Kinder im Krankenhaus

Verein Akik leistet kleinen Patienten Beistand

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Der Verein Akik hilft Kindern, die ins Krankenhaus müssen und deren Eltern bei der Bewältigung der Situation. Unterstützung gibt es da auch mal von einem Teddy.

Das kleine Mädchen sitzt im Krankenhausbett und blättert durch das Bilderbuch. Neben ihr sitzt eine ältere Frau und spricht mit ihr über die Tiere, die auf den Seiten zu sehen sind. Die Schmerzen der Operation, die das Kind hinter sich hat, scheinen vergessen als sie lächelnd auf einen Hasen zeigt. Auf dem Tisch neben ihr steht ein kleiner flauschiger Teddybär, der ebenfalls auf das Buch zu linsen scheint.

Szenen wie diese gibt es dank dem Verein Akik (Aktionskomitee Kind im Krankenhaus) immer häufiger. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich auch die Regionalgruppe Akik Frankfurt/Rhein-Main. Ziel ist es das Wohlergehen von Kindern im Krankenhaus zu verbessern. Denn die Situation hat für die Kleinen aber auch deren Eltern oftmals etwas Beängstigendes. Die Mitglieder des Vereins stehen den Eltern, wenn sie es wollen, entlastend zur Seite, indem sie die kranken Kinder betreuen, wenn die Eltern nicht können oder eine Pause brauchen. „Je nach Alter des Kindes oder Jugendlichen spielt man mit ihnen, liest vor oder redet mit ihnen“, sagt Karin Schmidt vom Vorstand des Frankfurter Vereins. Zudem setzt sich Akik dafür ein, dass der Eltern-Kind-Kontakt im Krankenhaus durchgängig möglich ist und die Versorgung in der Kinder- und Jugendmedizin auch kindgerecht ist.

Schmidt berichtet von Frühchen, bei denen erfahrene Betreuer für Körperkontakt und Nähe sorgen. Und sie erzählt vom Kartenspiel Uno, das bei allen Altersstufen sehr gut ankommt. „Da wundern sich die Jugendlichen oft, wenn plötzlich zwei Stunden um sind.“ Dabei betont Schmidt, dass die Ehrenamtlichen von Akik keine pflegerischen Aufgaben übernehmen. „Wir sind für die Betreuung da.“ Das Pflegepersonal sei sehr dankbar für die Entlastung durch den Verein.

Neben der Betreuung der Kinder kümmern sich auch Teams um die Bücherwagen des Vereins. Bilderbücher sowie Kinder- und Jugendromane in verschiedenen Sprachen können sich die kleinen Patienten ausleihen. Viele der Ehrenamtlichen Helfer sind Studierende oder Menschen, die sich nach ihrem Berufsleben noch engagieren wollen. Aber auch Berufstätige sind Teil des Teams. „Wir sind immer auf der Suche nach Menschen, die zeitlich flexibel sind“, sagt Frauke Heiermann. Anfänglich gibt es immer eine Probezeit, in der neue Interessenten mit erfahrenen aktiven Mitgliedern mitgehen und sich mit den Aufgaben vertraut machen. „Wir freuen uns, wenn wir für jeden die passende Einsatzmöglichkeit finden“, sagt Karin Schmidt.

Der eingangs erwähnte Teddybär ist Teil der Aktion „Akik-Rettungsteddy“. Dank der Kooperation mit der Frankfurter Stiftung Giersch verteilt der Verein seit 2012 Teddys an Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und Seelsorge in der Region. 2500 Stück wurden allein in diesem Jahr wieder überreicht. Das Kuscheltier nimmt den Kindern die Angst, weil es in die Untersuchungen eingebunden wird. Im Jahresbericht wird deutlich, welche Bedeutung die Bären haben. Ein Notfallseelsorger berichtet von einem Fall, wo ein noch nicht mal zweijähriges Kind in einen Gartenteich gefallen war und reanimiert werden musste. Ihre achtjährige Schwester saß weinend im Garten an der Mauer. Der Seelsorger nahm den Teddy und überließ ihm die Kontaktaufnahme. Das Mädchen erzählte ihm was passiert war und drückte ihn an sich. Als ihre kleine Schwester mit dem Hubschrauber weggebracht wurde, überreichte sie ihr den liebgewonnenen Teddy.

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