_20190515pj114_79216_271020
+
Zwischen Autobahn im Westen und der bestehenden Wohnbebauung könnten neue Baugebiete entstehen.

Nordwest

Nordwesten maßvoll erweitern

  • Sonja Thelen
    vonSonja Thelen
    schließen

Die CDU im Ortsbeirat 7 regt neue Baugebiete im Bereich Nordweststadt und Praunheim an. Zur Erschließung müsste die U-Bahn-Linien 6 und 7 ausgebaut werden.

Wie können die Stadtteile Nordweststadt und Praunheim maßvoll erweitert und dort Baurecht für weitere Wohnungen geschaffen werden? Diese Frage soll der Magistrat im Zuge seiner Voruntersuchung für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Frankfurter Nordwesten klären. Dafür spricht sich der Ortsbeirat 7 mehrheitlich aus.

Die CDU hatte zu ihrem Vorschlag ein detailliertes Konzept vorgelegt, in dem sie die Idee einer „maßvollen, verkehrlich erschließbaren und vergleichsweise schnell machbaren Arrondierung der bestehenden Stadtteile“ umreißen, so Thomas Rätzke, der den Antrag mit Fraktionskollegen ausgearbeitet hatte.

Diese „Stadtrandringe“ hätten der CDU zufolge je nach Ausführung wie Architektur, Geschosshöhe, Wohnungsgröße ein Potenzial für bis zu 4000 Wohneinheiten, darunter bis zu 1000 Einfamilienhäusern. Vorteile dieser Arrondierung von Praunheim und der Nordweststadt seien laut CDU unter anderem das Einhalten eines Abstands von 400 Metern zwischen Wohnbebauung und Hochspannungstrassen, ein niedrigerer Lärmschutz zur Autobahn und geringere klimatischen Beeinträchtigungen, auch was die Kaltluftströme betrifft.

Ausbau der U6 und U7 nötig

Als mögliche Baugebiete nennt die CDU unter anderem in der Nordweststadt Flächen hinter dem Paul-Kornfeld-Weg und der Rudolf-Hilferding-Straße sowie westlich des Gerhart-Hauptmann-Ringes. In Praunheim kämen Flächen südlich des Steinbachtals, nördlich des Schönberger Wegs und der Willy-Berking-Straße und östlich des nördlichen Bereichs der Stierstädter Straße in Frage.

Als Schulen sowie Bildungs-, Kultur- und Sozialzentrum bieten sich nach dem Umzug des Gymnasiums Nord der Komplex in Westhausen sowie das Gelände der Europäischen Schule an, deren jetziger Standort am Praunheimer Weg zu klein ist und eine Verlegung derzeit diskutiert wird. Um die neuen Baugebiete an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen, regt die CDU eine Straßenbahnverbindung an – neben einem Ausbau der U6 und U7.

Nachdem die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 7 bislang immer gegen eine wohnbauliche Expansion im Frankfurter Nordwesten war, bewertete SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Sasse diesen Vorstoß als „einen Riesenerfolg“ sowie als einen „Ausdrucks des Umdenkens“ und als „Abkehr von einer kompletten Verweigerungshaltung“. FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Papke konnte der Initiative „viele positive Aspekte abgewinnen“, sodass seine Fraktion den Prüfauftrag befürwortete. Miriam Dahlke, Grünen-Fraktionschefin, räumte indes ein, „Bauchschmerzen mit der Arrondierung“ zu haben. Farbechte/Die Linke lehnten wegen aus ihrer Sicht fehlender Betreuungseinrichtungen und Schulen den Vorstoß ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare