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Posaunenklänge in der Mittagspause

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Von: Judith Köneke

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Die Musiker spielen trotz vollem Terminkalender - und ohne Gage.
Die Musiker spielen trotz vollem Terminkalender - und ohne Gage. © Christoph Boeckheler

Das Opern- und Museumsorchester spielt dienstags bis zum 18. Oktober umsonst in der Katharinenkirche an der Hauptwache für einen guten Zweck

Der volle Klang der Posaune erfüllt die Katharinenkirche am Dienstagmittag um Viertel nach eins. Vor den Türen, rund um die Hauptwache, ist viel los. Menschen, die sich etwas zu essen besorgen, shoppen, sich die Stadt anschauen. Sie könnten die Mittagszeit aber auch auf der Kirchenbank verbringen und 45 Minuten der Musik des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters lauschen, das dieses Mal Werke von Telemann und Mozart zum Besten gibt. Und dafür haben sich einige entschieden, alle Reihen sind besetzt.

Es ist das Eröffnungskonzert der Herbststaffel hellhörig@hauptwache. Im Mai fand die Reihe erstmals statt. Der Eintritt ist frei. Spenden werden für den Frankfurter Verein MainLichtblick gesammelt.

Eigentlich sei heute ein freier Tag, sagt Peter Josinger, Kontrabassist beim Museumsorchester. „Aber wir lieben auch, was wir tun“, und so proben die Mitglieder in ihrer freien Zeit für die fünf Konzerte, die bis zum 18. Oktober jeden Dienstag um 13.15 Uhr in der Katharinenkirche besucht werden können. Denn es steckten viele Stunden an Arbeit dahinter, die sie neben ihrem Beruf erledigten. Trotz der hohen Belastung seien alle sehr motiviert. Gleichzeitig war die Überlegung, dorthin zu gehen, wo die Menschen sind, sagt Josinger. Man möchte als Orchester in der Stadt mehr verwurzelt und präsent sein, nicht nur mit Unterhaltung, sondern als gesellschaftlicher Akteur.

„Ein schöner Anlass, mal wieder in die Stadt zu gehen“, findet Besucherin Dorothee Hoppe. Sie verbinde das Konzert mit ein paar Erledigungen. Toll, dass alle zuhören dürften und dann selbst entscheiden, wie viel er oder sie spenden könne.

Die Streicher gaben Mozart zum Besten.
Die Streicher gaben Mozart zum Besten. © Christoph Boeckheler

Am Eingang hat Main-Lichtblick viele Zettel aufgehängt, die einige der Wünsche genauer beschreiben, die der Verein Kindern erfüllt, die unter schweren Krankheiten leiden, körperlich beeinträchtigt sind oder ein traumatisches Erlebnis hinter sich haben.

Die Wünsche seien so individuell wie die Kinder selbst, sagt Geschäftsführerin Brigitte Orth. Das könne ein Hilfsmittel für einen längeren Zeitraum sein wie ein Therapiefahrrad, therapeutisches Reiten, ein Urlaub oder Treffen mit Prominenten. Im vergangenen Jahr konnten sie rund 300 Wünsche wahr werden lassen. Orth freut sich, dass mit Hilfe des Orchesters nun noch mehr Kinder bedacht werden.

„Ich finde die Aktion eine ganz hervorragende Idee“, sagt Besucherin Karin Sitte. Sie hatte davon im Radio gehört. Vor allem das letzte Stück in Mozarts Streichquintett, sei so schön mit Schmackes gespielt worden. Sie werde auch zu weiteren Vorstellungen kommen.

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