Portikus

Portikus in Frankfurt untersucht Anthropozän

  • schließen

Ausstellung von Alia Farid beschäftigt sich mit Wasserknappheit.

Besucht man den Portikus, ist er, abgesehen von den Ausstellungseröffnungen, meist menschenleer, was schade ist, denn der Mäckler-Bau von 2006 ist ein schön geschnittenes Haus und bietet einen fantastischem Blick auf den Main. Die Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst zeigt immer wieder hochaktuelle Arbeiten, momentan jene von Alia Farid. „In Lieu of What Was“, so der Titel, der sich mit „Anstelle dessen, was war“ übersetzen lässt. Der Eintritt ist übrigens frei.

Zu sehen sind fünf übermenschengroße Fiberglasobjekte, die wie Trinkgefäße aussehen, ein Krug, eine Wasserflasche, ein Trichter. Dies seien Nachbildungen von Brunnen, die im öffentlichen Stadtbild von Kuwait zu sehen seien, sagt Rahel Goetsch, Städelschülerin und Aufsicht im Portikus. Während das Öl im Land seit Jahrzehnten sprudele, werde das Wasser knapp. Die Menschen in Kuwait müssten ihr Trinkwasser teils auf öffentlichen Plätze abfüllen. Das Wasser stamme aus Entsalzungsanlagen und schmecke entsprechend salzig.

Der Umgang des Menschen mit den natürlichen Ressourcen, die industrielle Interessen, ihre sozioökonomische Auswirkungen – diese Themen reißt Alia Farid in ihrer Arbeit an. Die 1985 geborene Künstlerin, die einen kuwaitisch-puerto-ricanischen Hintergrund hat, legt damit den Auftakt zu einem Rechercheprojekt vor, an dem der Portikus und die Städelschule beteiligt sind. Untersucht wird das Leben des Menschen im Anthropozän, im vom Menschen geprägten Zeitalter. 

Info

Portikus, Alte Brücke 2, geöffnet dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr, mittwochs, 11 bis 20 Uhr. Die Ausstellung „In Lieu of What Was“ von Alia Farid dauert noch bis zum 8. September. Eintritt frei. www.portikus.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare