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Auch die Kleinsten haben sich an der Ideenwerktstatt beteiligt.

Praunheim

Ideen für familienfreundlichere Kirche in Praunheim

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Eine Ideenwerkstatt geht der Frage nach, wie die katholische Pfarrei Sankt Marien künftig aussehen könnte.

Einen gemeinsamen Ausflug zu einem Fußballspiel von Eintracht Frankfurt könnte sich die Frau vorstellen. Mit ihrem Mann und dem noch jungen Nachwuchs sitzt sie am Samstagnachmittag Pastoralreferentin Charlotte Dere gegenüber. Zur „Zukunftswerkstatt für Familien“ hat die katholische Pfarrei Sankt Marien ins Praunheimer Gemeindezentrum Christ-König geladen.

Unter dem Motto „Da öffnet sich der Himmel“ sollen sich Eltern und Kinder zu Wort melden können und Vorschläge sowie Wünsche für eine „familienfreundliche Pfarrei“ äußern. Rund 50 Interessierte sind gekommen, etwa 13 Familien, schätzt Pastoralreferentin Dere. „Wir wollen, dass der Glaube eine Rolle spielt im Leben und die Familien fragen, welche Bedürfnisse sie haben“, sagt die 41-Jährige. Auch, weil heutzutage meist beide Elternteile berufstätig seien, fehle häufiger die Zeit für Einkehr.

An mehreren Stellwänden hängen Informationsblätter für bereits bestehende Angebote sowie Anregungen von Besuchern. Ein Vorschlag ist etwa eine „Kinderbetreuung während des Gottesdienstes“ oder ein „Open-Air-Gottesdienst an kindergeeigneten Orten, im Kletterpark oder Waldspielpark Louisa“.

Nachdem vor knapp zwei Jahren Jahren genau eine Handvoll Pfarrgemeinden aus den Stadtteilen Bockenheim, Hausen, Praunheim und Rödelheim zu einer „Groß-Pfarrei“ zusammen gelegt worden seien, ginge es auch um „Vernetzung unter den Familien“, berichtet Dere. Zu dem Treffen am Samstag seien jedoch fast nur Bockenheimer gekommen, weil sich die Einladung hauptsächlich mündlich herum gesprochen habe.

Pastoralreferentin berichtet von  Angeboten

Zu den Bockenheimer Besuchern zählen die Familien Rupprecht und van Bergeijk. Ulli Rupprecht aus Bockenheim würde sich einen Newsletter wünschen, um besser über die Vielfalt an Angeboten informiert zu sein. Die alleinerziehende Mutter nutze mit ihrem siebenjährigen Sohn schon Angebote wie Ferienspiele und Familienfreizeiten. „Ich fände auch Wanderungen mit Eltern und Kindern schön“, sagt die 40-Jährige. Oliver van Bergeijk würde sich mehr Angebote für seine vier Kinder wünschen. Insbesondere für Jugendliche gebe es wenige Möglichkeiten. „Reiten“, fände seine zwölfjährige Tochter Isabel gut, die wie ihre ein Jahr ältere Schwester Maja Messdienerin ist. Die umstehenden Erwachsenen schmälern mit Kopfschütteln sofort die Hoffnung für Ausflüge auf den Pferdehof. „Ich persönlich finde die Besinnlichkeit in der Kirche entspannend und würde gerne meinen Kindern den Zugang dazu ermöglichen“, sagt der 56-jährige Vater. Das bestätigt auch Ulli Rupprecht.

Pastoralreferentin Dere berichtet von zahlreichen Angeboten. Neben Gruppenstunden und Eltern-Kind-Treffen gebe es etwa die „Kinderkirche“. Dabei könnten die Kleinen einerseits herumtoben, aber auch mit den Erwachsenen beten und Kerzen anzünden. Am Samstag haben sich die Christen schonmal aus tausenden Bauklötzen ihre „Traumstadt“ gebaut. Eine „Hybrid-Kirche“ als ökologisch gestaltetes Gotteshaus darf dabei nicht fehlen, genauso wie der Fußball-Tempel im Stadtwald. Den neunjährigen Nils gefragt, scheinen für ihn das Stadion und die Eintracht sowieso das Allergrößte zu sein.

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