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Walter Seubert (links) und sein früherer Chef Gerhard Bereswill.

Sicherheitsbehörden

Polizeivize verlässt Frankfurt

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Walter Seubert fängt als Rektor der Polizeihochschule in Wiesbaden an. Von seiner Zeit im Frankfurter Polizeipräsidium schwärmt er.

Nach knapp sechs Jahren als Vizepräsident der Frankfurter Polizei wechselt Walter Seubert nach Wiesbaden. Der 46-Jährige hat als Rektor der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung angefangen, wie Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag mitteilte.

Der Jurist Seubert, der in den Jahren 2011 und 2012 bereits als Kanzler der Hochschule arbeitete, gab Anfang Februar 2015 seinen Einstand als Stellvertreter von Präsident Gerhard Bereswill bei der Frankfurter Polizei. Einen noch stressigeren Beginn hätte er sich kaum aussuchen können: Sechs Wochen später wurde der Neubau der Europäischen Zentralbank im Ostend eröffnet, begleitet von schweren Krawallen, die die Polizei erst spät in den Griff bekam. Die folgenden Jahre waren unter anderem geprägt von Zusammenlegungen von Revieren und dem Bezug neuer Liegenschaften, doch es gab auch Krisen – zuletzt als die Chatgruppe mit rechtsextremen Inhalten aufflog, über die sich Polizeikräfte aus dem 1. Revier ausgetauscht hatten. Für derartige Auswüchse brachte Seubert nie irgendein Verständnis auf, ebenso wenig wie für die Polizeigewalt gegen einen am Boden liegenden Mann in Sachsenhausen im Sommer. Im Gegenteil: Solche Entwicklungen ärgerten den gebürtigen Frankfurter sehr. Dennoch sagt er: „Jeder Tag, den ich in Frankfurt arbeiten durfte, war ein Geschenk.“

Seuberts wichtigste Aufgabe an der Polizeihochschule wird sein, die Einrichtung mit der Polizeiakademie Hessen und der Zentralen Fortbildung Hessen zu verzahnen. Entstehen soll ein Zentrum für Aus- und Weiterbildung bei der hessischen Polizei, wie es im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen im Landtag vorgesehen ist.

Sein Amt als Stadtverordneter hatte Seubert nach 14 Jahren mit seinem Amtsantritt im Frankfurter Präsidium aufgegeben. Eine Rückkehr in den Römer strebe er nicht an, Mitglied der CDU bleibe er aber, sagt er.

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