kulturzentrum, in dessen Außenbereich bereits Sand aufgeschüttet und Spielgeräte aufstellt wurden, sollen weitere 30 Kinder betreut werden.

Volker Tollkühn, Geschäftsführer der gemeinnützigen „Smart work“-GmbH, die das Zentrum, in Zusammenarbeit mit dem Vokus-Verein, verwalten wird, berichtet, dass sein „Bildungsträger im Rahmen der beruflichen Bildung Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen“ vor Ort anbieten will.

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