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Martina Suchomel und Sven Köllen wollen den Kirchgarten neu gestalten und ihn zum Stadttteil öffnen.
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Martina Suchomel und Sven Köllen wollen den Kirchgarten neu gestalten und ihn zum Stadttteil öffnen.

Praunheim

Kleines Paradies mit Barfußpfad

  • VonBrigitte Degelmann
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Die Praunheimer Auferstehungsgemeinde legt auf ihrem Gelände an der Graebestraße einen Erlebnisgarten an.

Am Anfang standen die Bilder, die Martina Suchomel von ihrem Bruder erhielt, wenn dieser wieder einmal auf einer Radtour war. Fotos von idyllischen Gärten und Grünanlagen, beispielsweise von einem Park in Seligenstadt, auf dem sich eine Statue unter einen großen Baum duckt. „Warum haben wir so etwas nicht hier bei uns?“, dachte sich die Sekretärin der evangelischen Auferstehungsgemeinde dann. Irgendwann wanderten ihre Gedanken weiter, hin zu dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück rund um die Kirche in der Graebestraße. Und plötzlich, vor etwa einem Jahr, war die Idee da: Warum nicht das Areal umgestalten in einen Erlebnisgarten, für die Menschen im Stadtteil? Oder, wie es Martina Suchomel formuliert: „Warum machen wir nicht ein kleines Paradies hier?“

Schnell fand sie Gleichgesinnte aus Kirchenvorstand und -gemeinde für ihr Vorhaben. Ein fünfköpfiger Steuerungskreis gründete sich, bestehend aus der Gemeindesekretärin selbst sowie Michael Dorgarten, Brigitte Spiegel, Hans Nerlich und Sven Köllen, Vorsitzender des Bauauschusses in der Kirchengemeinde. Letzterer kümmert sich schon seit einigen Jahren um den Kirchgarten.

Vorschläge für die weitere Gestaltung gibt es genug. Vor allem Martina Suchomel hat viele Ideen: Heilkräuter kann sie sich vorstellen, ebenso Elemente für Kinder, dazu einen Bereich mit Wasser, vielleicht auch mit Klängen – „wir wollen alle Sinne ansprechen, und für jeden soll etwas dabei sein“. Sven Köllen wiederum erzählt von den alten Säulenfüßen, die man bei Aufräumarbeiten in einem Gebüsch hinter der Kirche gefunden habe. Dort standen sie vermutlich etliche Jahrzehnte, waren inzwischen weitgehend von Moosen und Algen überzogen. Wahrscheinlich seien es Reste, die man beim Wiederaufbau des 1945 zerstörten Gotteshauses nicht mehr verwendet habe. Nun sollen sie zu neuen Ehren kommen, nach der Reinigung als Sitze dienen, die sich um einen Tisch gruppieren. Und vielleicht könnte man auch mal eine Muschel dorthin legen, schlägt Suchomel vor – „damit die Leute sich fragen, ‚warum liegt das da?‘ und damit sie darüber miteinander ins Gespräch kommen“.

Inzwischen haben sich weitere Unterstützer:innen gefunden, die das Vorhaben voranbringen wollen. Anneli und Jürgen Köllen beispielsweise, Sven Köllens Eltern, spendeten anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit eine Sitzbank für den Garten. Eberhard Erkenbrecher, Ehrenvorsitzender des Kirchenchors, ließ gleich noch eine zweite Bank folgen.

Auch ein Barfußpfad ist in Planung, der sich in Form einer liegenden Acht um die beiden Platanen hinter der Kirche schlingt. Er könnte aus Steinen, Moos, Tannenzapfen und Sand bestehen, sagt die Gemeindesekretärin. Über die Bewässerung haben sich die Mitglieder des Steuerungskreises ebenfalls Gedanken gemacht. Eines steht für sie fest: „Wir wollen nicht einfach Trinkwasser nehmen, sondern so ressourcenschonend wie möglich vorgehen“, sagt Sven Köllen. Etwa durch die Nutzung vor Dachflächenwasser. Oder durch eine Regenwasserzisterne.

Sämtliche Ideen hat der Steuerungskreis inzwischen in Projekte eingeteilt. Das letzte Wort hat der Kirchenvorstand: „Er entscheidet, was geht und was nicht“, sagt Martina Suchomel. Fest steht bisher, dass die Veränderungen über einen längeren Zeitraum geschehen sollen. Schließlich sind die finanziellen Mittel der Kirchengemeinde begrenzt. „Wir wollen es Stückchen für Stückchen machen, damit die Belastung nicht zu groß wird“, sagt die Gemeindesekretärin. Und vor allem mit ganz viel ehrenamtlichem Engagement.

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