1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Praunheim

Aufgeben war für Renate Gräfe keine Option

Erstellt:

Von: Judith Dietermann

Kommentare

Sie geben nun gemeinsam Gas: Renate Gräfe und der neue Vorstand der Vespa-Stiftung in ihrem Museum in Alt-Praunheim 44.
Sie geben nun gemeinsam Gas: Renate Gräfe und der neue Vorstand der Vespa-Stiftung in ihrem Museum in Alt-Praunheim 44. © Rüffer

Vorsitzende der Renate-Gräfe-Vespa-Stiftung will ihr Museum in Alt-Praunheim künftig für Veranstaltungen öffnen. Unterstützung erhält sie von einem neuen Vorstand.

Es gab ihn mehrfach in den vergangenen Monaten. Diesen Moment, an dem Renate Gräfe darüber nachdachte, aufzugeben und alles in eine Garage zu packen. All die Dinge, die die Vorsitzende und Gründerin der „Renate-Gräfe-Vespa Stiftung“ in den vergangenen Jahren liebevoll in dem kleinen länglichen Gebäude in Alt-Praunheim ausgestellt hatte und die die ehemalige Kegelbahn in ein Vespa-Museum verwandelten.

„Aufgeben ist für mich aber nur selten eine Option“, sagt die 83-Jährige. Deswegen sei sie aufgestanden und habe „einfach weitergemacht“. Auch ohne ihren langjährigen Begleiter und Vorsitzenden der Stiftung, Jochen Haseleu, der von seinem Ehrenamt zurückgetreten war. „Plötzlich stand ich allein da“, sagt Renate Gräfe. Michael Dienst bildete mit ihr dann einen Notvorstand. Jetzt ist er ihr Stellvertreter zusammen mit Veit Schiemann, dem Vorsitzenden des Vespa-Clubs Frankfurt, dem Renate Gräfe wieder beigetreten ist. Dienst fuhr bereits in der Schulzeit Vespa. „Dieses Gefühl von Freiheit habe ich nie vergessen“, sagt er. „Es ist vor vier Jahren zurückgekehrt, als ich das Museum und die Stiftung entdeckt habe. Das war ein Zeichen.“

Seit 2017 gibt es das kleine Museum in Alt-Praunheim 44. Neben alten Vespas finden sich darin eine kleine Bibliothek sowie viele Sammler- und Liebhaberstücke. Geöffnet ist es jetzt nur noch auf Anfrage, sagt Gräfe. Man habe keine Zeit, dort allein zu sitzen, zudem seien nur wenige Besucher:innen gekommen. Stattdessen will man das Museum öfter für Veranstaltungen öffnen. So habe erst jüngst der Vereinsring Praunheim dort seinen 40. Geburtstag gefeiert.

Dass der Vorstand mit Sven Kirchner, Ralf Wittigschlager sowie Christa und Alexander Kalitzke nun breiter und „ein wenig jünger“ aufgestellt sei, habe einen „ganz natürlichen“ Grund. „Ich werde auch nicht jünger. Und es soll weitergehen, wenn ich mal nicht mehr kann“, sagt Renate Gräfe.

Dass dies noch „ein bisschen hin“ ist, davon sind die Kalitzkes überzeugt. Sie kauften sich 1998 ihre erste Vespa. Aus eher praktischen Gründen, sagt Christa Kalitzke, deren Geburtsjahr 1946 ist. „Damit bin ich so alt wie die erste Vespa“, sagt sie. Für einen Campingurlaub schafften sie und ihr Mann sich den Roller an. Das Reisen mit dem Wohnmobil gaben sie im vergangenen Jahr auf, die Vespa blieb. „Wenn einen einmal die Leidenschaft gepackt hat, dann lässt sie ihn auch nicht mehr los“, sagt Alexander Kalitzke.

Auch interessant

Kommentare