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Für die Aussicht hatten die rund 100 Teilnehmer während des Rennens keinen Blick.

Sachsenhausen

Power-Paddeln mit Skylineblick

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Bei der Deutschen Meisterschaft im Stand-Up-Paddling ging es nicht jedem um den Sieg. Die Teilnehmer mussten acht Kilometer auf dem Main zurücklegen.

Von Anfang an ist bei der Deutschen Meisterschaft im Stand-Up-Paddling (SUP) am Samstag voller Körpereinsatz gefragt: Gleich nach dem Startschuss peitschen die Paddel ins Wasser und schieben die Sportler auf ihren Brettern mit jedem Schlag schneller den Main entlang. Erst nachdem sich das Feld der rund 100 Teilnehmer etwas auseinander gezogen hat, wird der Rhythmus der Schläge langsamer. Jetzt gilt es, genug Ausdauer für die acht Kilometer lange Strecke zu haben, die zwei Mal von der Friedensbrücke um die Maininsel und zurück führt.

Für Dimitri Schischkin vom Frankfurter-Kanu-Verein läuft der Start nicht ganz reibungslos. Nach den ersten Paddelschlägen verliert er das Gleichgewicht und nimmt ein unfreiwilliges Bad im Main. Dass er den anderen im Anschluss hinterherpaddeln muss, dürfte den 50-Jährigen allerdings nicht stören. „Normalerweise trete ich gar nicht bei Wettkämpfen an“, sagt der SUP-Trainer. „Mir geht es darum, möglichst vielen Menschen den Spaß am Sport zu vermitteln.“

Bei vielen Sportlern ist Schischkin und seinen Kollegen das bereits gelungen: Seit Jahren erlebt das Stand-Up-Paddling in Deutschland einen Boom. „Anfangs wurde die Sportart als Modeerscheinung belächelt, doch das ist längst vorbei“, sagt Petra Schellhorn vom Hessischen-Kanu-Verband. „Stand-Up-Paddling ist beliebt, weil man den ganzen Körper trainiert, in der Natur ist und sich vom Alltag erholen kann.“ Auch wenn es bei Wettkämpfen um Tempo ginge, könne man auf dem Brett auch entspannte Fluss-Touren machen.

Bei der Deutschen Meisterschaft, die zum ersten Mal in Frankfurt ausgetragen wurde, geht es nicht jedem Teilnehmer um den Sieg. „Die meisten sehen es als Spaß gegeneinander anzutreten“, sagt Marion Rappl. Die 46-Jährige ist aus München angereist und freut sich besonders darüber, Freunde aus ganz Deutschland zu treffen. „Die Community der Stand-Up-Paddler ist einfach toll.“ Frankfurt gefalle ihr daher als Austragungsort gut, da man hier auch Sportler aus Norddeutschland treffe, die bei Veranstaltungen im Süden meist nicht dabei seien.

Auch die Strecke entlang des Mains wird von vielen Teilnehmern als etwas besonderes wahrgenommen. „Die Strecke ist angenehm zu fahren, nur die Wellen von den Schiffen könnten eine Herausforderung werden, wenn man das nicht gewohnt ist“, sagt Jan Mönch aus Fürstenfeldbruck. Den 26-Jährigen begeistert aber auch der Blick auf die Skyline: „Das ist einfach atemberaubend. Auch wenn ich nicht weiß, ob man den Ausblick während des Rennens wahrnimmt.“

Wer selbst einmal den Blick vom Main erleben will, ist beim Frankfurter-Kanu-Verein an der richtigen Adresse. Interessenten müssen lediglich gut schwimmen können, eine eigene Ausrüstung wird nicht benötigt. „Außerdem sollte man nicht wasserscheu sein“, sagt Schellhorn. „Auch erfahrene Paddler fallen immer mal wieder vom Brett.“

Weitere Informationenzur Sportart und der Kontakt zu Vereinen, die SUP anbieten finden sich auf der Webseite des Hessischen-Kanu-Verbands unter: www.kanu-hessen.de.

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