Prozess

Jan M. von Polizist erneut belastet

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Gericht will Prozess um Mord im Frankfurter Niddapark in den kommenden Wochen abschließen.

Im Prozess um den Mord im Niddapark hat ein Polizeibeamter den Angeklagten erneut belastet. Der wegen Mordes an seiner Geschäftspartnerin Irina A. angeklagte Jan M. habe in der polizeilichen Vernehmung seine Aussagen immer den präsentierten Fakten angepasst, sagte der Leiter der zuständigen Ermittlungsgruppe. So habe M. ausgesagt, das spätere Opfer am Tattag im Mai 2018 nachmittags getroffen zu haben. Auf die Frage, was A. angehabt habe, nannte der Gastronom allerdings die Kleidung, die das Opfer erst am späten Abend, zum Zeitpunkt der Tat, getragen hatte.

Auch bei der Begründung, warum sich am Fundort der Leiche Blutspuren von ihm fanden, besserte der 52-Jährige nach. Zunächst gab er nach Aussage des Polizeibeamten an, er habe eine Woche zuvor eine Radtour im Park gemacht und sich am Kopf verletzt. Später nannte M. eine Verletzung an der Hand, die er sich beim Renovieren in der eigenen Wohnung zugezogen hatte, als Ursache für die Blutung und räumte ein, in der fraglichen Nacht am Tatort gewesen zu sein.

Nach nunmehr 19 Verhandlungstagen wies die Kammer darauf hin, die Beweisaufnahme in den kommenden Wochen abschließen zu wollen. Um das Verfahren zu beschleunigen, kündigte die Kammer an, zwei Anklagepunkte gegen M. fallen lassen zu wollen.

So werde der Vorwurf des Betrugs an einem Geschäftspartner nicht weiter verfolgt. Auch der Vorwurf der Urkundenfälschung soll fallengelassen werden. Bei einer im Raum stehenden Verurteilung wegen Mordes wären die anderen Vorwürfe für die Strafzumessung unerheblich. Der Vorwurf der Urkundenfälschung ist auch schwer zu belegen, da die Frau, deren Unterschrift M. gefälscht haben soll, wegen einer Aussage in einem anderen Verfahren mittlerweile unter Polizeischutz steht und im Prozess nicht aussagen soll.

Die Verteidigung zeigte sich von dem Beschleunigungsversuch des Gerichts unbeeindruckt. „Wir haben noch viel vor“, kündigte Rechtsanwalt Hans Euler an. Am Montag präsentierte die Verteidigung einen Zeugen, der sich von M. 50 000 Euro geliehen haben soll. Damit soll die Liquidität des Angeklagten belegt werden. Der Zeuge, der nach eigener Aussage gleichzeitig einen Frisörsalon, einen Shuttle-Service und ein Bauunternehmen betreibt, konnte sich allerdings nicht genau erinnern, wann er sich das Geld lieh und bis wann er es zurückbezahlt hat. Auch auf die Frage der Kammer, seit wann er das Bauunternehmen führe, wusste der Zeuge keine konkrete Antwort zu geben.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

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