1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Praunheim

Großes Interesse an neuem Nachbarschaftszentrum

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sonja Thelen

Kommentare

Gut 170 Leute informierten sich jüngst über die Pläne zum neuen Nachbarschaftszentrum in der Kollwitzstraße.
Gut 170 Leute informierten sich jüngst über die Pläne zum neuen Nachbarschaftszentrum in der Kollwitzstraße. © privat

Auf dem ehemaligen Gemeindegelände in der Kollwitzstraße soll ein sozial-medizinisches Nachbarschaftszentrum entstehen. Das Interesse ist groß an einem neuen Treffpunkt in der Siedlung Westhausen. Rund 550 Menschen befürworten die Pläne.

Oliver Wittich ist immer noch überwältigt. Gut 170 Menschen überwiegend aus der Siedlung Westhausen aber auch Vertreter:innen aus dem zuständigen Ortsbeirat 7, der Politik und der Stadt waren am Wochenende in die Kollwitzstraße 5-7 gekommen, um sich über das Konzept eines „Sozialen und medizinischen Nachbarschaftszentrums“ (Somena) zu informieren und darüber ins Gespräch zu kommen. Die Somena-Initiativgruppe bestehend aus den Westhausener Bürger:innen Beckus Beckmann, Sabine Rohner und Oliver Wittich, hatten just auf das Gelände zu der Infoveranstaltung geladen, wo ihre Idee einer neuen nachbarschaftlichen Anlaufstelle Realität werden soll: nämlich das ehemalige evangelische Gemeindezentrum, das mittlerweile in städtischen Besitz übergegangen ist. Der 2019 geschlossene Gemeindetreff war für viele in der Siedlung der letzte Zufluchtsort, nachdem schon 2008 der Bürgertreff dicht gemacht worden war.

Wie groß der Bedarf einer Begegnungsstätte in der Siedlung ist, unterstrich Sabine Rohner in ihrem Beitrag. Denn der mit Hilfe des Quartiersmanagements Praunheim im Sommer 2021 eröffnete kleine „Nebenan“-Treff am Westring reiche für die Nachfrage nicht aus, sagte sie. Daher ergriff die Gruppe im Frühjahr die Initiative, entwickelte mit Unterstützung des Quartiersmanagements ein Konzept für ein sozial-medizinisches Nachbarschaftszentrums, das unter dem Dach des Ex-Gemeindetreffs nachbarschaftliche, soziale Aktivitäten, Begegnungen, Beratung sowie eine medizinische Grundversorgung ermöglicht. Für ihre Idee hat die Gruppe mittlerweile 550 Stimmen von Befürworterinnen und Befürwortern gewonnen und ist im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, berichtete sie am Infotag.

Das Somena könne den Mangel an medizinischer Grundversorgung in der Siedlung Westhausen beheben, umrissen die Allgemeinmediziner Katharina Dippell und Maximilian Philipp, die am Universitätsklinikum lehren: „Medizin muss nah am Menschen sein.“ Ein Nachbarschaftszentrum sei wichtig für das soziale Gefüge, unterstrich Hannelore Schüssler, Vorsitzende des Kreisverbandes Frankfurt im Sozialverband VdK. Sie versprach, der VdK werde im Somena regelmäßig vor Ort Beratung anbieten. Um sie einzubeziehen, konnten die Teilnehmer:innen an einem „Anregungstisch“ Fragen, Wünsche und Vorschläge formulieren.

Deutlich wurde dabei und in der Diskussion, dass die Einrichtung einer weiteren Kindertagesstätte an der Kollwitzstraße abgelehnt wird. „Wir haben bereits sechs Bildungseinrichtungen an einer Einfahrtsstraße. Das ist einfach nicht vermittelbar“, unterstrich Wittich: „Der Standort an der Kollwitzstraße ist hierfür nicht geeignet.“

Sein Fazit des Infonachmittags: „Es besteht in der Siedlung eine große Sehnsucht nach einem Ort, an dem ein Zusammentreffen wieder möglich ist, sich Gemeinschaftsleben entwickeln kann und gelebt wird – gepaart mit einer ärztlichen Grundversorgung für das Gemeinwohl.“ An dieser „geschlossen auftretenden Initiative“ der Westhausener Nachbarschaft komme „die Politik nicht mehr vorbei. Das Zentrum wird gewollt und gebraucht“.

Auch interessant

Kommentare