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Die Fabrikhalle sollte eigentlich abgerissen werden ? beim Brand am Sonntagmorgen ist sie nun teilweise eingestürzt.

Frankfurt Gallusviertel

Ursache von Großbrand noch unklar

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Nach dem Feuer in der Teves-Fabrikhalle im Frankfurter Gallusviertel ermittelt die Polizei. Das Löschwasser könnte die Altlasten-Sanierung beeinträchtigen.

Die Statik ist gefährdet, die Fabrikhalle zum Teil schon eingestürzt. Beim Großbrand auf dem einstigen Teves-Areal an der Rebstöcker Straße am Sonntag sind massive Schäden am Gebäude entstanden. „Es wird noch eine Weile dauern, bis wir Aussagen zur Brandursache machen können“, sagte eine Polizeisprecherin gestern. Das Areal sei groß und schwer zugänglich. „Im Moment können wir aufgrund der Statik nicht reingehen und die Ermittlungen aufnehmen.“ Derzeit kann deshalb auch nichts ausgeschlossen werden, weder ein Unfall noch Brandstiftung. 

Die Fabrikhalle steht seit Jahren leer und sollte abgerissen werden. „Wir haben niemanden gerettet, haben keine Zeichen auf Leben im Gebäude bekommen und es kam uns beim Einsatz auch niemand entgegen gelaufen“, heißt es seitens der Feuerwehr. Da aber auch sie nur von außen löschen und die Fabrikhalle nicht betreten konnte, ist noch unklar, ob bei dem Brand Menschen zu Schaden kamen. 

Boden und Grundwasser sind verunreinigt

Ursprünglich wurden auf dem Teves-Areal Autos produziert. Nach der Schließung sollen Wohnungen auf dem Gelände entstehen, gemeinsam mit dem benachbarten ehemaligen Avaya-Gelände an der Ecke Kleyerstraße und Ackermannstraße. Im vergangenen Sommer wurde der Bebauungsplan aber überarbeitet, er bezieht nur noch das Avaya-Areal ein, weil durch die Industriearbeiten Boden und Grundwasser durch etwa Halogen-Kohlenwasserstoffe auf Teilen des Teves-Gelände verunreinigt sind. 

Dass Altlasten durch den Brand freigesetzt wurden, ist zwar unwahrscheinlich, heißt es aus dem Regierungspräsidium Darmstadt, aber: „Eine Beeinflussung der Grundwassersanierung durch das Löschwasser ist nicht auszuschließen“, so ein Sprecher. Eine Überprüfung sei notwendig. Man müsse allerdings warten, bis das Gelände begehbar sei, um Auswirkungen konkret abschätzen zu können. Das RP ist für Gefahren bei Umweltbelastungen zuständig.

Der Satzungsbeschluss für die Bebauung auf dem Avaya-Gelände wurde im November von der Stadtverordnetenversammlung gefasst. Damit ist das Bauprojekt in den letzten Zügen des Genehmigungsverfahrens. Rund 3000 Menschen sollen dort einmal in 1500 Wohnungen leben. Zudem sind drei Kitas mit Platz für 226 Kinder vorgesehen. 

Zentrale öffentliche Grünanlage geplant

Luxuswohnungen soll es keine geben, kündigte der Investor, die Kleyer Projektgesellschaft, jüngst im Ortsbeirat 1 an. Da das Areal an die Bahngleise grenzt, sei die Lage dafür nicht gut genug. Die Gebäude sollen deshalb mit Schallschutz ausgestattet und die Funktionsräume sollen zur lärmintensiveren Seite ausgerichtet werden. 

Insgesamt sind sieben Gebäude geplant, davon zwei längere und ein kürzerer Riegel sowie vier Häuserblocks mit Innenhöfen. Es wird eine zentrale öffentliche Grünanlage geben. Außer den vorgeschriebenen 30 Prozent an gefördertem Wohnraum soll Platz für Menschen mit besonderem Bedarf, etwa Studenten oder Senioren, geschaffen werden. Ob sich der Brand auf das Bauvorhaben auswirkt, weiß das Planungsdezernat noch nicht. 

Anwohner der Kleyerstraße erhoffen sich, dass mit dem Zuzug neuer Bewohner die Straßenbahnlinie 21 wieder durch ihre Straße führt. Gleise liegen dort bereits, die Tram 21 fährt seit einigen Jahren aber über die Mainzer Landstraße.

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